 neue SPD-Mit­glie­der und ein zu­frie­de­ner CDU-Kreis-Chef

Nach Ber­li­ner Ko­ali­ti­ons­ver­trag vie­le jün­ge­re Ne­u­mit­glie­der bei So­zi­al­de­mo­kra­ten – Un­ter­schied­li­che Hal­tun­gen bei Christ­de­mo­kra­ten

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Aus Der Region - Von Thomas Stridde

Je­na. Auch die Jena­er SPD hat sich in die­sem Jahr be­mer­kens­wert ver­stärkt. 57 neue Mit­glie­der ha­ben sich dem Kreis­ver­band seit Jah­res­be­ginn neu an­ge­schlos­sen, so hat ges­tern auf An­fra­ge der Zei­tung Kreis-Chef Lutz Liebs­cher be­rich­tet. Die Ge­samt­mit­glie­der­zahl ha­be sich so­mit auf 365 er­höht.

Ob der Jena­er Zu­wachs an­ge­sichts der be­vor­ste­hen­den Mit­glie­der­be­fra­gung zum CDUSPD-Ko­ali­ti­ons­ver­trag der „No GroKo“-Initia­ti­ve des Ju­so-Bun­des­vor­sit­zen­den Ke­vin Küh­nert zu dan­ken ist, lässt sich nach Liebs­chers Be­schrei­bung frei­lich nicht an­hand der ein­zel­nen Bei­trit­te er­mes­sen. Klar aber sei: Von den Neu­en sei­en 14 über 35 Jah­re alt und 43 ent­spre­chend un­ter 35, sag­te Lutz Liebs­cher. „Die Jüngs­te ist Jahr­gang 1999.“

Er freue sich sehr über den star­ken Zu­wachs, sag­te Liebs­cher, „den wir in ähn­li­cher Wei­se fast ge­nau vor ei­nem Jahr auch schon mal er­lebt ha­ben, als auf dem Hö­he­punkt des so­ge­nann­ten Schulz-Hy­pes die De­mo­sko­pen die SPD vor der CDU sa­hen“.

Schulz sei weg, doch die Mit­glie­der sei­en es nicht. Die Ent­schei­dung für die Mit­glied­schaft in der SPD sei et­was, das lan­ge reift. „So ha­ben es uns auch die Ne­u­mit­glie­der ge­spie­gelt, die vor ei­nem Jahr ein­ge­tre­ten sind. Schulz­zug und jetzt Mit­glie­der­vo­tum sind al­so für die al­ler­meis­ten nur der letz­te Aus­lö­ser, den lan­ge ins Au­ge ge­fass­ten Lutz Liebs­cher, SPD-Kreis­vor­sit­zen­der Je­na. Fo­to: LP

Plan, in die SPD ein­zu­tre­ten, auch um­zu­set­zen.“

In die­sem Sin­ne ent­spre­che die Mit­glie­der­ent­wick­lung nicht der ak­tu­el­len Stim­mungs­la­ge ge­gen­über der SPD, „was mich zu­ver­sicht­lich in die Zu­kunft bli­cken lässt“.

Die an­de­re GroKo-Par­tei im Spie­gel ih­rer Jena­er Mit­glie­der: CDU-Kreis-Chef Gun­tram Woth­ly hat­te zwar ges­tern Kennt­nis, dass im Sü­den des Frei­staats ei­ne Pe­ti­ti­on für Thü­rin­ger CDU-Mit­glie­der ge­gen den Ber­li­ner Ko­ali­ti­ons­ver­trag in­iti­iert wor­den ist.

Von wel­chen Jena­ern die Pe­ti­ti­on mit­ge­tra­gen wer­de, sei nicht ge­nau fest­stell­bar. Und ja, er wis­se, dass „die Volks­see­le in­ner­halb der Jena­er CDU bro­delt“; es set­ze Kri­tik ein­zel­ner Mit­glie­der. Woth­ly per­sön­lich hat „in­halt­lich nicht viel zu kri­ti­sie­ren“am Ko­ali­ti­ons­ver­trag. Mehr Pfle­ge­stel­len, mehr Grund­ren­te, Bau­kin­der­geld und Frei­be­trä­ge bei der Grund­er­werb­steu­er, 1,5 Mil­lio­nen neue Woh­nun­gen – das sei gera­de für Je­na al­les sehr wich­tig.

An­ders sieht das Mi­ha­j­lo Kola­ko­vic als Jena­er Mit­glied der Uni­on und Lan­des­vor­sit­zen­der des CDU-Wirt­schafts­ra­tes. Es sei schon ein­mal to­tal un­ver­ständ­lich, dass die SPD bei 50 Pro­zent we­ni­ger Stim­men der­ma­ßen üp­pig mit Mi­nis­ter­pos­ten aus­ge­stat­tet wer­den sol­le. Die Mit­strei­ter des Wirt­schafts­ra­tes sä­hen es mit Sor­ge, dass Deutsch­land zu­neh­mend von der Sub­stanz le­be; dass mehr ver­braucht als in­ves­tiert wer­de.

Je­nas CDU-Kreis-Chef Gun­tram Woth­ly. Fo­to: ide

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.