See­ho­fer op­ti­mis­tisch

Ab­kom­men mit drei Staa­ten bis Au­gust an­ge­peilt.

NWZ (Göppinger Kreisnachrichten) - - VORDERSEITE - Ste­fan Ke­gel

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) strebt bis An­fang Au­gust Ab­kom­men zur be­schleu­nig­ten Rück­nah­me von Flücht­lin­gen mit Ita­li­en, Grie­chen­land und Ös­ter­reich an. Er ha­be „ein Stück Op­ti­mis­mus, dass es uns ge­lin­gen kann, die Bin­nen­mi­gra­ti­on ge­mein­sam zu lö­sen“, sag­te See­ho­fer in Innsbruck. Er er­war­te je­doch schwie­ri­ge Ge­sprä­che. Zu­vor war er mit sei­nen Kol­le­gen aus Ös­ter­reich und Ita­li­en zu­sam­men­ge­trof­fen. Falls es kei­ne Ab­kom­men ge­ben soll­te, stell­te See­ho­fer er­neut na­tio­na­le Al­lein­gän­ge in Aus­sicht.

In der Dis­kus­si­on um Ab­schie­bun­gen von Flücht­lin­gen aus Deutsch­land nach Af­gha­nis­tan regt sich in der CDU Un­mut über die kom­pro­miss­lo­se Po­si­ti­on von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU). Vor dem Hin­ter­grund des teils dra­ma­tisch wach­sen­den Fach­kräf­te­man­gels for­dern meh­re­re Ab­ge­ord­ne­te neue We­ge für die Zu­wan­de­rung.

Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Cdu-bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ro­de­rich Kie­se­wet­ter er­war­tet von See­ho­fer ein Maß­nah­men­pa­ket, um Ar­beits­kräf­te nach Deutsch­land zu ho­len. „Aus mei­nem Wahl­kreis ken­ne ich das Pro­blem des Fach­kräf­te­man­gels nur zu gut. Be­trie­be su­chen hän­de­rin­gend qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal“, sagt er. Ver­ein­fach­te, le­ga­le We­ge der Mi­gra­ti­on könn­ten ih­nen hel­fen, Mit­ar­bei­ter zu fin­den.

Kie­se­wet­ter kann sich auch für die Idee er­wär­men, gut in­te­grier­ten Asyl­be­wer­bern den Weg zu ei­nem dau­er­haf­ten Auf­ent­halt in Deutsch­land zu er­mög­li­chen. „Ei­ne Art Spur­wech­sel von ei­nem Asyl- in ein Zu­wan­de­rungs­ver­fah­ren könn­te er­wo­gen wer­den“, sagt er. „Al­ler­dings bräuch­te es hier­für si­cher­lich kla­re Re­ge­lun­gen, zum Bei­spiel mit ei­nem Stich­tag, um kei­ne fal­schen An­rei­ze zu set­zen.“Sol­che Spur­wech­sel hat­ten be­reits die FDP und die Grü­nen in die Zu­wan­de­rungs­de­bat­te ein­ge­bracht.

Of­fe­nen Brief ver­fasst

Ein Ge­setz dar­über will Kie­se­wet­ter so schnell wie mög­lich. „Grund­sätz­lich be­grü­ße ich ein mög­li­ches Fach­kräf­te­zu­wan­de­rungs­ge­setz und hof­fe, dass wir in der Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on ein sol­ches viel­leicht schon in der zwei­ten Jah­res­hälf­te auf den Weg brin­gen.“Al­ler­dings müs­se dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass die Ein­wan­de­rung gut aus­ge­bil­de­ter Men­schen nach Deutsch­land nicht die Fach­kräf­te­si­tua­ti­on in ih­ren Hei­mat­län­dern ver­schär­fe.

Der Ab­ge­ord­ne­te Hans-georg von der Mar­witz macht sei­nem Un­mut in ei­nem of­fe­nen Brief Luft, der die­ser Zei­tung vor­liegt. Er for­dert ein Blei­be­recht für Flücht­lin­ge, die in Deutsch­land ei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen ha­ben. Mit dem Man­gel an qua­li­fi­zier­ten Kräf­ten sei er aus ers­ter Hand kon­fron­tiert, schreibt der bran­den­bur­gi­sche Öko-land­wirt. Sein Gas­tro­no­mie­be­trieb müs­se be­reits trotz vol­ler Aus­las­tung ei­nen zwei­ten Ru­he­tag pro Wo­che ein­pla­nen. Auch an­de­ren Un­ter­neh­mern der Re­gi­on ste­he das Was­ser bis zum Hals. Er fi­nan­zie­re da­her selbst die Aus­bil­dung jun­ger Flücht­lin­ge, um Per­so­nal zu be­kom­men.

„Nach­rich­ten wie der Be­richt der letz­ten Wo­che kon­ter­ka­rie­ren al­le un­se­re Be­mü­hun­gen, die Mi­gra­ti­ons­kri­se als Chan­ce zu nut­zen“, kri­ti­siert er den Ab­schie­be­flug mit 69 Men­schen nach Af­gha­nis­tan von 3./4. Ju­li. „Ne­ben den zahl­rei­chen Un­ter­neh­mern füh­len sich da­durch auch vie­le tau­send Eh­ren­amt­li­che in un­se­rem Land dü­piert, ent­mu­tigt und in ih­rem En­ga­ge­ment ge­ring­ge­schätzt“, be­tont er.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.