Die nächs­te Miet­erhö­hung ist kein April­scherz

Der  be­schlos­se­ne Miet­spie­gel dient als Grund für Preis­er­hö­hun­gen – Jena­woh­nen nennt Durch­schnitts­wert von , Pro­zent für al­le   Woh­nun­gen

Ostthüringer Zeitung (Jena) - - Jena Und Umgebung -

200 Eu­ro; zum 1. April 2015 wur­de dann um 20 Pro­zent er­höht. Be­mer­kens­wer­ter­wei­se hat der Ne­unge­schos­ser heu­te zwei Wohn­wert­punk­te we­ni­ger als bei der letz­ten Er­hö­hungs­run­de. Das hat et­was mit dem Kri­te­ri­en-Ka­ta­log zu tun, der mit dem neu­en Miet­spie­gel er­stellt wur­de.

Un­ter der auf dem Schrei­ben ge­nann­ten Te­le­fon­num­mer hat die Le­se­rin be­reits an­ge­ru­fen und be­kam dar­auf­hin um­fas­send die Ge­set­zes­la­ge er­läu­tert. Sie hat­te den Ein­druck, Jena­woh­nen kön­ne nicht an­ders, als die Mie­te zu er­hö­hen.

Ge­nau dies be­strei­tet der Jena­er Mie­ter­ver­ein. Dia­na Gelb­haar vom Mie­ter­bund Je­na sagt, dass kein Ver­mie­ter ge­zwun­gen sei, auf­grund des Miet­spie­gels die Mie­te zu er­hö­hen. Nach ih­rer Auf­fas­sung gibt es auf­grund der Mil­lio­nen-Ge­win­ne des Un­ter­neh­mens kei­ne wirt­schaft­li­che Not­wen­dig­keit, die Mie­te zu er­hö­hen. Grund­sätz­lich rät sie Mie­tern, bei Un­si­cher­heit Be­ra­tung in An­spruch zu neh­men und erst dann die bei­ge­füg­te Zu­stim­mungs­er­klä­rung zu un­ter­schrie­ben. Ak­zep­tiert der Mie­ter die Er­hö­hung, ha­be der Ver­mie­ter An­spruch auf ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung. Im letz­ten Jahr hat­te der Mie­ter­ver­ein die Initia­ti­ve „Fair Mie­ter“ge­star­tet, um ge­gen den Preis­an­stieg in Je­na ein Zei­chen zu set­zen.

Jena­woh­nen-Spre­cher Gun­nar Po­sch­mann weist dar­auf hin, dass Jena­woh­nen wirt­schaft­li­che Vor­ga­ben er­fül­len müs­se und zugleich den ge­setz­lich in Thü­rin­gen noch mög­li­chen Rah­men nicht aus­schöp­fe. Fäl­le, in de­nen um 20 Pro­zent in drei Jah­ren er­höht wer­de, sei­en in­zwi­schen die gro­ße Aus­nah­me, die al­len­falls bei sehr klei­nen Woh­nun­gen mit sehr nied­ri­ger Aus­gangs­mie­te ge­rech­net wer­den. Über­dies wies er auf die durch­schnitt­li­che Er­hö­hungs­quo­te für al­le 14 500-Jena­woh­nen-Woh­nun­gen hin, die­se lie­ge bei nur 1,5 Pro­zent. Und für al­le Mie­ter, die we­gen der Miet­erhö­hung in fi­nan­zi­el­le Be­dräng­nis ge­ra­ten, ge­be es bei Jena­woh­nen ein So­zi­al­ma­nage­ment, bei dem man an­fra­gen kön­ne.

Die Mie­te­rin aus der Bins­wan­ger­stra­ße weiß be­reits, was zu tun ist. Nach­dem sie nach der jüngs­ten Ren­ten­er­hö­hung aus der Wohn­geld-För­de­rung her­aus­ge­fal­len ist, könn­te es mit der hö­he­ren Mie­te ab 1. April wie­der klap­pen. Ver­mut­lich er­hält sie um die 18 Eu­ro als staat­li­che Leis­tung. Der Wohn­geld­be­scheid er­öff­net der Rent­nern zu­dem die Chan­ce, sich hin und wie­der ei­nen preis­er­mä­ßig­ten Fahr­schein beim Jena­er Nah­ver­kehr zu kau­fen. Da­für muss sie sich dann nur noch ei­ne Jenabo­nus-Kar­te bei der Stadt­ver­wal­tung als Nach­weis der so­zia­len Be­dürf­tig­keit be­sor­gen.

Fo­to: Tho­mas Bei­er

Ein Aus­zug aus dem Miet­erhö­hungs­schrei­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.