Mehr Kin­der­zu­schlag, freie Schul­fahr­ten

Bis En­de 2021 zu­sätz­lich 1,2 Mil­li­ar­den Eu­ro für von Ar­mut be­droh­te Fa­mi­li­en

Ostsee Zeitung - - POLITIK - cle

Ber­lin. Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey und Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (bei­de SPD) wol­len von Ar­mut be­droh­ten Fa­mi­li­en fi­nan­zi­ell kräf­ti­ger un­ter die Ar­me grei­fen. Sie kün­dig­ten ges­tern ein ge­mein­sa­mes Ge­setz zur Stär­kung von Fa­mi­li­en an, das die Er­hö­hung des Kin­der­zu­schlags, kos­ten­lo­se Schü­ler­ti­ckets, den Weg­fall der Selbst­be­tei­li­gung bei ge­mein­schaft­li­chen Mit­tag­es­sen und mehr Selbst­be­halt bei Fe­ri­en­jobs vor­sieht.

Ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro ist im Ent­wurf bis En­de 2021 für die Re­form des Kin­der­zu­schlags vor­ge­se­hen, da­zu kom­men noch ein­mal jähr­li­che Ver­bes­se­run­gen von 220 Mil­lio­nen Eu­ro für Bil­dung und Teil­ha­be. 200 000 Fa­mi­li­en mit 500 000 Kin­dern sol­len von der Er­hö­hung des Kin­der­zu­schlags pro­fi­tie­ren.

In ei­nem ers­ten Schritt soll der Höchst­be­trag des Zu­schlags zum Kin­der­geld ab 1. Ju­li 2019 von der­zeit 170 Eu­ro mo­nat­lich pro Kind auf 183 Eu­ro und ab 1. Ja­nu­ar 2021 ent­spre­chend dem Exis­tenz­mi­ni­mum an­ge­ho­ben wer­den. Wenn das Ein­kom­men der El­tern steigt, soll ent­ge­gen der jet­zi­gen Pra­xis trotz­dem mehr Kin­der­zu­schlag üb­rig blei­ben. Für je­den zu­sätz­lich ver­dien­ten Eu­ro wer­den nur 45 Cent vom Kin­der­zu­schlag ab­ge­zo­gen.

Kin­der sol­len ei­nen grö­ße­ren Teil ih­res Ein­kom­mens be­hal­ten kön­nen, et­wa wenn sie ne­ben der Schu­le job­ben. Künf­tig wer­den ab 100 Eu­ro nur 45 Pro­zent des Kin­des­ein­kom­mens auf den Kin­der­zu­schlag an­ge­rech­net. Au­ßer­dem soll der Zu­schlag für sechs Mo­na­te ge­währt wer­den – egal, ob sich et­was am Ein­kom­men än­dert. Es fällt dann auch der Ei­gen­an­teil bei ge­mein­schaft­li­cher Mit­tags­ver­pfle­gung weg.

Ab nächs­tem Schul­jahr soll sich der Zu­schuss zum Schul­be­darf von der­zeit 100 auf 150 Eu­ro pro Kind er­hö­hen. Bei den Schü­ler­ti­ckets im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr könn­te der Ei­gen­an­teil künf­tig ent­fal­len. Die Kos­ten über­nimmt der Bund. Das gilt auch für Fahr­ten au­ßer­halb des Schul­ver­kehrs. Die Nach­hil­fe soll nicht erst ge­för­dert wer­den, wenn das Kind nach­weis­lich ver­set­zungs­ge­fähr­det ist, son­dern un­ab­hän­gig da­von.

FO­TO: EPD

Zu­sätz­li­ches Geld für von Ar­mut be­droh­te Fa­mi­li­en: 500 000 Kin­der sol­len pro­fi­tie­ren.

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