End­lich Som­mer­zeit

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Thüringen -

Al­le Sei­ten der DDR be­leuch­ten

Zum Bei­trag „Neu­er Här­te­fal­lFonds für SED-Op­fer“(OTZ, 7.3.2018).

Wer be­gan­ge­nes Un­recht ver­schweigt oder so­gar leug­net, be­geht ei­ne Ge­schichts­fäl­schung. Das gilt aber auch für je­de ein­sei­ti­ge Be­trach­tung der Ver­gan­gen­heit. Staats­se­kre­tä­rin Frau Win­ter for­der­te, dass Schü­ler nicht ins Le­ben ge­las­sen wer­den dür­fen, oh­ne die DDR in der Schu­le be­han­delt zu ha­ben. Das ist nur zu be­grü­ßen. Die Fra­ge ist nur, was die Ge­ne­ra­ti­on dar­über er­fährt, die nach der Wen­de ge­bo­ren wur­de. Auf das un­säg­li­che Un­recht so­wie über Sta­si wird im­mer wie­der aus­führ­lich hin­ge­wie­sen, aber wenn in un­se­ren Me­di­en über den „Ar­bei­ter- und Bau­ern­staat“be­rich­tet wird, er­fährt man nicht, dass sich in der DDR bei­spiels­wei­se nie­mand an ei­ner „Ta­fel“an­stel­len muss­te we­gen ei­ner täg­li­chen war­men Mahl­zeit; dass die Mie­te für ei­ne Zwei­zim­mer-Woh­nung mit Kü­che und Bad et­wa fünf Pro­zent des Net­to­loh­nes be­trug; und dass ein Drei­pfund-Misch­brot nicht ein­mal ei­ne DDR-Mark kos­te­te. Hof­fent­lich be­müht sich Frau Win­ter als Vor­sit­zen­de der Ar­beits­grup­pe Au­f­ar­bei­tung nicht nur er­folg­reich um die Initia­ti­ve zur „Ent­fris­tung der Un­rechts­be­rei­ni­gungs­ge­set­ze“, son­dern auch um ei­ne all­sei­ti­ge In­for­ma­ti­on der Schü­ler über die DDR.

Man­fred Leu­telt,

Bad Blan­ken­burg

Vom Wäh­ler­wil­le weit ent­fernt

Zur Gro­ßen Ko­ali­ti­on.

Das Dra­ma der selbst er­nann­ten Po­li­ti­kereli­ten und Kanz­ler­dar­stel­le­rin Frau Mer­kel geht zum Leid­we­sen der deut­schen Be­völ­ke­rung in die nächs­te Run­de. Die Angst vor dem de­sas­trö­sen Er­geb­nis bei Neu­wah­len war schein­bar so groß, dass sich die Ko­ali­ti­on der ewig Gest­ri­gen zu­sam­men­rauf­te. Was zäh­len schon Wahl­ver­spre­chun­gen vor der Wahl oder Aus­sa­gen am Wahl­tag. Die Kanz­ler­wahl rei­ne Form­sa­che, mit ei­nen his­to­risch den­noch denk­bar knap­pen Er­geb­nis. Da ha­ben ei­ni­ge SPDGe­nos­sen rich­tig star­ken Mut ge­zeigt. Un­se­rer Re­pu­blik bleibt das selbst­zer­stö­re­ri­sche Ex­pe­ri­men­tie­ren der Kanz­le­rin für wei­te­re 3,5 Jah­re nicht er­spart.

Aber ist dies nicht ei­ne Au­gen­wi­sche­rei? Dem von ihr nun schon zum vier­ten Mal ge­leis­te­ten Amts­eid „...Schaden vom deut­schen Volk zu wen­den...“ist Frau Mer­kel nicht ge­recht ge­wor­den. Wenn ich mich an die po­li­ti­sche Wen­de­zeit 1989/90 und die da­mals ers­ten frei­en Wah­len in der noch DDR mit den ver­hei­ßungs­vol­len Pa­ro­len „un­se­res Ein­heits­kanz­lers“Hel­mut Kohl von den blü­hen­den Land­schaf­ten in Ost­deutsch­land er­in­ne­re, mün­det dies nun in der Zer­stö­rung un­se­rer Wer­te und jahr­hun­der­te­al­ter Tra­di­tio­nen. Mit loya­len Po­li­ti­kern und gro­ßen Per­sön­lich­kei­ten des For­mats ei­nes Richard von Weiz­sä­ckers, Ro­man Her­zogs und Hel­mut Schmidts hät­te es kei­ne 160 Ta­ge Re­gie­rungs­still­stand in un­se­rem Land ge­ge­ben. Der Wäh­ler­wil­le – Neu­wah­len – wä­re ver­stan­den und um­ge­setzt wor­den. (ge­kürzt)

Mar­tin Ja­cob, Wei­ra

Bo­dy­cams aus lin­ker Per­spek­ti­ve

Zum Bei­trag „Bo­dy­cam-Ein­satz vor­erst un­ge­klärt“(OTZ, 21.3.2018).

90 Pro­zent der am Pi­lot­pro­jekt be­tei­lig­ten Po­li­zis­ten stim­men ei­nem Ein­satz von Bo­dy­cams zu. Die rot-rot-grü­ne Ko­ali­ti­on hin­ge­gen tut sich schwer da­mit. Es wä­re ja auch de­mo­kra­tie­feind­lich, der­je­ni­gen be­weis­si­cher hab­haft wer­den zu kön­nen, wel­che Po­li­zis­ten be­lei­di­gen, be­spu­cken, tät­lich an­grei­fen oder mit St­ei­nen und Mo­lo­tow­cock­tails be­wer­fen. Dies vor al­lem aus lin­ker Sicht.

Diet­mar Preuß, Ge­ra Zur Som­mer­zeit.

Un­se­re gan­ze Fa­mi­lie ist ein Be­für­wor­ter der Som­mer­zeit. Ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me mit der Um­stel­lung gibt es kei­ne. So­gar un­se­re Oma hat­te sich mit 90 Jah­ren noch auf die Som­mer­zeit ge­freut und nie ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me ge­habt. Ist es nicht schön, in war­men Som­mer­näch­ten mit Freun­den oder sei­ner Fa­mi­lie noch et­was zu un­ter­neh­men? Was nützt es, wenn im Som­mer die Son­ne schon um 4 Uhr auf­geht. Die meis­ten Leu­te schla­fen län­ger und wenn die Kin­der um 7 Uhr in die Schu­le müs­sen, ist es an man­chen Ta­gen am spä­ten Vor­mit­tag in den Klas­sen­räu­men un­er­träg­lich warm wie zu mei­ner Schul­zeit. Ein Vor­teil: Es gab dann Hit­ze­frei.

Rein­hard Klü­ger, Schön­dorf

Tä­ter här­ter be­stra­fen

Zu ju­gend­li­chen Straf­tä­tern in Je­na.

In Je­na spricht man über straf­fäl­li­ge jun­ge Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en, Irak und Af­gha­nis­tan. Die­se ju­gend­li­chen Gangs trei­ben schon mehr als ein Jahr lang ihr Un­we­sen in Je­na-Lo­be­da, im Pa­ra­dies und in letz­ter Zeit ha­ben sie die In­nen­stadt von Je­na ins Vi­sier ge­nom­men.

Laut In­te­gra­ti­ons­ma­na­ger Andreas Abend gibt es al­lein in Je­na 600 ju­gend­li­che Flücht­lin­ge im Al­ter von 14 bis 25 Jah­ren und dar­un­ter sind et­wa 15 Straf­tä­ter. Von de­nen wur­den 160 auf­ge­lis­te­te Straf­ta­ten be­gan­gen, vor al­lem Dieb­stahl und Kör­per­ver­let­zung.

Man soll­te end­lich här­ter ge­gen die­se straf­fäl­li­gen Ban­den vor­ge­hen, sonst wird sich die La­ge noch wei­ter ver­schär­fen. Wann han­delt die Justiz end­lich, da­mit die Tä­ter ei­ne ge­rech­te Stra­fe er­hal­ten? Man ver­hängt für die­se Ta­ten Stra­fen mit So­zi­al­ar­beits­stun­den. Das kann ver­ste­hen, wer will.

Die Bür­ger ha­ben Angst und ge­hen abends nicht mehr al­lein auf die Stra­ße, da kei­ne Si­cher­heit mehr be­steht. Das ist un­ser Land und hier gel­ten un­se­re Ge­set­ze und ge­nau nach die­sen ha­ben wir uns zu rich­ten. Wann wird dem Trei­ben end­lich ein En­de ge­setzt? Wir wol­len al­le wie­der ge­ord­ne­te und si­che­re Ver­hält­nis­se (ge­kürzt).

Rei­ner Ber­lich, Eisenberg

Got­tes­bild wan­del­te sich

Zum Le­ser­brief „Grip­pe­vi­rus als Ge­gen­be­weis“(OTZ, 28.3.2018). Lud­wig Klein, Bad Klos­ter­laus­nitz

Le­ser­brie­fe sind in kei­nem Fall Mei­nungs­äu­ße­run­gen der Redaktion. Wir be­hal­ten uns vor, Tex­te zu kür­zen. Le­ser­brie­fe per E-Mail sen­den Sie bit­te an le­ser­brief@otz.de

Der Os­ter­ha­se war zu Be­such in Rö­del­witz, dem Hei­mat­ort von Uwe Kup­ka, der uns die­ses Fo­to schick­te. Lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser, vie­len Dank für die zahl­rei­chen Fo­to­ide­en. Ge­lingt auch Ih­nen ein schö­nes, ori­gi­nel­les oder wit­zi­ges Fo­to zu Hau­se, im Gar­ten oder auf Rei­sen, dann sen­den Sie es bit­te per E-Mail an fo­to@otz.de oder an Ih­re Lo­kal­re­dak­ti­on.

Os­tern in Sicht – die­se ös­ter­li­che Auf­nah­me ge­lang Le­se­rin El­ke Schmid aus See­lings­tädt.

Mu­si­ker und DJ Mar­kus Kav­ka mo­de­riert den Echo .

Ar­chiv-Fo­to: Daniel Rein­hardt

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