Zwei­te Chan­ce für Carl-Alex­an­der-Brü­cke

Stadt und Ver­ein wol­len Sa­nie­rung – auch wenn sie da­für ei­nen hö­he­ren Preis zahlen müs­sen

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Saale-holzland - Ei­sen­ber­ger Stra­ße 9, Tel: (036421) 22851. 4040. Tel: (03641) Am Plan 4, Tel: (036424) 22429. Dorf­str. 30, Tel: (036427) 22588. Von An­ge­li­ka Schim­mel

Herms­dorf Holz­land-Apotheke, Ei­sen­ber­ger Str. 94, Tel: (036601) 46120, Do8-Fr8Uhr.

Je­na Tat­zend-Apotheke, Tat­zend­pro­me­na­de 2 a, Tel: (03641) 202110, Mi 8 - Do 8 Uhr. Son­nen-Apotheke, Karl-Mar­xAl­lee 20, Tel: (03641) 380112, Do8-Fr8Uhr. Frau­en­prießnitz Tier­arzt Wil­fried Vo­gel,

Je­na Zen­tra­le Leit­stel­le,

Kah­la

Dr. Obe­ren­der,

Zim­mern DVM Ku­be, Dorn­burg-Cam­burg. Je­der und al­les ver­dient ei­ne zwei­te Chan­ce – auch die Carl-Alex­an­derB­rü­cke. Da­von sind die Stadt­rä­te von Dorn­burg-Cam­burg und die Mit­glie­der des Brü­cken­ver­eins von Dorn­dorf-Steud­nitz fest über­zeugt. Denn nicht um­sonst kämp­fen sie seit 2006 für den Er­halt und die Sa­nie­rung der mar­kan­ten Stahl­bo­gen­brü­cke, die seit nun­mehr 126 Jah­ren die Saa­le zwi­schen den Dör­fern Dorn­dorf und Nasch­hau­sen über­spannt.

Als zum zehn­ten Grün­dungs­ju­bi­lä­um des Brü­cken­ver­eins die Fi­nan­zie­rung des Vor­ha­bens „denk­mal­ge­rech­te Sa­nie­rung der Carl-Alex­an­der-Brü­cke“dank städ­ti­scher und Ver­eins­mit­tel, dank 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro von Land, Denk­mal­schutz und Stra­ßen­bau­amt „rund“war, be­kam die Brü­cke ih­re ers­te gro­ße Chan­ce. Doch dem En­thu­si­as­mus folg­te im Sep­tem­ber 2017 die Er­nüch­te­rung, als die Aus­schrei­bungs­an­ge­bo­te auf dem Tisch la­gen: al­le drei la­gen weit – so­gar 80 Pro­zent – über dem ge­plan­ten Kos­ten­rah­men von 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Sa­nie­rungs­start im Ok­to­ber muss­te ver­scho­ben, die Aus­schrei­bung „aus Wirt­schaft­lich­keit- und Spar­sam­keits­grün­den“auf­ge­ho­ben wer­den.

Stei­gen­de Bau­prei­se ma­chen Sa­nie­rung teu­rer

Doch die Brü­cke be­kam ei­ne zwei­te Chan­ce, ei­ne neue Aus­schrei­bung über den Win­ter, in der Hoff­nung, dass die Auf­trags­bü­cher der Fir­men nicht so voll sind und die Bau­prei­se sin­ken.

Doch die­se Hoff­nung hat sich nicht er­füllt: Die zur Sub­mis­si­on jetzt er­öff­ne­ten fünf An­ge­bo­te lie­gen wie­der­um deut­lich über den ver­an­schlag­ten Sa­nie­rungs­kos­ten. „Die teu­ers­te Of­fer­te lag bei 5,8 Mil­lio­nen, die preis­wer­tes­te bei knapp 3,7 Mil­lio­nen Eu­ro“, be­rich­te­te Bür­ger­meis­te­rin Do­ro­thea Storch. „Wo­bei zwei An­ge­bo­te we­gen ver­ga­be­recht­li­cher Ver­stö­ße nicht ge­wer­tet wer­den konn­ten.“

Am Di­ens­tag­abend la­gen die An­ge­bo­te nun dem Bau­aus­schuss des Stadt­ra­tes vor, der ers­te Ent­schei­dun­gen zu tref­fen hat­te, wie es wei­ter­ge­hen soll. „Das Fa­zit nach in­ten­si­ver Dis­kus­si­on ist je­doch ein­deu­tig, der Bau­aus­schuss be­kennt sich zur Brü­cke und hält am Sa­nie­rungs­vor­ha­ben fest“, sag­te Storch. „Wir ha­ben so lan­ge um die Brü­cke ge­kämpft, wir ha­ben den Ab- riss ab­wen­den und vie­le Un­ter­stüt­zer mo­bi­li­sie­ren kön­nen, und wir ha­ben die Zu­sa­ge über 2,1 Mil­lio­nen Eu­ro För­der­mit­tel, die kön­nen wir doch nicht ein­fach auf­ge­ben“, er­klär­te sie.

Auch Brü­cken­ver­eins­chef Mat­thi­as Born­schein ist um Op­ti­mis­mus be­müht. „Seit Pla­nungs­be­ginn hat es ei­ne ex­or­bi­tan­te Stei­ge­rung der Bau­prei­se ge­ge­ben. Die­sem Fakt müs­sen wir ins Au­ge se­hen.“Das ha­be auch Aus­wir­kun­gen auf die Er­hal­tungs­kos­ten der Brü­cke, die die Stadt als Ei­gen­tü­me­rin zahlen muss – oder gar den Ab­risss – auch da müs­se mit ei­nem sechs­stel­li­gen Be­trag jähr­lich ge­rech­net wer­den, gibt er zu be­den­ken. Das Geld sei bei ei­ner Brü­cken­sa­nie­rung bes­ser an­ge­legt.

Al­lein wer­de die Kom­mu­ne die Dif­fe­renz von 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro je­doch nicht stem­men kön­nen, be­ton­te Storch. „Wir be­mü­hen uns beim För­der­mit­tel­ge­ber um ei­ne Auf­sto­ckung, das wird auf Mi­nis­ter­ebe­ne ge­klärt wer­den müs­sen.“Kon­takt zu Land­tags­ab­ge­ord­ne­tem Ma­rio Voigt als „Ver­mitt­ler“ha­be man auf­ge­nom­men. Für 2018 ha­be die Stadt 465 000 Eu­ro für die Carl-Alex­an­der-Brü­cke in den Haus­halt ein­ge­stellt. Auch für das kom­men­de Jahr „sind wir fest ent­schlos­sen, un­se­re Ei­gen­mit­tel zu si­chern“. Und auch der Brü­cken­ver­ein will sei­ne An­stren­gun­gen bei der Spen­den­be­schaf­fung ver­stär­ken. Auf­ge­ben, so kurz vor dem Ziel, kommt für kei­nen in Fra­ge. Mat­thi­as Born­schein (von links) noch be­lä­chelt wor­den. Zum zehn­ten Ver­eins­ge­burts­tag war der Op­ti­mis­mus groß, die denk­mal ge­rech­te Sa­nie­rung der Carl-Alex­an­der-Brü­cke  be­gin­nen zu kön­nen. Doch die Brü­cken­freun­de brau­chen jetzt noch mehr Geld, Ge­duld und Ide­en, um ans Ziel zu kom­men. Ar­chiv­fo­to: An­ge­li­ka Schim­mel

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