Mu­sik öff­net Her­zen

Ostthüringer Zeitung (Stadtroda) - - Kultur & Freizeit -

Diet­mar Ebert über das Kon­zert der Jena­er Phil­har­mo­nie am Grün­don­ners­tag

„Ma­saa“– das ist die Zeit zwi­schen Tag und Nacht, Licht und Dun­kel­heit. „Ma­saa“nennt sich das Quar­tett, das aus dem li­ba­ne­si­schen, in Deutsch­land le­ben­den Poe­ten und Sän­ger Ra­bih Lahoud, dem tech­nisch bril­lan­ten Trom­pe­ter und Ar­ran­geur Mar­cus Rust, dem tra­di­tio­nel­le und mo­der­ne Spiel­for­men ver­bin­den­den Pia­nis­ten Cle­mens Chris­ti­an Pötzsch und dem sen­si­bel agie­ren­den Schlag­zeu­ger De­mi­an Kap­pen­stein be­steht. Die Mu­sik die­ser vier jun­gen Mu­si­ker ent­steht aus der „Welt des Da­zwi­schen“, zwi­schen Licht und Dun­kel­heit, zwi­schen ur­al­ten und mo­der­nen Rhyth­men, zwi­schen Mor­gen­land und Abendland, zwi­schen den Re­li­gio­nen und Kul­tu­ren. Ra­bih Lahoud ge­lingt es in sei­nen Tex­ten poe­tisch zu im­pro­vi­sie­ren, er ist im­mer auf dem Weg, sei­ner „in­ne­ren Stim­me“zu fol­gen, sei­ne Er­zäh­lun­gen über Er­leb­tes, über Sehn­süch­te und Träu­me fin­den im Ge­sang ih­ren Aus­druck. In ihm ma­ni­fes­tiert sich die Wan­del­bar­keit und Aus­drucks­kraft sei­ner Stim­me, die mü­he­los vom Brust­re­gis­ter zum Fal­sett über­ge­hen kann. Wie Ra­bih Lahouds Stim­me, Mar­cus Rusts Trom­pe­ten-So­li, Cle­mens Pötzschs Pia­no-Läu­fe und De­mi­an Kap­pen­steins Schlag­werk-Se­quen­zen zum span­nungs­vol­len Gan­zen wer­den, das ent­springt dem Auf-Ein­an­der-Hö­ren der vier Mu­si­ker.

Das Be­son­de­re am Grün­don­ners­tags­kon­zert war, wie sich die Mu­si­ker der Jena­er Phil­har­mo­nie un­ter dem in­spi­rier­ten Di­ri­gat von Bernd Ruf auf das Ex­pe­ri­ment des Zu­sam­men­spiels mit „Ma­saa“ein­ge­las­sen ha­ben. Das Spiel der vier So­lis­ten ver­schmolz auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se mit ei­nem war­men, leich­ten Orches­ter­klang. Es war ei­ne gro­ße Freu­de zu hö­ren, wie So­lis­ten und Orches­ter zu ei­nem Klang fan­den, der das wun­der­sam Poe­ti­sche zwi­schen Ori­ent und Ok­zi­dent zum mu­si­ka­li­schen Aus­druck brach­te. Ein gro­ßes Dan­ke­schön für ei­ne Mu­sik, die Oh­ren und Her­zen öff­ne­te.

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