Der ver­ges­se­ne Künst­ler in der Kunst­aus­stel­lung Je­na

Erich Kuit­han ist ei­ne Re­tro­spek­ti­ve zum . To­des­tag ge­wid­met

Ostthüringer Zeitung (Jena) - - Jena -

Fehr ein. Dort stu­dier­te er mensch­li­che Ana­to­mie, 1893 schrieb er sich an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te München ein.

Sei­ne künst­le­risch pro­duk­ti­ven Jah­re hat­te Erich Kuit­han, nach meh­re­ren Zwi­schen­sta­tio­nen in Rom und Berlin, in Je­na. Noch heu­te sind sei­ne Wer­ke in der Stadt prä­sent. Schier un­er­schöpf­lich schien sei­ne Pro­duk­ti­vi­tät in die­ser Zeit zu sein. Ab 1903 bau­te er die Zei­chen­schu­le auf, gab Kur­se in Zeich­nen, Mo­del­lie­ren und Ma­len. Er ent­warf das Lo­go von Zeiss, il­lus­trier­te Bü­cher beim Die­de­richs-Ver­lag und ar­bei­te­te für die Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Bur­gau.

Das Jena­er Volks­haus, nach dem Vor­bild des al­ten Leip­zi­ger Ge­wand­hau­ses vom Ar­chi­tek­ten Roß­mann er­baut, trägt heu­te noch die künst­le­ri­sche Hand­schrift Kuit­hans. Im al­ten Uni­ver­si­täts­ge­bäu­de fin­den sich ne­ben Wer­ken von Hod­ler und Hof­mann eben­falls noch Ar­bei­ten von ihm.

Die weit­ge­faß­te Ex­po­si­ti­on in der Kunst­samm­lung des Stadt­mu­se­ums zeigt den gro­ßen Span­nungs­bo­gen, in dem sich der Künst­ler Erich Kuit­han be­weg­te.

Lei­der hat­te er durch sei­nen frü­hen Tod nicht viel Zeit, sich auf ei­nen ein­heit­li­chen Mal­stil fest­zu­le­gen. Aber ge­nau das ist fas­zi­nie­rend. Er be­wegt sich zwi­schen Sym­bo­lis­mus, Ju­gend­stil und Ex­pres­sio­nis­mus. Sei­ne The­men sind oft­mals Al­le­go­ri­en und Frau­en­bild­nis­se.

Wo­bei letz­te­re Wer­ke im­mer et­was Un­schul­di­ges, Un­be­rühr­ba­res und Uner­reich­ba­res aus­strah­len. Oft­mals ist die Darstel­lung tran­szen­dent. Hier geht es nicht um Ero­tik, son­dern um die per­fek­te Schön­heit.

Sein Werk „Der Früh­ling“(1906) wirkt ro­man­tisch ver­klärt, un­rea­lis­tisch, eben traum­haft.Lei­der kann der gro­ße Be­stand der Ar­bei­ten von Erich Kuit­han in Je­na we­der gut prä­sen­tiert noch hin­rei­chend ge­schützt und ge­la­gert wer­den. Des­halb ist es nur fol­ge­rich­tig, dass Erik Ste­phan vom Mu­se­um ei­nen Hil­fe­ruf star­tet. Die „Mit­tags­stun­de“, um 1910 ent­stan­den, muss drin­gend re­stau­riert wer­den. Spen­den kön­nen un­ter: Kul­tur­stif­tung der Län­der, DE41 1007 0000 0076 1122 00, Ver­wen­dungs­zweck: „Kunst­samm­lung Je­na“er­bracht wer­den. Das Geld wird oh­ne Ab­zü­ge wei­ter­ge­lei­tet.

Wei­den­de Pfer­de:  von Erich Kuit­han in Öl ge­malt. Fo­to: Kunst­samm­lung

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