Kri­tik an Nach­trags­haus­halt

Kom­mu­nal­ver­bän­de und Jus­tiz­an­ge­stell­te mit Ent­wurf un­zu­frie­den

Ostsee Zeitung - - MECKLENBURG−VORPOMMERN - F. Pfaff

Schwe­rin. Kom­mu­nal­ver­bän­de und Jus­tiz­an­ge­stell­te in MV sind mit dem Nach­trags­haus­halt des Lan­des für 2019 un­zu­frie­den. Die Fi­nanz­la­ge der Krei­se und Kom­mu­nen wer­de mit den ge­plan­ten Zu­satz­aus­ga­ben nicht nach­hal­tig ver­bes­sert, be­klag­te der Ge­schäfts­füh­rer des Land­kreis­ta­ges, Mat­thi­as Köpp, am Frei­tag in ei­ner Ex­per­ten­an­hö­rung im Fi­nanz­aus­schuss des Land­tags. Nach sei­nen Be­rech­nun­gen wer­den so­gar 72 Mil­lio­nen Eu­ro dem di­rek­ten Zu­griff von Kom­mu­nen und Krei­sen ent­zo­gen. Kri­tik üb­ten auch die Lan­des­ver­bän­de der Straf­voll­zugs­be­diens­te­ten und der Kin­der­ta­ges­pfle­ge.

Der Ent­wurf der Lan­des­re­gie­rung sieht Zu­satz­aus­ga­ben von knapp 73 Mil­lio­nen Eu­ro vor, die durch Über­schüs­se aus dem Jahr 2017 fi­nan­ziert wer­den sol­len. Je­weils 15 Mil­lio­nen Eu­ro sind für die wei­te­re Bei­trags­ent­las­tung für El­tern von Klein­kin­dern so­wie für Zu­satz­stel­len und hö­he­re Zu­schlä­ge bei der Po­li­zei vor­ge­se­hen. 40 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len in ei­nen Di­gi­ta­li­sie­rungs-Fonds flie­ßen, aus dem ins­be­son­de­re Pro­jek­te in Wirt­schaft und Ver­wal­tung ge­för­dert wer­den.

Hans Jür­gen Pa­pen­fuß, Lan­des­vor­sit­zen­der im Bund der Straf­voll­zugs­be­diens­te­ten, be­klag­te ei­ne Be­nach­tei­li­gung der Be­schäf­tig­ten in den Haft­an­stal­ten. Wäh­rend das Land mehr Geld ge­be für zu­sätz­li­che Stel­len und Zu­la­gen bei der Po­li­zei, blei­be der Straf­voll­zug un­be­rück­sich­tigt. „Das stei­gert die Mo­ti­va­ti­on nicht“, so Pa­pen­fuß. We­gen des Be­för­de­rungs­staus, man­geln­der Per­spek­ti­ve und un­be­zahl­ter Über­stun­den such­ten Mit­ar­bei­ter nach Al­ter­na­ti­ven, et­wa beim Zoll. „Dort be­kom­men sie 500 Eu­ro brut­to mehr“, sag­te Pa­pen­fuß.

Renè Eich­horn vom Lan­des­ver­band Kin­der­ta­ges­pfle­ge äu­ßer­te die Über­zeu­gung, dass die schritt­wei­se Bei­trags­ent­las­tung der El­tern die grund­le­gen­den Pro­ble­me in der Kin­der­be­treu­ung nicht lö­se. „Das Land tut schon viel, aber es ist längst nicht ge­nug“, sag­te Eich­horn un­ter Hin­weis auf gro­ße Ki­ta­Grup­pen und feh­len­de Fach­kräf­te. Zu­dem be­klag­te er, dass bei Ta­ges­müt­tern und Ta­ges­vä­tern nur die Hälf­te der Lan­des­mit­tel an­kom­me.

Köpp ver­wies im Na­men der Kom­mu­nal­ver­bän­de auf den enor­men In­ves­ti­ti­ons­stau als Fol­ge der jahr­zehn­te­lan­gen Spar­vor­ga­ben. Er er­neu­er­te da­her die For­de­rung nach ei­ner In­ves­ti­ti­onsp au scha­le für die kom­mu­na­le Ebe­ne, um ma­ro­de Stra­ßen und Brü­cken er­neu­ern so­wie Schu­len und Ki­tas rasch sa­nie­ren zu kön­nen. Ge­mes­sen an den In­ves­ti­tio­nen des Lan­des rekl ami er­teKöp­p­jähr­li ch et­wa 210 Mil­lio­nen Eu­ro für Krei­se und Kom­mu­nen. Jeann in eRösl er von der Links frak­ti­on be­zeich­ne­te den Nach­trags­etat als„ Kom­mu­nal vers ch lech­te­rungs ge­setz “.

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