Grü­ne stei­gen aus Sta­di­on­pro­jekt aus und for­dern Sa­nie­rung im Be­stand

Ver­zicht auf  Mil­lio­nen teu­res Vor­ha­ben wä­re auch im Sin­ne des FC und der Fans – Süd­kur­ve könn­te dann blei­ben

Ostthüringer Zeitung (Jena) - - Kultur & Freizeit -

größ­ten An­stren­gun­gen auf­brin­gen. Es dro­he Zah­lungs­un­fä­hig­keit mit ver­hee­ren­den Fol­gen für Club und Spiel­be­trieb. Das kön­ne nicht im Sin­ne der vie­len Fuß­ball­fans sein.

Statt­des­sen set­zen die Grü­nen auf ei­ne grund­haf­te Sa­nie­rung des Ernst-Ab­be-Sport­fel­des für Fuß­ball und Leicht­ath­le­tik. Da­für ge­be es be­reits ein Kon­zept, das nur ak­tua­li­siert wer­den müss­te. Ein Um­bau im Be­stand ver­brau­che we­ni­ger Res­sour­cen und er­hal­te auch die be­reits ge­tä­tig­ten In­ves­ti­tio­nen wie et­wa die Tart­an­bahn.

Nicht zu­letzt ma­chen die Grü­nen auch auf das der­zeit heiß dis­ku­tier­te The­ma auf­merk­sam. Die Süd­kur­ve, um die die Fans kämp­fen, wä­re bei ei­ner Sa­nie­rung im Be­stand kein The­ma mehr. Sie könn­te blei­ben.

Hin­ter­grund für die Ab­leh­nung durch die Grü­nen ist die der­zeit schwie­ri­ge Haus­halts­la­ge der Stadt. Es ge­be noch kei­nen ge­schlos­se­nen Dop­pel­haus­halt 2019/2020, sagt Marg­ret Franz. stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­che­fin. „Um ei­nen ge­neh­mi­gungs­fä­hi­gen Haus­halt vor­le­gen zu kön­nen, sol­len nach Pla­nung der Stadt­ver­wal­tung ab 2021 neue Schul­den ge­macht wer­den. Da­mit wür­de der Weg der Ent­schul­dung ver­las­sen. Es feh­len 47 Mil­lio­nen

Eu­ro in der mit­tel­fris­ti­gen Fi­nanz­pla­nung bis 2023. Die­ser Ent­wick­lung kön­nen wir nicht zu­stim­men“, be­tont Marg­ret Franz. Denn der da­mit ent­ste­hen­de Kon­so­li­die­rungs­druck ge­he zu Las­ten frei­wil­li­ger Leis­tun­gen der Stadt.

„Je­na muss wach­sen, aber den öko­lo­gi­schen und so­zia­len Her­aus­for­de­run­gen ge­wach­sen blei­ben“, meint Hei­ko Knopf. Zu­dem ver­wei­sen die Grü­nen dar­auf, dass man sich im Stadt­rat ei­gent­lich ge­ei­nigt ha­be, Je­na bis zum Jahr 2024 schul­den­frei zu ma­chen. Das sei auch der mehr­heit­li­che Wil­le der im Rah­men des Bür­ger­haus­hal­tes be­frag­ten Ein­woh­ner der Stadt. Ei­ne kla­re Mehr­heit un­ter den Bür­gern ha­be es zu­dem für den Bau ei­ner Schwimm­hal­le ge­ge­ben, so die Grü­nen. Es sei al­so wich­tig, auch da­für die fi­nan­zi­el­le Kraft zu be­hal­ten und die­sen Bür­ger­wunsch oh­ne Schul­den zu rea­li­sie­ren.

Mit ih­ren Aus­stieg aus dem Sta­di­on­pro­jekt be­ru­fen sich die Grü­nen, die sich nicht mehr an Ko­ali­ti­ons­dis­zi­plin ge­bun­den füh­len, auch auf die Kri­tik von Bür­gern, die sich nach An­sicht von Hei­ko Knopf zu Recht fra­gen, ob ein Sta­di­on mit gu­ten Be­din­gun­gen für Spie­ler und Fans wirk­lich so teu­er wer­den müs­se.

Bei den an­de­ren Par­tei­en im Stadt­rat wur­de der Vor­stoß der Grü­nen mit Zu­rück­hal­tung auf­ge­nom­men. CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Gun­tram Woth­ly kün­dig­te an, bei dem Sta­di­on­pro­jekt blei­ben zu wol­len. Wei­te­re fi­nan­zi­el­le Be­las­tun­gen dürf­te es aber nicht für die Stadt ge­ben. Au­ßer­dem sei auch das Land Thü­rin­gen wei­ter in der Pflicht. Ein Ab­rü­cken vom Sta­di­on­pro­jekt wür­de die Po­li­tik nach ei­nem solch bis­her lang zu­rück­ge­leg­ten Weg un­glaub­wür­dig ma­chen. Und auch SPD-Stadt­rat Vol­ker Blu­men­tritt will von ei­nem Ver­zicht aufs neue Sta­di­on nichts wis­sen. Als treu­er Sta­di­on­be­su­cher seit 1959 hofft er, nun end­lich noch ein neu­es Sta­di­on er­le­ben zu dür­fen.

Marg­ret Franz, Wolf­gang Volk­mer und Hei­ko Knopf (von rechts) ver­kün­den das En­de der Un­ter­stüt­zung der Grü­nen für den Neu­bau des Sta­di­ons. Fo­tos: Micha­el Groß, Ti­no Zip­pel

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