Um­strit­te­ner sach­kun­di­ger Bür­ger bleibt

Stadt­rat Le­hes­ten ent­schei­det sich knapp ge­gen die Ab­be­ru­fung von Dirk Ber­g­ner. Neue Stra­ßen­be­leuch­tung für die „Sied­lung“kommt .

Ostthüringer Zeitung (Schleiz) - - Oberland - Von Ro­bin Kras­ka

Le­hes­ten. Es war ei­ne Patt­si­tua­ti­on für Stadt­rat Re­ne St­ein­bach (FW-UBL): Der ers­te Bei­ge­ord­ne­te der Stadt Le­hes­ten brach­te zur Stadt­rats­sit­zung am Don­ner­stabend ge­mein­sam mit Rats­mit­glied And­re Hop­fe (BI) ei­nen An­trag auf Ab­be­ru­fung des in den Stadt­rat als sach­kun­di­gen Bür­ger be­ru­fe­ne­nen Dirk Ber­g­ner ein. Sei­ne Be­grün­dung: Das Ver­trau­en­ver­hält­nis zwi­schen Stadt­rat und Bür­ger sei dau­er­haft zer­stört, es ha­be kei­ne kon­struk­ti­ve Mit­ar­beit statt­ge­fun­den. Viel­mehr sei sie ein­sei­tig de­struk­tiv ge­we­sen. Und so­gar straf­recht­lich re­le­vant. Doch mit drei Da­für- und drei Ge­gen­stim­men oh­ne Mehr­heit gilt der An­trag als ab­ge­lehnt. „Ich ver­ste­he es nicht so Recht“, sagt Re­ne St­ein­bach am Frei­tag ge­gen­über OTZ. „Selbst Stadt­rats­kol­le­gen, die ih­rer­seits schon öf­ters gro­ße Pro­ble­me mit Herrn Ber­g­ner hat­ten, stimm­ten da­ge­gen.“St­ein­bach zu­fol­ge ha­be Ber­g­ner wie­der­holt „per­sön­li­che Be­find­lich­kei­ten“und „An­fein­dun­gen“in den Rat ein­ge­bracht, üb­le Nach­re­den und Ver­leum­dun­gen ge­tä­tigt, Per­so­nen und Ver­ei­ne de­nun­ziert so­wie ihn und Bür­ger­meis­ter Re­né Bre­dow (BI) der Lü­ge be­zich­tigt be­zie­hungs­wei­se „un­ter­schwel­lig zum Rück­tritt auf­ge­for­dert.“St­ein­bach ha­be da­her nun Straf­an­zei­ge ge­gen Ber­g­ner er­stat­tet, ei­ne pri­va­te Un­ter­las­sungs­kla­ge sei mo­men­tan im Gan­ge.

Dirk Ber­g­ner selbst, der St­ein­bachs Ein­las­sung im Zu­hör­er­be­reich ver­folg­te und die Sit­zung hier­nach rasch ver­ließ, war am Fol­ge­tag für ei­ne Darstel­lung sei­ner Sicht der Din­ge nicht zu er­rei­chen. Wie üb­lich zum Jah­res­en­de er­stat­te­te Ste­fan Horl­beck als Ge­schäfts­füh­rer der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Bad Lo­ben­stein (Wbg) mit den drei Ge­sell­schaf­ter­kom­mu­nen Bad Lo­ben­stein, Wurz­bach und Le­hes­ten, Be­richt für 2017. Dem­nach sei­en in 2017 ins­ge­samt 2.718.000 Eu­ro Miet­erträ­ge zu ver­zeich­nen ge­we­sen, 116.000 Eu­ro mehr, als ge­plant. Trotz ei­nem an­hal­tend ne­ga­ti­ven Sal­do aus Ge­bur­ten und Ster­be­fäl­len, Weg­zü­gen und ein­her­ge­hen­dem Mie­ter­schwund, sei die­ser Pos­ten ge­gen­über dem Durst­jahr 2015 seit 2016 leicht im Stei­gen be­grif­fen, im Ver­gleich zu 2007 aber den­noch um 12 Pro­zent ge­sun­ken. „Auch un­ser Leer­stand in Le­hes­ten hat sich ab­ge­mil­dert“, so Horl­beck. Kom­plett leer stün­den nach wie vor die bei­den Wohn­blö­cke in der Leu­ten­ber­ger Stra­ße (Nr. 9//11 und 13), die in­zwi­schen kom­plett leer­ge­zo­gen und nicht mehr am Markt sind. Die Ent­schei­dung über ih­re Zu­kunft – Sa­nie­rung oder Auf­ga­be – ste­he noch aus. In an­de­ren Ob­jek­ten wä­ren da­ge­gen nur sehr ver­ein­zelt Wohn­ein­hei­ten mie­ter­los. In­ves­tiert wur­den Wbg-weit 795.000 Eu­ro, größ­ter Pos­ten im Le­hes­te­ner Be­stand sind mit knapp 60.000 Eu­ro die Sa­nie­run­gen im Bir­ken­weg ge­we­sen, wo Fens­ter, Tü­ren und Haus­flu­re er­neu­ert wur­den. Be­schlos­sen hat der Rat un­ter an­de­rem die An­schaf­fung vier neu­er Schutz­mas­ken für Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr im Wert von rund 11.000 Eu­ro. Sie er­set­zen ver­al­te­te Vor­gän­ger­mo­del­le, von de­nen be­reits 2014 vier Stück er­setzt wor­den wa­ren.

Auch für ei­ne neue Sra­ßen­be­leuch­tung ste­hen die Zei­chen güns­tig: Im Zu­ge von Ver­sor­gungs­ar­bei­ten der Thü­rin­ger Ener­gie­net­ze (TEN) 2019 soll die „Sied­lung“neue La­ter­nen er­hal­ten. „Wenn der Geh­weg ein­mal of­fen ist, bie­tet sich das ja an“, so Re­né Bre­dow über die Sy­ner­gie. Vor­teil: Man kön­ne die Kos­ten für se­pa­ra­te Tief­bau­ar­bei­ten spa­ren. „Die jet­zi­gen Lam­pen sind ver­al­tet und feh­ler­an­fäl­lig. „Ge­ra­de in der Neu­stadt gibt es vie­le Aus­set­zer.“

Ent­schei­dung zu lee­ren Blö­cken steht noch aus

Das Rat­haus in Le­hes­ten. Archivfoto: Ulf Ra­th­ge­ber

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