Te­ag in­ves­tiert  Mil­lio­nen Eu­ro

Ener­gie­un­ter­neh­men ver­gibt rund  Pro­zent der Auf­trä­ge an Fir­men aus der Re­gi­on. Kon­zern­spit­ze prüft Zu­käu­fe

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Wirtschaft In Ostthüringen - Von Bernd Jentsch

Er­furt. Die Thü­rin­ger Ener­gie AG (Te­ag) hat im zu­rück­lie­gen­den Jahr mehr Strom und Gas ver­kauft und ei­nen Jah­res­über­schuss von 71 Mil­lio­nen Eu­ro er­zielt. „Da­mit ha­ben wir im fünf­ten Jahr seit der Kom­mu­na­li­sie­rung zum fünf­ten Mal die Pla­nun­gen über­trof­fen“, er­klär­te der Vor­stands­spre­cher Ste­fan Reindl in Er­furt am Don­ners­tag bei der Vor­la­ge der Jah­res­bi­lanz.

In den Plä­nen, die beim Kauf des Un­ter­neh­mens durch die Thü­rin­ger Kom­mu­nen zu­grun­de la­gen, sei man von ei­nem Ge­winn von 50 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr aus­ge­gan­gen. In der Rea­li­tät ha­be die­ser aber jähr­lich bei kon­stant rund 70 Mil­lio­nen Eu­ro ge­le­gen, sag­te Reindl.

Als Di­vi­den­de schlägt der Auf­sichts­rat 20 Eu­ro je Ak­tie vor, be­stä­tigt dies die Haupt­ver­samm­lung, flös­sen 49,4 Mil­lio­nen Eu­ro in die Kas­sen der kom­mu­na­len An­teils­eig­ner. Al­ler­dings die­ne ein Groß­teil des Gel­des der Til­gung von Dar­le­hen für den Kauf der Fir­ma, räum­te der Vor­stands­spre­cher ein.

Trotz un­ver­än­dert schwie­ri­ger Markt­ver­hält­nis­se und un­si­che­rer ge­setz­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen sei es ge­lun­gen, den Um­satz des Kon­zerns auf 1,68 Mil­li­ar­den Eu­ro zu stei­gern. Zu die­sen gu­ten Er­geb­nis­sen ha­ben laut Reindl al­le Ge­schäfts­fel­der des Un­ter­neh­mens bei­ge­tra­gen.

Die Te­ag ver­dient ihr Geld mit dem An­ge­bot von Strom, Gas, Wär­me und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tun­gen. In al­le die­se Be­rei­che hat man im zu­rück­lie­gen­den Ge­schäfts­jahr er­neut kräf­tig in­ves­tiert. So läuft in Bad Sal­zun­gen der­zeit der Pro­be­be­trieb des größ­ten Gas­mo­tors von Thü­rin­gen mit ei­ner Leis­tung von im­mer­hin 13 000 Pfer­de­stär­ken. In All­men­hau­sen im Kyff­häu­ser­kreis wur­de das Gas­netz er­wei­tert, in Lan­ge­wie­sen im Ilm­Kreis stell­te das Un­ter­neh­men ein neu­es Ge­bäu­de für das Mess­we­sen des Ener­gie­kon­zerns fer­tig, wel­ches der­zeit be­zo­gen und dann in we­ni­gen Wo­chen auch fei­er­lich in Be­trieb ge­nom­men wird. Ins­ge­samt flos­sen im Vor­jahr rund 100 Mil­lio­nen in die In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben der Te­ag, „Da­bei ver­ge­ben wir rund 80 Pro­zent der Auf­trä­ge an Fir­men aus der Re­gi­on“, er­läu­ter­te Reindl die Rol­le des Un­ter­neh­mens beid er Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung im Frei­staat. Für das lau­fen­de Jahr wer­de man die In­ves­ti­tio­nen auf dem Ni­veau des Vor­jah­res fort­set­zen, kün­dig­te der Vor­stands­chef an.

Auf dem Fir­men­ge­län­de im Er­fur­ter Nor­den – das man in den letz­ten Mo­na­ten durch Zu­käu­fe auf ei­ne Flä­che von 60 Hekt­ar ver­grö­ßert hat – ent­steht ge­gen­wär­tig der neue Ener­gie­cam­pus. Den wol­le man mit Part­nern, wie der Lan­des­ent­wick­lungs­ge­sell­schaft oder dem orts­an­säs­si­gen Be­rufs­bil­dungs­zen­trum ge­mein­sam nut­zen, so Reindl. Auch mit der Er­fur­ter Fach­hoch­schu­le ge­be es da­zu Ge­sprä­che.

Die an­ge­kün­dig­ten Ve­rän­de­run­gen bei an­de­ren Markt­teil­neh­mern be­ob­ach­te man sehr ge­nau, ver­si­cher­te Reindl. Für die Te­ag er­ge­ben sich sei­ner Mei­nung nach da­durch Op­tio­nen für Zu­käu­fe oder Über­nah­men im Ver­trieb und Netz.

Der Auf­bau der La­de­säu­len für Elek­tro­au­tos sei ins Sto­cken ge­ra­ten, weil es bei der für die Be­ar­bei­tung der För­der­an­trä­ge zu­stän­di­gen Bun­des­agen­tur für Ver­wal­tungs­dienst­leis­tun­gen in Au­rich in Ost­fries­land ei­nen Rück­stau von ei­nem Jahr ge­be, kri­ti­sier­te Reindl. Die 23 Mit­ar­bei­ter dort sä­hen sich ei­nem gro­ßen Berg von An­trä­gen ge­gen­über. Zu­dem sei­en die Lie­fer­fris­ten für Elek­tro­au­tos bei deut­schen Her­stel­lern von drei auf 15 Mo­na­te an­ge­wach­sen, be­klag­te Ste­fan Reindl.

Ener­gie­cam­pus ent­steht im Er­fur­ter Nor­den

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