Kan­di­da­ten für Bad Klos­ter­laus­nitz

B K   W: Bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­le Klotz (CDU) strebt drit­te Amt­s­pe­ri­ode an

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Erste Seite - Von Andreas Schott

Bad Klos­ter­laus­nitz. In der Rei­he der Vor­stel­lung der Kan­di­da­ten für die Wahl zum Bür­ger­meis­ter am 15. April in Bad Klos­ter­laus­nitz, stel­len wir in un­se­rer heu­ti­gen Aus­ga­be Ga­b­rie­le Klotz vor.

Bad Klos­ter­laus­nitz. Bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­le Klotz gibt sich wäh­rend des Ge­sprächs mit un­se­rer Zei­tung in ih­rem Amts­zim­mer be­tont lo­cker. Kei­ne Spur von Ner­vo­si­tät ist bei der Amts­in­ha­be­rin rein äu­ßer­lich zu er­ken­nen. Und das trotz der in 15 Ta­gen an­ste­hen­den Wahl um das Amt des Bür­ger­meis­ters in Bad Klos­ter­laus­nitz. Im Ge­gen­teil: Sie zeigt sich ent­spannt und aus­ge­gli­chen, strahlt Op­ti­mis­mus aus und lässt im Sti­le ei­ner Amts­in­ha­be­rin Sou­ve­rä­ni­tät er­ken­nen.

Mit Blick auf die Wahl – und um die Bür­ger­meis­te­rin aus der Re­ser­ve zu lo­cken – fra­gen wir nach, ob die Ent­spannt­heit wohl dar­an lie­gen kön­ne, dass im Ku­r­ort über­wie­gend ih­re Wahl­pla­ka­te sicht­bar sei­en. Völ­lig ge­las­sen ent­geg­net sie, dass sie für ih­re Mit­be­wer­ber bei der Bür­ger­meis­ter­wahl na­tür­lich kei­ne Aus­sa­gen tref­fen kön­ne und das auch nicht wol­le. Und fügt an: „50 Wahl­pla­ka­te ha­be ich für die Wahl ge­or­dert, die in­zwi­schen al­le im Ort weit­räu­mig ver­teilt sind.“

Nur ein­mal kann man bei der 61-Jäh­ri­gen ei­ne kurz­zei­ti­ge An­span­nung er­ken­nen, als die Fra­ge steht, wel­che Ak­ti­vi­tä­ten sie in der Zeit bis zum Wahl­tag am 15. April noch er­grei­fen wol­le, um für sich zu wer­ben. Die Ant­wort fällt eher kurz und knapp aus. „Ich ha­be mir noch ei­ni­ges vor­ge­nom­men. Aber das möch­te ich vor­her nicht be­kannt ge­ben“, hält sie sich be­deckt.

Im­mer­hin, Ga­b­rie­le Klotz – sie fei­er­te im Ja­nu­ar ih­ren 61. Ge­burts­tag – strebt be­reits ih­re drit­te Amt­s­pe­ri­ode an. Und sie ist fest ent­schlos­sen, die Wahl er­folg­reich zu ge­stal­ten.

Vor zwölf Jah­ren trat sie zum ers­ten Mal zur Wahl um das Bür­ger­meis­ter­amt an und ge­wann. Da­nach muss­te die Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­te­rin – Ga­b­rie­le Klotz war von 1990 bis 2006 als Lei­te­rin für Fi­nan­zen im Rat­haus tä­tig – le­dig­lich in­ner­halb des Hau­ses um­zie­hen. Da­mals wech­sel­te sie aus ih­rem Zim­mer in das Bü­ro des Bür­ger­meis­ters mit Vor­zim­mer.

Geht es nach Ga­b­rie­le Klotz, will sie auch dort blei­ben. Sie füh­le sich wohl, sei ge­sund und kön­ne sich auf ein star­kes Team in der Ver­wal­tung ver­las­sen. „Mir macht die Tä­tig­keit nach wie vor Spaß und es gibt ja noch ei­ni­ges zu tun. Ich möch­te mein Wis­sen und mei­ne Er­fah­rung auch in den nächs­ten sechs Jah­ren ein­brin­gen. Ei­ni­ge Pro­jek­te, die an­ge­scho­ben sind, will ich zu En­de brin­ge. Aber auch neue Vor­ha­ben ste­hen auf mei­ner Agen­da“, be­kun­det die 61-Jäh­ri­ge. So wol­le sie sich wei­ter für die in­fra­struk­tu­rel­le Ent­wick­lung des Or­tes ein­set­zen. Da­zu zählt sie un­ter an­de­rem die noch an­ste­hen­de Um­ge­stal­tung am Ein­gang des Kur­parks so­wie die Um­bau­maß­nah­me im Kur­mit­tel­haus. Hier­bei ge­he es um ei­ne mo­der­ne­re Gestal­tung der Tou­rist­in­for­ma­ti­on, die sich beim Be­tre­ten des Hau­ses of­fen und zeit­ge­mä­ßer zei­gen soll.

Nach jahr­zehn­te­lan­gem Streit mit dem Ei­gen­tü­mer des Köp­pePark­plat­zes ha­be man jüngst zu Guns­ten der Ge­mein­de ei­ne Ei­ni­gung er­zie­len kön­nen, sagt sie. „End­lich kön­nen wir die­sen Schand­fleck be­sei­ti­gen. In die­sem Jahr be­gin­nen die Pla­nun­gen, im nächs­ten Jahr sol­len die Ar­bei­ten am Köp­pe-Park­platz be­gin­nen“, ver­kün­det Ga­b­rie­le Klotz. Glei­ches gel­te für den Braue­rei­t­eich – Jahn­stra­ße – den man als Er­wei­te­rung für den Kur­park nut­zen wol­le.

Als Groß­pro­jekt ste­he zu­dem der Um­bau der al­ten Grund­schu­le zu ei­nem Ver­wal­tungs­sitz an. An­ge­strebt wer­de ein be­hin­der­ten­ge­rech­ter Aus­bau. „Mit der Um­set­zung die­ses Vor­ha­bens wer­ten wir den hin­te­ren Orts­kern be­trächt­lich auf.“

Zu­frie­den sei Ga­b­rie­le Klotz mit dem Ver­eins­le­ben im Ort, de­nen sie ein gro­ßes Lob für de­ren Ak­ti­vi­tä­ten aus­spricht. Egal ob sie ei­ge­ne Fes­ti­vi­tä­ten or­ga­ni­sie­ren oder im Ort Ver­an­stal­tun­gen mit ih­rem Ein­satz un­ter­stüt­zen. „Es ist ein­fach schön, wie sie das ge­sell­schaft­li­che Le­ben im Ort mit ih­rem Tun be­rei­chern“, freut sie sich.

Als ganz be­deut­sam für den Ku­r­ort sieht die Bür­ger­meis­te­rin den Er­halt des Kur­sta­tus‘ an. Das ste­he bei ihr ganz oben auf der Agen­da. „Die­sen Sta­tus müs­sen wir un­be­dingt er­hal­ten und dür­fen da­bei nichts un­ver­sucht las­sen, die Rah­men­be­din­gun­gen ste­tig zu ver­bes­sern“, ist Ga­b­rie­le Klotz über­zeugt.

Nach An­sicht der Amts­in­ha­be­rin könn­te der Ku­r­ort noch ei­ni­ge klei­ne­re Lo­ka­li­tä­ten mehr ver­tra­gen. Ins­be­son­de­re am Wo­che­n­en­de, wenn ei­ne Viel­zahl an Kur­pa­ti­en­ten und de­ren Be­su­cher im Ort un­ter­wegs sei­en, müss­te die Aus­wahl­mög­lich­keit grö­ßer sein. Sie wer­de sich in­ten­siv ein­set­zen, um jun­ge Leu­te für den Weg in die Selbst­stän­dig­keit zu be­geis­tern, kün­digt sie an.

Man müs­se so­gar noch ei­nen Schritt wei­ter­ge­hen, um dem ho­hen An­spruch, der an ei­nen Ku­r­ort ge­stellt wer­de, auch künf­tig ge­recht wer­den zu kön­nen. „Wir brau­chen noch mehr Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten. Ein Ho­tel mit ge­ho­be­nem Stan­dard wür­de dem Ku­r­ort gut zu Ge­sicht ste­hen. Das wie­der­um kön­nen wir aber nur rea­li­sie­ren, wenn es uns ge­lingt, neu­es Bau­land aus­zu­wei­sen. Dar­an ar­bei­ten wir be­reits“, in­for­miert sie.

Mit Blick auf die in der Ver­gan­gen­heit hef­tig dis­ku­tier­te Ge­biets­re­form, in der der Ku­r­ort in­ten­si­ve Ge­sprä­che mit Herms­dorf ge­führt hat­te, be­tont Klotz, dass sie froh sei, dass die Ge­biets­re­form nicht ge­kom­men sei. Für den Ku­r­ort sei es wich­tig, sei­ne Selbst­stän­dig­keit zu be­hal­ten, ar­gu­men­tiert sie.

Un­ab­hän­gig da­von, kön­ne man die Funk­ti­on ei­nes ge­mein­sa­men Mit­tel­zen­trum mit Herms­dorf auch so aus­fül­len. In vie­len Be­rei­chen ge­be es be­reits ei­ne en­ge Zu­sam­men­ar­beit und Ko­ope­ra­tio­nen. Bei­spiel­ge­bend be­nennt sie die Ab­stim­mung zwi­schen den Ver­wal­tun­gen oder die en­gen Kon­tak­te zwi­schen den Feu­er­weh­ren.

Als we­sent­lich be­deut­sa­mer er­ach­tet Ga­b­rie­le Klotz die fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung der Kom­mu­nen. Hier se­he sie drin­gen­den Hand­lungs­be­darf sei­tens der Thü­rin­ger Lan­des­re­gie­rung.

Kraft für das an­spruchs­vol­le Amt ei­nes Bür­ger­meis­ters schöpft Ga­b­rie­le Klotz in ih­rer Fa­mi­lie. Die 61-Jäh­ri­ge hat zwei Kin­der und zwei En­kel.

Ent­span­nung fin­de sie aber auch beim aus­gie­bi­gen Wan­dern im Holz­land. „Das ma­che ich lei­den­schaft­lich gern, egal was für Wet­ter herrscht. Mich in der Na­tur zu be­we­gen, ist mir un­ge­mein wich­tig.“Als Bür­ger­meis­te­rin, zu­dem als Kreis­tags­mit­glied und Bei­ge­ord­ne­te des Land­ra­tes, sei sie oft­mals auch am Abend zu Ter­mi­nen un­ter­wegs. Und wenn dann ih­re knap­pe Frei­zeit nichts an­de­res er­mög­li­che, pfle­ge sie we­nigs­tens zu Hau­se ih­re Yo­ga-Übun­gen, um ein Stück weit vom All­tag ab­schal­ten zu kön­nen, sagt sie.

Groß­pro­jekt: Um­bau der al­ten Grund­schu­le

Bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­le Klotz (CDU) auf dem Markt­platz in der Kur­ge­mein­de. Fo­to: Andreas Schott

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