Ge­richts­ver­fah­ren für Land­tags­ba­by un­nö­tig

Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) - - Thüringen -

Zum Bei­trag „Land­tags­ba­by wird Fall für Ge­richt“(OTZ, 11.9.2018).

Zum ei­nen ha­ben wir ei­nen Land­tags­prä­si­dent, und er ent­schei­det, wie die Sit­zun­gen im Land­tag ab­lau­fen – oh­ne Wenn und Aber, sonst könn­te ja je­der ma­chen, was er will. Zum an­de­ren, „was dem ei­nen recht, ist dem an­de­ren bil­lig“. Soll­ten die Ab­ge­ord­ne­ten ih­re Neu­ge­bo­re­nen mit in den Plenar­saal brin­gen, und dies wür­de auch noch vom Ver­fas­sungs­ge­richt ge­stützt, könn­te ja je­de Mut­ter mit ih­rem Neu­ge­bo­re­nen zur Ar­beit ge­hen. Ab­ge­ord­ne­ter ist ein Voll­zeit-Job, und die Auf­merk­sam­keit der Ab­ge­ord­ne­ten soll­te nicht durch ein neu­ge­bo­re­nes Kind be­ein­träch­tigt wer­den. Der Nor­mal­bür­ger denkt, hier wer­den „mei­ne Steu­er­gel­der“durch die­ses Ge­richts­ver­fah­ren ver­schwen­det, an­statt sich die Ge­rich­te um die Aus­rei­se­pflich­ti­gen küm­mern. So darf man Po­li­tik nicht ma­chen. (ge­kürzt) Frank Lüt­zen­berg, Pos­ter­stein und im­mer mehr wer­den­de Be­lü­gen der Um­welt, der ei­ge­nen Fa­mi­lie sind die Fol­ge da­von. Zu­rück blei­ben El­tern, Groß­el­tern und Ver­wand­te so­wie ech­te Freun­de, die trau­rig zu­schau­en müs­sen, wie sich ei­ne jun­ge Per­sön­lich­keit, der so viel Lie­be und Für­sor­ge ge­ge­ben wur­de, zur ego­is­tisch den­ken­den und dar­auf han­deln­den Per­sön­lich­keit ver­än­dert.

Wäh­rend mei­ner Tä­tig­keit bei Bil­dungs­trä­gern, wo man ver­sucht, pro­blem­be­haf­te­ten Ju­gend­li­chen und auch Erwachsenen trotz­dem ei­ne Zu­kunfts­chan­ce zu ge­ben, lern­te ich so man­che trau­ri­ge und hilf­lo­se El­tern im Ge­spräch ken­nen. Ei­gent­lich fin­de ich es trau­rig, dass der Ver­harm­lo­sung von Ein­stiegs­dro­gen ei­ne Platt­form ge­ge­ben wird. (ge­kürzt)

Ha­rald Saul, Ge­ra

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