Erst bunt und dann läs­tig

Der Herbst ist da, und wie je­des Jahr stellt sich die Fra­ge, wo ei­gent­lich das an­fal­len­de Laub hin soll

Ostthüringer Zeitung (Rudolstadt) - - Trotz - Von Mar­tin Haus­wald

Ru­dol­stadt. Im Au­gen­blick zeigt sich der Herbst von sei­ner bes­ten Sei­te. Strah­len­der Son­nen­schein, an­ge­neh­me 20 Grad Cel­si­us Au­ßen­tem­pe­ra­tur, und auch op­tisch ent­wi­ckelt sich lang­sam das, wo­für die Jah­res­zeit be­kannt ist. All­mäh­lich fär­ben sich die Blät­ter an den Bäu­men gelb und rot. Was zum Be­ginn des Herbs­tes noch ein schö­ner An­blick ist, ent­wi­ckelt sich aber wie je­des Jahr spä­tes­tens in ein paar Wo­chen zu ei­nem Pro­blem.

Denn bei der Far­ben­pracht wird es nicht blei­ben. Die Blät­ter fal­len. Und spä­tes­tens ab dem Zeit­punkt, wenn un­ter den ei­ge­nen Fü­ßen nur noch das Ra­scheln der Blät­ter und nicht mehr das Krat­zen des As­phalts zu ver­neh­men ist, stellt sich die Fra­ge: Was tun mit der ver­lo­re­nen Blät­ter­pracht?

Auch in der Ru­dol­städ­ter Stadt­ver­wal­tung hat man sich mit der Fra­ge be­reits be­schäf­tigt. „All­jähr­lich im Herbst be­wegt Ein­woh­ner im Stadt­ge­biet die Fra­ge, wie mit dem her­ab­ge­fal­le­nen Laub von Bäu­men, die im öf­fent­li­chen Raum vor ih­ren Grund­stü­cken, an Stra­ßen, Geh­we­gen und Grün­strei­fen ste­hen, zu ver­fah­ren ist“, fasst Stadt­spre­cher Frank Micha­el Wa­gner ge­gen­über un­se­rer Zei­tung die all­jähr­li­che Pro­ble­ma­tik zu­sam­men. Auf wei­te­re Nach­fra­ge heißt es aus dem Rat­haus, dass auch wäh­rend der Herbst­zeit die Stra­ßen­rei­ni­gungs­sat­zung der Stadt Ru­dol­stadt ih­re Gül­tig­keit be­hält. Hier ist für Pri­vat­per­so­nen vor al­lem der Pa­ra­graf 1 zu be­rück­sich­ti­gen. Dort heißt es: „Die Ver­pflich­tung zur Rei­ni­gung der dem öf­fent­li­chen Ver­kehr ge­wid­me­ten Stra­ßen, We­ge und Plät­ze wird (...) auf die Ei­gen­tü­mer und Be­sit­zer der durch öf­fent­li­che Stra­ßen er­schlos­se­nen, be­bau­ten und un­be­bau­ten Grund­stü­cke über­tra­gen.“Das be­deu­tet, Haus­ei­gen­tü­mer oder Mie­ter sind da­zu ver­pflich­tet, die Rei­ni­gung selbst zu über­neh­men. Und das gel­te auch für die Be­sei­ti­gung des an­fal­len­den Herbst­lau­bes.

Bür­ger ha­ben ei­ne Rei­ni­gungs­pflicht Stadt bie­tet Lau­b­ab­ho­lung an

Das gel­te für al­le Stra­ßen, die nicht zum Teil der öf­fent­li­chen Stra­ßen­rei­ni­gung ge­hö­ren, wie et­wa die Blan­ken­bur­ger Stra­ße oder Schwarz­bur­ger Chaus­see. Da­bei gilt für Pri­vat­per­so­nen, dass der Geh­weg in „vol­ler Brei­te zu rei­ni­gen“sei. Zu­dem weist die Rei­ni­gungs­sat­zung auch auf die be­trof­fe­ne Flä­chen hin: „Die zu rei­ni­gen­de Flä­che er­streckt sich vom Grund­stück aus in der Brei­te(...) bis zur Mit­te der Stra­ße.“

Dar­über hin­aus weist die Stadt auch auf den Um­gang mit dem an­fal­len­den Laub hin. So ist be­reits seit An­fang 2016 das Ver­bren­nen von Gar­ten­ab­fäl­len in Thü­rin­gen un­ter­sagt. Da­mit hat die Stadt kei­ne Mög­lich­keit mehr, so­ge­nann­te „Brenn­ta­ge“für Laub und an­de­re Gar­ten­ab­fäl­le zu ge­neh­mi­gen.

Das an­fal­len­de Laub kann auf der zen­tra­len Grün­schnitt­de­po­nie des Zweck­ver­ban­des Ab­fall­wirt­schaft Saa­le-Or­la (Za­so) in Cat­ha­ri­n­au ab­ge­ge­ben wer­den. Al­ler­dings bie­tet die Stadt­ver­wal­tung wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch wie­der ei­nen Ab­hol­ser­vice für Laub an.

„ Im Bür­ger­ser­vice kön­nen be­trof­fe­ne Ei­gen­tü­mer be­zie­hungs­wei­se An­woh­ner so­ge­nann­te ‚Blaue Sä­cke‘ in be­grenz­ter Stück­zahl er­hal­ten, in die das zu­sam­men­ge­kehr­te Laub zu fül­len ist“, teilt Wa­gner un­se­rer Zei­tung mit.

Bei ent­spre­chend an­ge­ge­be­ner Adres­se, wo die Sä­cke dann am Stra­ßen­rand ab­ge­stellt sind, wür­den sie von den Mit­ar­bei­tern des städ­ti­schen Bau­hofs ab­ge­holt, er­klärt der Stadt­spre­cher ab­schlie­ßend.

Auch in Ru­dol­stadt ent­le­di­gen sich die Bäu­me so lang­sam ih­res Laub­be­stan­des. Das heißt für die Bür­ger, sie müs­sen wie­der selbst an­pa­cken, um die Blät­ter los zu wer­den.Fo­to: Mar­tin Haus­wald

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