Hei­ßes Ei­sen Kin­der­be­treu­ung

Ge­mein­de­rats­frak­ti­on und Orts­ver­band der Göp­pin­ger SPD dis­ku­tier­ten mit Bür­gern über früh­kind­li­che Bil­dung und Qua­li­täts­ent­wick­lung in den Ein­rich­tun­gen.

NWZ (Göppinger Kreisnachrichten) - - VORDERSEITE - Von An­ne­ro­se Fi­scher-bu­cher

Ge­mein­de­rats­frak­ti­on und Orts­ver­band der Göp­pin­ger SPD dis­ku­tier­ten mit Bür­gern über früh­kind­li­che Bil­dung und Qua­li­täts­ent­wick­lung in den Ein­rich­tun­gen. Un­ter­des­sen sorgt ein Brief der So­zi­al­bür­ger­meis­te­rin für Ir­ri­ta­ti­on.

In der Spd-rei­he „Kom­mu­nal­po­li­tik im Dia­log“ging es in der jüngs­ten Ver­an­stal­tung im Göp­pin­ger Rat­haus um Kin­der­be­treu­ung in Göp­pin­gen. Fra­gen zur Qua­li­täts­ent­wick­lung, zu den Rah­men­be­din­gun­gen und wie An­stren­gun­gen durch die Spd-ge­mein­de­rats­frak­ti­on un­ter­stützt und in An­trä­gen im Ge­mein­de­rat ge­bün­delt wer­den kön­nen – die­se Punk­te in der früh­kind­li­chen Bil­dung und Be­treu­ung wa­ren die Dis­kus­si­ons­the­men.

Ar­min Roos, Spd-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Göp­pin­ger Ge­mein­de­rat, sag­te zu Ver­tre­te­rin­nen aus dem Be­reich von Kin­der­gär­ten bis hin zu den Schu­len, die SPD wol­le die An­re­gun­gen auf­neh­men

Je­des Kind ist der Stadt gleich viel wert. Wir sind dran, aber die Tü­cke liegt im De­tail. Al­mut Co­bet

Ers­te Bür­ger­meis­te­rin Göp­pin­gens

und un­ter­stüt­zen. Zu­sam­men mit Hil­de Hu­ber, der Vor­sit­zen­den des Spd-orts­ver­eins, mo­de­rier­te Roos die Ge­sprächs­run­de. Stadt­rä­tin Thea Ste­phan üb­te in ih­rem Ein­gangs­state­ment Kri­tik an den vie­len Schlag­wor­ten, die vom Land zur früh­kind­li­chen Bil­dung kä­men. Bei den De­tails sei je­doch Fehl­an­zei­ge.

Ste­phan sag­te, man ha­be durch den Aus­bau der U3-be­treu­ung den An­schluss­be­reich et­was aus den Au­gen ver­lo­ren. So fehl­ten in Göp­pin­gen 160 Kin­der­gar­ten­plät­ze, wor­auf El­tern ei­nen Rechts­an­spruch hät­ten. Zur Be­darfs­pla­nung ge­be es ei­nen Ge­mein­de­rats­be­schluss mit 32 Plät­zen für un­ter Drei­jäh­ri­ge und 162 Plät­zen für über Drei­jäh­ri­ge.

Al­mut Co­bet, Ers­te Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Göp­pin­gen, wies dar­auf hin, dass man in der In­nen­stadt noch ei­ne Ein­rich­tung brau­che. Bei den un­ter Drei­jäh­ri­gen ha­be man Plät­ze ge­schaf­fen, aber die Nach­fra­ge stei­ge. „Je­des Kind ist der Stadt gleich viel wert. Wir sind dran, aber die Tü­cke liegt im De­tail“, sag­te Co­bet. Jür­gen Lämm­le wand­te sich da­ge­gen, das Pro­blem hoch­zu­sti­li­sie­ren. Man müs­se es als Chan­ce im Wett­be­werb der Städ­te be­grei­fen, wenn die Stadt gu­te An­ge­bo­te ma­che.

In der Dis­kus­si­on ging es um Frei­stel­lun­gen vor Ort und um das Pro­blem von Stü­ckel-stel­len mit 15 bis 20 Pro­zent, die völ­lig un­at­trak­tiv sei­en. Chris­ti­ne Schlen­ker be­män­gel­te, dass Stel­len nicht be­setzt wür­den. Man kön­ne doch un­be­fris­te­te Stel­len an­bie­ten, wenn man den Ge­samt­be­darf an­schaue. Au­ßer­dem wur­de von Ver­tre­te­rin­nen der Ein­rich­tun­gen mo­niert, dass Kin­der mit Be­treu­ungs­be­darf von meh­re­ren Per­so­nen be­treut wür­den. Hil­de Hu­ber möch­te des­we­gen ei­ne Um­stel­lung in Rich­tung „Ki­ta für al­le“her­bei­füh­ren.

Die Fra­ge, ab wann ein Kind ein In­klu­si­ons­kind sei und was mit an­de­ren Kin­dern pas­sie­re, die auch Be­treu­ungs­be­darf hät­ten, wur­de dis­ku­tiert. Da­zu wur­de von Teil­neh­mern die For­de­rung er­ho­ben, Zah­len nicht ein­zel­nen Kin­dern, son­dern den Kin­der­gär­ten zu­zu­wei­sen.

Aus­bil­dung, Fort­bil­dung und or­dent­li­che Be­zah­lung wa­ren wei­te­re The­men. Da­zu sag­te Ma­ren Drechs­ler, Lei­te­rin des Re­fe­rats Kin­der und Ju­gend, dass die Stadt den Aus­zu­bil­den­den ei­ne Über­nah­me­ga­ran­tie ge­ge­ben ha­be. Ein kri­sen­si­che­rer Job dür­fe nicht un­ter­schätzt wer­den, aber ei­ne Kom­mu­ne müs­se dies auch fi­nan­zie­ren. Das be­deu­te, dass dann an­de­re Din­ge nicht ge­macht wer­den könn­ten, und vor die­ser Fra­ge dür­fe man sich nicht drü­cken. Roos sag­te, die SPD sei hier im­mer in der Ab­wä­gung, des­halb ha­be man in Göp­pin­gen auch kei­nen An­trag auf kos­ten­lo­se Ein­rich­tun­gen ge­stellt.

Fo­to: Gi­a­c­in­to Car­luc­ci

Jun­gen und Mäd­chen im Kin­der­haus See­frid beim Pro­jekt „Wir le­sen“. Bei ei­ner Spd-ver­an­stal­tung ha­ben jetzt In­ter­es­sier­te über früh­kind­li­che Bil­dung und Be­treu­ung in Göp­pin­gen dis­ku­tiert.

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