An­sturm auf die ro­te Ro­se

In ih­rem Stadt­ro­da­er Blu­men­ge­schäft hat­te Hei­ke He­rold ges­tern al­le Hän­de voll zu tun

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Erste Seite - Von Jens Hen­ning

Stadt­ro­da. Im Stadt­ro­da­er Blu­men­ge­schäft hat­te In­ha­be­rin Hei­ke He­rold ges­tern al­le Hän­de voll zu tun. Schließ­lich war Va­len­tins­tag und vor al­lem vie­le Män­ner woll­ten ih­rer Liebs­ten ei­ne Freu­de be­rei­ten.

Stadt­ro­da. Die Nach­fra­ge war ges­tern im­mens. Sie reich­te vom Kauf ei­ner ein­zel­nen Ro­se, über sie­ben ro­te Ro­sen bis hin zu ei­nem Strauß mit 15 ro­ten Ro­sen.

Im Blu­men­ge­schäft von Hei­ke He­rold in Stadt­ro­da spür­te man den be­son­de­ren Tag, den 14. Fe­bru­ar, den Va­len­tins­tag.

Vor al­lem Män­ner ka­men in den La­den, um ih­rer Liebs­ten ein Ge­schenk zu ma­chen. „Die meis­ten Män­ner kom­men mit sehr ge­nau­en Vor­stel­lun­gen zu uns. Sie sa­gen oft, was die Blu­men oder der Blu­men­strauß kos­ten soll. Und dann soll es na­tür­lich sehr schnell ge­hen. Das ist ty­pisch Mann. Die weib­li­che Kund­schaft ist da schon et­was ent­spann­ter, wenn sie das Ge­schäft be­tritt. Vie­le schau­en erst, las­sen sich be­ra­ten, ehe sie kau­fen“, sag­te He­rold. Die jet­zi­ge Form des Va­len­tins­ta­ges stammt aus Ame­ri­ka. Die Idee, aus­ge­rech­net an die­sem Tag ei­ne Freu­de zu ma­chen mit ei­nem Gruß, ei­ner Bot­schaft, ei­ner Pra­li­ne oder mit Blu­men, ist längst nach Deutsch­land über­ge­schwappt.

Der Tag wird vor al­lem von der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on an­ge­nom­men. „Die Leu­te ab sech­zig und äl­ter ha­ben mit dem Va­len­tins­tag kaum was am Hut. Sie be­sin­nen sich lie­ber auf die her­kömm­li­chen Fei­er­ta­ge, wie den In­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag am 8. März oder den Mut­ter­tag am 13. Mai“, sag­te die Blu­men-Fach­frau.

Was Jahr für Jahr bei den He­rolds zu­nimmt, ist der Trend, Blu­men zu be­stel­len und aus­lie­fern zu las­sen an ei­ne Adres­se XY. „Ich fah­re heu­te noch nach Meu­se­bach, nach Boll­berg und zu ei­ner Adres­se in Stadt­ro­da. Am Vor­mit­tag war ich schon un­ter­wegs. Den al­ler­ers­ten Strauß ha­be ich kurz nach acht Uhr zu ei­ner Kun­din ge­bracht. Ihr Mann ar­bei­tet au­ßer­halb. Er woll­te sei­ne Frau über­ra­schen. Ich den­ke, die­se Über­ra­schung kam rich­tig gut an. Sie hat­te ins­ge­heim da­mit ge­rech­net, aber nicht zu ei­ner solch frü­hen Uhr­zeit. Da hat sie dann den ge­sam­ten Tag über, wenn sie auf Ar­beit ist, ih­re Freu­de an dem Blu­men­ge­schenk. Das ist auch ei­ne schö­ne Sa­che.“

Dass der Va­len­tins­tag nicht nur was für Män­ner ist, um ih­re Lie­be mit Blu­men un­ter Be­weis zu stel­len, wür­de He­rold so­fort un­ter­schrei­ben. „Die Mas­se sind schon Män­ner an die­sem Tag, das stimmt. Es gibt aber auch Frau­en, die Sträu­ße kau­fen. Das ist gar nicht so un­ge­wöhn­lich. Es soll ja auch Män­ner ge­ben, die Blu­men mö­gen.“

Im Jah­res-Ge­schäft ist der Va­len­tins­tag zu ei­nem der drei TopVer­kaufs­ta­ge für Blu­men­ge­schäf­te ge­wor­den, auch bei den He­rolds. „Die un­um­strit­te­ne Num­mer 1 war, ist und bleibt der Mut­ter­tag. An die­sem Tag ver­kau­fen wir mit Ab­stand die meis­ten Blu­men oder ver­schi­cken sie. Das ist kein Wun­der. Man kann an die­sem Tag Blu­men an die ei­ge­ne Mut­ter oder an die Schwie­ger­mut­ter oder auch an die Oma ver­schen­ken. Und: Da kau­fen Frau­en ge­nau­so oft Blu­men wie Män­ner“, ver­rät Hei­ke He­rold.

Dass man mit ei­nem Strauß Blu­men als Ge­schenk nicht viel falsch ma­chen kann, da­von könn­te ei­ne an­de­re Kun­din der He­rolds er­zäh­len. „Wir ha­ben ei­ne Frau, die be­kommt von uns al­le zwei Wo­chen im­mer sonn­abends ei­nen Blu­men­strauß ge­schickt. Da­hin­ter steckt ein Gut­schein über ein ge­sam­tes Jahr, den sie von ih­rem Part­ner ge­schenkt be­kam. Das ist na­tür­lich ei­ne tol­le Idee. Da muss die ganz gro­ße Lie­be sein.“Wer hin­ter dem Ro­sen­ka­va­lier steckt, durf­te Hei­ke He­rold nicht ver­ra­ten. „Das fällt un­ter den Da­ten­schutz.“

Die Ge­schäfts­frau ging ges­tern wohl sel­ber leer aus in Sa­chen Blu­men-Über­ra­schung, ob­wohl sie an der Ba­sis sitzt und un­zäh­li­ge Blu­men und Sträu­ße über den La­den­tisch ver­kauf­te. „Mein Mann schenkt mir auch schon mal Blu­men, aber nur zu run­den Ge­burts­ta­gen.“

Auch Män­ner mö­gen Blu­men

Hei­ke He­rold in ih­rem Blu­men­la­den. Fo­to: Jens Hen­nin

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