Agrar­ge­sell­schaft Frös­sen in­ves­tiert

Bis Früh­jahr  ent­steht bei Frös­sen ei­ne An­la­ge mit au­to­ma­ti­schem Melksys­tem. Ent­las­tung für Tier und Mit­ar­bei­ter.

Ostthüringer Zeitung (Schleiz) - - Erste Seite - Von So­phie Fili­pi­ak

Frös­sen. Bis Früh­jahr 2019 ent­steht na­he Frös­sen ei­ne An­la­ge mit au­to­ma­ti­schem Melksys­tem. Rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro soll sie kos­ten. Ent­las­tung für die Mit­ar­bei­ter gibt es durch 13 Melk­ro­bo­ter.

Frös­sen. Von all dem Tru­bel drau­ßen be­kom­men die Kü­he in ih­rem Stall kaum et­was mit. Ent­we­der fres­sen sie, lie­gen ge­müt­lich auf ih­rem Stroh oder schub­bern sich an den über­di­men­sio­na­len Bürs­ten. Wäh­rend­des­sen wird ne­ben dem Ge­bäu­de ge­bohrt, ge­fräst und mit schwe­rem Ge­rät han­tiert. Denn in den kom­men­den Mo­na­ten soll auf dem Ge­län­de der Agrar-MilchMast GmbH in Frös­sen ei­ne neue Mel­kan­la­ge ent­ste­hen – und zwar ei­ne voll­au­to­ma­ti­sche.

„Wir wol­len neue Ar­beits­ver­hält­nis­se schaf­fen“, er­klärt Ge­schäfts­füh­rer Hart­mut Temm­ler. Denn die Mel­ke­rin­nen wer­den durch ih­re Ar­beit sehr ein­sei­tig im Schul­ter­be­reich be­las­tet. Noch wer­den die 500 Milch­kü­he in der al­ten An­la­ge ge­mol­ken. Sei­te an Sei­te ste­hen sie da, wäh­rend die Mit­ar­bei­ter per Hand die Melk­ma­schi­nen an die Eu­ter an­le­gen.

Das soll aber schon im Früh­jahr des kom­men­den Jah­res an­ders wer­den. In der neu­en An­la­ge, die 20 mal 20 Me­ter groß ist, lau­fen die Kü­he in ei­nen Halb­kreis hin­ter­ein­an­der ein. Dann über­neh­men 13 Melk­ro­bo­ter die schwe­re Ar­beit.

Das be­nö­tigt aber auch ein we­nig Mit­ar­beit von Sei­ten der Vier­bei­ner. „Si­cher­lich müs­sen wir ein we­nig mit den Kü­hen üben, da­mit sie vom Stall in die neue An­la­ge lau­fen“, so Hart­mut Temm­ler. „Aber mit viel Fut­ter und gu­tem Zu­spruch wer­den sie das schon hin­be­kom­men.“

Rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro kos­tet die neue An­la­ge. „Wir wol­len in die Zu­kunft in­ves­tie­ren“, sagt Hart­mut Temm­ler. Und die Zu­kunft der Agrar­ge­sell­schaft hängt da­von ab, ob das Un­ter­neh­men jun­ge Mit­ar­bei­ter für sich ge­win­nen kann. Durch die au­to­ma­ti­sche Mel­kan­la­ge soll der Ar­beits­auf­wand mi­ni­miert wer­den. Zu­dem sol­len die An­ge­stell­ten ih­re Ar­beits­zei­ten künf­tig fle­xi­bler ge­stal­ten kön­nen. „Wir su­chen nach jun­gen Leu­ten, die gern mit Tie­ren ar­bei­ten, aber auch mit Com­pu­tern“, so der Ge­schäfts­füh­rer.

25 Ar­bei­ter sind bei der AgrarMilch-Mast GmbH in Frös­sen be­schäf­tigt. Sie küm­mern sich um die 500 Milch­kü­he, da­zu kom­men noch die Käl­ber und die Bul­len, die in der An­la­ge in Pot­ti­ga ge­mäs­tet wer­den. Das Un­ter­neh­men setzt auf Lauf­stall­hal­tung. Auch 500 Mut­ter­scha­fe nennt die Agrar­ge­sell­schaft ihr Ei­gen. „Die wer­den vor al­lem zu Land­schaft­pfle­ge und -schutz ein­ge­setzt“, er­läu­tert Hart­mut Temm­ler. 1100 bis 1200 Li­ter Milch pro Tag lie­fert das Un­ter­neh­men – in Qua­li­täts­klas­se S, der höchs­ten Ein­stu­fung. Seit sechs Jah­ren kreuzt die Ge­sell­schaft Hol­stein­fleck­vieh mit Milch­fleck­vieh. „Wir er­hal­ten so ei­ne ro­bus­te Ras­se“, so Hart­mut Temm­ler. Sie sind lang­le­big, sechs Jah­re wer­den die Kü­he im Durch­schnitt alt.

Die Agrar-Milch-Mast GmbH wur­de am 23. De­zem­ber 1991 ge­grün­det. 2007 wur­de ei­ne Bio­gas­an­la­ge in Frös­sen zur Ein­spei­sung von Strom und Nut­zung der Ab­wär­me ge­baut. Die Gär­res­te wer­den se­pa­riert. So ent­steht ein na­tür­li­cher Dün­ger, der auf den Wie­sen und Fel­dern zum Ein­satz kommt.

Die An­la­ge wur­de vier Jah­re spä­ter mit ei­ner Wär­me­tras­se er­wei­tert, so dass auch pri­va­te und ge­werb­li­che Nut­zer da­von pro­fi­tie­ren. Die Ge­sell­schaft be­wirt­schaf­tet Flä­chen un­ter an­de­rem in Lang­grün, Bl­in­ten­dorf, Bir­ken­hü­gel, Blan­ken­berg, Sparn­berg und Pot­ti­ga.

Ei­nen Blick auf die neue Mel­kan­la­ge kön­nen Be­su­cher an ei­nem Feld­tag wer­fen, denn die Agrar­ge­sell­schaft im Som­mer aus­rich­tet.

„Wir in­ves­tie­ren in die Zu­kunft. Da­zu ge­hört, jun­ge Men­schen zu mo­ti­vie­ren, bei uns zu ar­bei­ten. “ Hart­mut Temm­ler, Ge­schäfts­füh­rer

Ei­ne voll­au­to­ma­ti­sche Mel­kan­la­ge ent­steht der­zeit in Frös­sen (Bild oben). In der al­ten Mel­kan­la­ge wird der Schul­ter­be­reich der Mit­ar­bei­ter beim An­le­gen der Melk­ma­schi­nen zu stark be­an­sprucht. Fotos (): So­phie Fili­pi­ak

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.