Pri­vat­räu­me von Her­zog Jo­seph

Im Rah­men der Kern­sa­nie­rung ur­sprüng­li­che De­cke und ma­ri­neblaue Wän­de frei­ge­legt – Schlos­s­tü­ren ste­hen zu Os­tern von  bis  Uhr of­fen

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Erste Seite - Von Andreas Schott

Tro­cken­born-Wol­fers­dorf. Im Wol­fers­dor­fer Jagd­schloss „Zur Fröh­li­chen Wie­der­kunft“sind bei Sa­nie­rungs­ar­bei­ten of­fen­bar die Pri­vat­räu­me von Her­zog Jo­seph von Sach­sen Al­ten­burg (1789 bis 1868) ent­deckt wor­den. Die­se Ver­mu­tung teil­te der För­der­ver­ein des Schlos­ses mit. Der För­der­ver­ein stützt sich auf frei ge­leg­te ori­gi­na­le De­cken und Wän­de, bei der Farb­ge­bun­gen, wie sie im Jo­seph Zim­mer ge­fun­den wur­den, zu Ta­ge tra­ten.

Tro­cken­born-Wol­fers­dorf. Nun ist es of­fen­bar Ge­wiss­heit. Im Zu­ge der Kern­sa­nie­rung im Haupt­teil des Mit­tel­ge­bäu­des im Jagd­schloss „Fröh­li­che Wie­der­kunft“sind im zwei­ten Ober­ge­schoss of­fen­bar Pri­vat­räu­me von Her­zog Jo­seph ent­deckt wor­den. Beim Rück­bau von Zwi­schen­wän­den und ab­ge­han­ge­nen De­cken sei man un­ter an­de­rem auf ori­gi­na­le De­cken so­wie Wän­de ge­sto­ßen. „Als wir Mau­er­werk frei­ge­legt ha­ben, sind wir auf ul­tra­ma­ri­neblaue Wand­be­ma­lun­gen ge­sto­ßen. Das lässt ver­mu­ten, dass es sich hier­bei um pri­va­te Ge­mä­cher von Her­zog Jo­seph von Sach­sen Al­ten­burg han­delt. Wir den­ken, dass sich hier sein Ar­beits­zim­mer so­wie Schlaf­zim­mer be­fand“, in­for­mier­te am Don­ners­tag Si­na Schu­bert vom För­der­ver­ein des Jagd­schlos­ses in Tro­cken­born-Wol­fers­dorf.

Not­wen­dig ge­wor­den sei­en die Sa­nie­rungs­ar­bei­ten, weil sich bei Un­ter­su­chun­gen in die­sem Ge­bäu­de­teil, be­gin­nend über dem Ge­wöl­be­kel­ler bis in die zwei­te Eta­ge, gra­vie­ren­de sta­ti­sche Pro­ble­me auf­ge­tan ha­ben. „Bei den Ar­bei­ten in den Räu­men sind Stahl­trä­ger ent­deckt wor­den, die nach un­se­rer Kennt­nis En­de der 50er Jah­re ein­ge­zo­gen wur­den, weil man in be­sag­ten Räu­men Toi­let­ten­an­la­gen ein­ge­baut hat. Im Zu­ge die­ser Maß­nah­me sind his­to­ri­sche

Holz­trä­ger ent­fernt wor­den. Ins­ge­samt hat der bau­li­che Ein­griff zu ei­ner völ­lig ver­än­der­ten Las­ten­ver­tei­lung ge­führt. 300 Ton­nen drü­cken auf die un­te­ren Eta­gen, die aber nicht über die Grün­dungs­pfäh­lung ab­ge­si­chert sind“, be­schreibt Hei­ko Plu­dra, Ar­chi­tekt für Denk­mal­pfle­ge und Sa­nie­rung die Aus­nah­me­si­tua­ti­on. Mit den lau­fen­den Sa­nie­run­gen wer­de man die

Last zu­rück­bau­en und wie­der für die ur­sprüng­li­che Sta­tik sor­gen, er­gänzt der Fach­mann.

Dass die um­fang­rei­chen Ar­bei­ten so­wohl für ei­ne Kern­sa­nie­rung im In­ne­ren des Schlos­ses als auch an der Fas­sa­de in den nächs­ten Jah­ren fort­ge­setzt wer­den kön­nen, sei der Auf­nah­me des Jagd­schlos­ses als na­tio­na­les Denk­mal der Bun­des­re­pu­blik zu ver­dan­ken. Da­mit

sei­en För­der­mit­tel vom Bund und nach­fol­gend vom Frei­staat Thü­rin­gen ver­bun­den.

Da­für stark ge­macht hat­te sich Al­bert Wei­ler (MdB/CDU) der sich am Don­ners­tag ge­mein­sam mit Wolf­gang Fied­ler (MdL/CDU) über den Bau­fort­schritt in­for­mier­te.

Ge­knüpft sei­en die För­der­mit­tel, die in Jah­res­schei­ben in den nächs­ten fünf Jah­ren aus­ge­reicht wer­den, aber auch an Ei­gen­mit­tel, die der Schlossei­gen­tü­mer leis­ten müs­se, ver­wies Wei­ler auf För­der­richt­li­ni­en. Kos­ten ver­blei­ben für den Ei­gen­tü­mer auch bei der Um­set­zung von Auf­la­gen des Brand­schut­zes bis hin zum Ein­bau neu­er Sa­ni­tär­an­la­gen, er­gänz­te der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te.

Wer sich am Os­ter­wo­chen­en­de ein Bild vom Bau­ge­sche­hen ma­chen wol­le, sei herz­lich ein­ge­la­den. Zum Schloss ge­lan­ge man über die sa­nier­te his­to­ri­sche Brü­cke und das Por­tal. Schloss­füh­run­gen sei­en mög­lich und das Ca­fé sei ge­öff­net, so die Ver­wal­tung.

■ Sonn­abend bis Mon­tag von  bis  Uhr ge­öff­net

Am Don­ners­tag vor Ort im Ge­spräch (von links): Al­bert Wei­ler, Si­na Schu­bert, Wolf­gang Fied­ler und Hei­ko Plu­dra. Fo­to: Andreas Schott

Klaus Orels uns Max Dob­renz, letz­te­rer leis­tet sein öko­lo­gi­sches Jahr im Jagd­schloss, ar­bei­ten ei­ne Guss­plat­te im sa­nier­ten Ge­wöl­be­kel­ler auf. Fo­to: Andreas Schott

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