Ta­ge der Wahr­heit

Das Eis­schnell­lauf-De­sas­ter von  ist un­ver­ges­sen. Nicht nur Patrick Be­ckert will die nie­der­län­di­sche Do­mi­nanz bre­chen

Ostthüringer Zeitung (Jena) - - Olympia 2018 -

ins Ziel. Nur we­nig bes­ser schnitt beim Sieg der Nie­der­län­de­rin Jo­ri­en ter Mors (1:13,56) die In­zel­le­rin Ga­b­rie­le Hirsch­bich­ler (1:16,03) ab – Platz 15. Trotz­dem soll sich die Mi­se­re von Sot­schi nicht wie­der­ho­len. Die Ta­ge der Wahr­heit ste­hen nun be­vor.

Für zwei Ath­le­ten, den Er­fur­ter Patrick Be­ckert (27) und die Ber­li­ne­rin Clau­dia Pech­stein (45), wa­ren die ers­ten Ren­nen nur Auf­wärm­run­den für ih­re Lieb­lings­stre­cken. Am Don­ners­tag tritt Be­ckert über die 10 000 Me­ter an (12 Uhr), am Frei­tag Pech­stein über 5000 Me­ter (12 Uhr). Ein paar Ta­ge spä­ter sucht der Chem­nit­zer Ni­co Ih­le (32) sei­ne Chan­ce über 500 und 1000 Me­ter.

„Patrick muss ei­ne Me­dail­le ho­len, da­mit das Gan­ze hier in Schwung kommt. Auf den Zug will ich dann auf­sprin­gen“, sagt Ih­le. Al­le drei ge­wan­nen im Vor­jahr an glei­cher Stel­le WM-Me­dail­len, das macht Hoff­nung. Auch Bart­ko.

Sei­ne Po­dest­kan­di­da­ten pro­fi­tie­ren al­ler­dings nicht von Ve­rän­de­run­gen in­ner­halb der DESG. Ih­nen ge­nügt nicht, was der Ver­band ih­nen bie­tet. Des­halb ge­hen al­le drei ei­ge­ne We­ge. Mit dem von Bart­ko in­stal­lier­ten Bun­des­trai­ner Jan van Ve­en, ei­nem Hol­län­der, des­sen Ar­beit mit den Sport­lern in der zwei­ten Rei­he eher per­spek­ti­visch fruch­ten soll, ko­ope­rie­ren Be­ckert, Pech­stein und Ih­le nicht. Sie ha­ben sich selbst Trai­ner ge­sucht, zie­hen ei­ge­ne Pro­gram­me durch. Be­ckert und Ih­le nut­zen ih­re Brü­der als Trai­nings­part­ner, Pech­stein hat sich gleich ein gan­zes Män­ner­team zu­sam­men­ge­stellt. „Ich bin von mei­nem Trai­nings­pro­gramm über­zeugt, sonst hät­te ich die­sen Weg nicht ge­wählt“, sagt Be­ckert. Das stieß nicht auf Ge­gen­lie­be.

Als er sich ei­nem nie­der­län­di­schen Pri­vat­team an­schloss, muss­te er aus der För­de­rung der Bun­des­wehr aus­stei­gen. Als er ein Jahr spä­ter wie­der in Deutsch­land trai­nier­te, wur­de er zu­nächst nicht mehr in die För­de­rung auf­ge­nom­men, trotz gu­ter Leis­tun­gen. Das hat er noch im­mer nicht ver­wun­den: „Ich fand es sehr scha­de, bin aber froh, dass ich ge­zeigt ha­be, was trotz­dem mög­lich ist.“In der Olym­pia-Sai­son lenk­te der Ver­band schließ­lich ein, ge­währ­te die Rück­kehr in die Bun­des­wehr und er­öff­ne­te Be­ckert da­mit bes­se­re fi­nan­zi­el­le Be­din­gun­gen.

Welt­cup­plat­zie­run­gen we­cken Hoff­nung

Mit Po­dest­plät­zen in die­ser Sai­son be­stä­tig­te er sei­ne Au­to­no­mie er­neut, auch Ih­le und Pech­stein ge­hör­ten im Welt­cup zu den Bes­ten.

„Ich bin in der Form mei­nes Le­bens. Ich bin be­reit und zäh­le zu den Me­dail­len­kan­di­da­ten. Ich will mir den Traum von der olym­pi­schen Me­dail­le er­fül­len“, sagt der WM-Drit­te. Not­falls will er für sei­nen Traum über die „Kotz­gren­ze“ge­hen, sagt er in Er­war­tung der Schmer­zen auf der Stre­cke von 10 000 Me­tern.

Ei­nen Sieg der Nie­der­län­der über die­se Stre­cke wird Be­ckert kaum ver­hin­dern kön­nen. Doch er könn­te da­für sor­gen, dass die DESG nicht wei­ter dar­ben muss und sich Ro­bert Bart­kos Ge­müts­la­ge bes­sert..

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