Bür­ger für Sch­m­ölln sa­gen Nein

Wäh­ler­ver­ei­ni­gung lehnt Haus­halts­ent­wurf  nach zwei­ter Le­sung ab. Frak­ti­ons­chef spricht von un­se­riö­ser Pla­ne­rei.

Ostthüringer Zeitung (Schmölln) - - Erste Seite - Von Ja­na Bo­rath Fo­to: Ja­na Bo­rath

Sch­m­ölln. Die Bür­ger für Sch­m­ölln (BfS) wer­den dem Haus­halts­ent­wurf 2019 der Stadt Sch­m­ölln nicht zu­stim­men. Dies stand nach der zwei­ten Le­sung des Etats am Don­ners­tag­abend in der Stadt­rats­sit­zung für die Wäh­ler­ver­ei­ni­gung fest. „Die­se Pla­ne­rei kommt mir nicht be­son­ders se­ri­ös vor“, warf BfS-Frak­ti­ons­chef Jür­gen Kel­ler der Ver­wal­tung und ins­be­son­de­re Käm­me­rin Su­san Bier­ei­gel vor.

Sch­m­ölln. Die Bür­ger für Sch­m­ölln (BfS) wer­den dem Haus­halts­ent­wurf 2019 der Stadt Sch­m­ölln nicht zu­stim­men. Dies stand nach der zwei­ten Le­sung des Etats am Don­ners­tag­abend für die Wäh­ler­ver­ei­ni­gung fest. „Die­se Pla­ne­rei kommt mir nicht be­son­ders se­ri­ös vor“, warf BfS-Frak­ti­ons­chef Jür­gen Kel­ler der Ver­wal­tung und ins­be­son­de­re Käm­me­rin Su­san Bier­ei­gel vor. An­lass da­für war bei­spiels­wei­se die Tat­sa­che, dass die Lü­cke im Ver­wal­tungs­haus­halt von 691.600 Eu­ro, die noch bei der ers­ten Be­ra­tung des Pa­piers En­de Ok­to­ber klaff­te, kurz dar­auf ge­schlos­sen wer­den konn­te. Der Ent­wurf ist in die­sem Be­reich mit rund 23,2 Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­gli­chen. Die Käm­me­rin er­klär­te dies mit ih­rer eher kon­ser­va­ti­ven Pla­nung des Ent­wur­fes. „Vor al­lem des­halb, weil ich uns al­len die Ge­fahr ei­ner Haus­halts­sper­re er­spa­ren möch­te.“Und sie füg­te hin­zu: „Wenn es der Stadt­rat wünscht, pla­ne ich künf­tig for­scher.“

Kel­ler er­klär­te, dass er von der Ten­denz der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re spricht. Im­mer se­he es erst nicht so ro­sig aus, der Stadt­rat wür­de zum Spa­ren an­ge­hal­ten und am En­de kön­ne man viel mehr Geld als ge­plant in die Rück­la­ge ste­cken. Da­bei, so Kel­ler wei­ter, ge­be es ge­nü­gend Aus­ga­be­mög­lich­kei­ten in der Stadt: „Ich den­ke da bloß an un­se­re Sport­stät­ten.“

Vol­ker Si­mon (par­tei­los, SPDFrak­ti­on) in­des zeig­te sich am Don­ners­tag­abend er­freut, dass sich die Haus­halts­la­ge der Stadt auch 2019 als po­si­tiv be­wer­tet wer­den kön­ne. „Ich kann dar­an nichts kri­tik­wür­di­ges fin­den, wenn wir un­se­re Rück­la­ge fül­len kön­nen.“

Ein wei­te­rer Grund für die BfS, dem Haus­halt 2019 nicht zu­zu­stim­men, sind die Kos­ten, die die Ein­glie­de­rung von Nöb­de­nitz, Alt­kir­chen, Wil­den­bör­ten, Lump­zig und Dro­gen mit sich brin­gen. Ganz ak­tu­ell leg­te Su­san Bier­ei­gel dem Stadt­rat am Don­ners­tag ein Pa­pier vor, was noch of­fe­ne Maßnahmen der Ge­mein­de Nöb­de­nitz an­geht, die im Sch­m­öll­ner Ver­mö­gens­haus­halt 2019 Be­ach­tung fin­den müs­sen. Der weist mit 6,8 Mil­lio­nen Eu­ro in den Ein­nah­men und 8,2 Mil­lio­nen Eu­ro in den Aus­ga­ben nach wie vor ein Loch von knapp 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro auf. Für Nöb­de­nitz ste­hen noch of­fe­ne Kos­ten an: 56.800 Eu­ro für den Geh­weg­bau am Rau­de­nit­zer Berg so­wie 22.400 Eu­ro für den Aus­bau der Geh­we­ge in Unt­schen. Die Schluss­rech­nun­gen da­für lä­gen noch nicht vor, wes­halb die Stadt Sch­m­ölln als Rechts­nach­fol­ger der Ge­mein­de Nöb­de­nitz für bei­de Sum­men ein­ste­hen müs­se. „Es geht dar­um, die­se Gel­der in un­se­rem Ver­mö­gens­plan mit zu ver­an­kern, da­mit wir die Rech­nun­gen be­zah­len kön­nen“, er­läu­ter­te Bier­ei­gel. Wei­te­re of­fe­ne Pro­jek­te gä­be es ak­tu­ell nicht. Die Sch­m­öll­ner Käm­me­rei hat­te die Ge­mein­den ab­ge­fragt.

Jür­gen Kel­ler: „Uns fehlt der Über­blick über die Aus­ga­ben, die auf uns zu­kom­men. Das ist der Grund, wes­halb die Bür­ger für Sch­m­ölln dem Etat nicht zu­stim­men wer­den.“

Auch Mat­thi­as Jäh­ler (par­tei­los, CDU-Frak­ti­on) sah die­sen Punkt am Don­ners­tag­abend kri­tisch. „Es ist nicht schön, aber wir müs­sen da­für ein­ste­hen“, sagt er und frag­te, ob denn al­le an­de­re In­for­ma­tio­nen für den Ver­mö­gens­haus­halt voll­stän­dig sei­en. Was die künf­ti­gen Orts­tei­le Sch­m­öllns be­trifft ja, so Su­san Bier­ei­gel. Nicht im Ver­mö­gens­plan ein­ge­rech­net sind in­des der Ki­ta-Neu­bau, da dies ab­hän­gig von der Trä­ger­ent­schei­dung ist. Auch der In­ves­ti­ti­ons­zu­schuss an die Stadt­wer­ke Sch­m­ölln für das Sport- und Frei­zeit­bad Ta­ta­mi steht noch nicht fest. Letz­te­rer Punkt ist laut Bier­ei­gel nach­trags­haus­halts­re­le­vant. Klar ist in­des, dass die Stadt Sch­m­ölln 2019 ei­nen Nach­trags­haus­halt ver­ab­schie­den muss, um bei­spiels­wei­se die fünf Haus­halts­plä­ne der Ein­glie­de­rungs­ge­mein­den mit dem Sch­m­öll­ner Etat zu­sam­men­zu­füh­ren. Auch ist die so ge­nann­te Hoch­zeits­prä­mie in Hö­he von zwei Mil­lio­nen Eu­ro, die der Frei­staat für die­se Ver­schmel­zung der Kom­mu­nen zahlt, noch nicht ein­ge­rech­net.

Für die CDU-Frak­ti­on be­an­trag­te Mat­thi­as Jäh­ler am Don­ners­tag, 30.000 bis 50.000 Eu­ro für Ro­dun­gen und Erst­pflan­zun­gen in Sch­m­ölln für 2019 ein­zu­pla­nen. Als Be­grün­dung füh­ren die Christ­de­mo­kra­ten das au­ßer­ge­wöhn­lich tro­cke­ne Jahr 2018 an. Nach kur­zer De­bat­te dar­über konn­te der An­trag prä­zi­siert wer­den. Ver­an­kert wer­den sol­len vor­erst 30.000 Eu­ro, auch si­gna­li­sier­ten meh­re­re Ab­ge­ord­ne­te, man sol­le ana­ly­sie­ren, was an Ro­dung und Er­stan­pflan­zung nö­tig sei. „Hier ist das Fach­amt ge­fragt“, so Lutz Land­graf (BfS). Die Fra­ge von Su­san Bier­ei­gel, wie die Ge­gen­fi­nan­zie­rung die­ser 30.000 Eu­ro aus­sieht, ließ die CDU-Frak­ti­on un­be­ant­wor­tet.

Der Etat­ent­wurf wird jetzt wei­ter ak­tua­li­siert und soll am

3. De­zem­ber in den Haupt­aus­schuss des Stadt­ra­tes. Am

13. De­zem­ber fin­det die nächs­te Stadt­rats­sit­zung statt. Geht es nach der Ver­wal­tung, soll der Etat dann ver­ab­schie­det wer­den.

Of­fe­ne Maßnahmen in Nöb­de­nitz

Geld für Ro­dun­gen und Erst­pflan­zun­gen

Für den Geh­weg­bau am Rau­de­nit­zer Berg und in Unt­schen ste­hen noch die Schluss­rech­nun­gen aus.

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