59 Ob­jek­ti­ve zwi­schen 12 & 600mm.

Outdoor Fotografie - - Inhalt -

„Die größ­te Se­hens­wür­dig­keit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an“, wuss­te schon Kurt Tuchol­s­ky – und trifft da­mit den Kern un­se­rer Kauf­be­ra­tung für Out­door-fo­to­gra­fen. Wir stel­len Ih­nen die bes­ten Zooms für traum­haf­te Fo­tos vor und sa­gen Ih­nen, wel­che Lin­se auf kei­nen Fall zu Hau­se blei­ben soll­te.

Der Som­mer ist da. Und mit ihm die Ur­laubs­zeit, strah­len­der Son­nen­schein und ein tief­blau­er Him­mel. Per­fek­te Be­din­gun­gen für erst­klas­si­ge Rei­se­fo­tos. Sei es bei ei­nem ab­wechs­lungs­rei­chen Städ­te­trip in ei­ne der spek­ta­ku­lä­ren Me­tro­po­len die­ser Welt, wie zum Bei­spiel New York, am kris­tall­kla­ren Meer oder in den wil­den Ber­gen. Die Mo­tiv­viel­falt ist fast gren­zen­los. Da­mit Sie die­se auch in ge­nia­len Bil­dern ein­fan­gen kön­nen, soll­ten die pas­sen­den Ob­jek­ti­ve mit von der Par­tie sein. Doch wel­che Lin­se ver­eint ho­he Bild­qua­li­tät, ei­ne gro­ße Mo­tiv­ab­de­ckung und ge­rin­ges Ge­wicht? Die Ant­wort: Zooms. Denn im Ge­gen­satz zu ex­tra­schar­fen Fest­brenn­wei­ten ver­ei­nen sie meh­re­re Brenn­wei­ten in ei­nem – mehr oder we­ni­ger kom­pak­ten – Ge­häu­se. So wird die Fo­to­ta­sche et­was lee­rer, was zum ei­nen Bal­last spart, zum an­de­ren aber auch das Fo­to­gra­fie­ren er­leich­tert. Der häu­fi­ge Ob­jek­tiv­wech­sel, wie er bei Fix­brenn­wei­ten üb­lich ist, re­du­ziert sich dras­tisch. Erst recht, wenn Sie mit ei­nem klas­si­schen Rei­se­zoom vor­lieb­neh­men. Die­ses deckt Spann­wei­ten von bis zu 18 bis 400mm ab. Ein enor­mer Spa­gat, der dem op­ti­schen Sys­tem ei­ni­ges ab­ver­langt. Die In­ge­nieu­re müs­sen es bei der Ent­wick­lung be­werk­stel­li­gen, dass sich die ein­zel­nen Lin­sen so ge­gen­ein­an­der be­we­gen, dass so­wohl ex­tre­me Weit­win­kel- als auch Te­le­fo­tos ge­lin­gen. Ei­ne Her­aus­for­de­rung, die, wie un­se­re Tes­t­er­geb­nis­se (ab Sei­te 150) zei­gen, nicht im­mer von bes­ter Bild­qua­li­tät ge­krönt ist – ge­ra­de im Te­le­be­reich muss mit ei­nem Ver­lust an Schär­fe ge­rech­net wer­den. Zu­dem lässt die Licht­stär­ke in der Re­gel zu wün­schen üb­rig. Fo­to­gra­fiert man im un­te­ren Brenn­wei­ten­spek­trum noch mit Of­fen­blen­de f/3,5, ver­rin­gert sich die ma­xi­ma­le Bild­hel­lig­keit im Te­le­sek­tor auf f/6,3. Zur Kom­pen­sa­ti­on wird folg­lich der ISO-WERT des Ka­me­ra­sen­sors er­höht, was je nach Spie­gel­re­flex- oder Sys­tem­ka­me­ra zu ei­nem ­ver­stärk­ten Bild­rau­schen

füh­ren kann. Da­für punk­ten die Rei­se­zooms mit gro­ßer Fle­xi­bi­li­tät und leich­tem Ge­wicht. Ein Ob­jek­tiv­wech­sel ent­fällt eben­falls, da sich prak­tisch je­de Auf­nah­me­si­tua­ti­on mit dem Me­ga­zoom rea­li­sie­ren lässt. Plus­punkt ist zu gu­ter Letzt auch noch der ver­gleichs­wei­se nied­ri­ge Preis­punkt. So ist et­wa das Tamron 18-400 mm f3.5-6.3 Di II VC HLD be­reits für rund 630 Eu­ro oder das Olym­pus Zui­ko Di­gi­tal 18-180mm 1:3,5-6,3 für 500 Eu­ro zu ha­ben.

Er­war­tet man vom Zoom ein Mehr an Bild­qua­li­tät und Licht­stär­ke, fällt der Griff ins Porte­mon­naie tie­fer aus. Aus un­se­rer Sicht emp­fiehlt sich aber die Mehr­aus­ga­be. Die bes­se­ren Bil­der sind es wert.

Licht­star­ke Zooms

Klas­si­sche Ver­tre­ter die­ser Zunft sind das 24-70mm f/2,8 und das 70-200mm f/2,8. Ein Stan­dard- und ein Te­le­zoom-ob­jek­tiv, die in kei­ner Fo­to­ta­sche feh­len soll­ten, da sie al­le Auf­nah­me­wün­sche – vom tra­di­tio­nel­len Land­schafts­fo­to bis hin zur pro­fes­sio­nel­len Por­trät­auf­nah­me mit zar­ter Hin­ter­grund­schär­fe – bei­na­he per­fekt er­fül­len. Dies spie­gelt sich auch in un­se­ren Test­er­geb­nis­sen wi­der. Ge­samt­wer­tun­gen um 92 Pro­zent spre­chen für sich. Für die­se Leis­tung ­ver­lan­gen die Her­stel­ler ent­spre­chend hö­he­re Prei­se. So kos­tet bei­spiels­wei­se das Ca­non EF 24-70mm 1:2,8L II USM rund 1.800 Eu­ro. Spa­ren kann,

wer zum Fremd­her­stel­ler greift. Sig­ma et­wa bie­tet das Sig­ma 24-70mm F2,8 DG OS HSM Art für 1.249 Eu­ro, Tamron das SP 24-70mm f2.8 Di VC USD G2 für 1.129 Eu­ro an – bei ver­gleich­ba­ren Te­st­re­sul­ta­ten.

Wer mit ei­ner spie­gel­lo­sen Sys­tem­ka­me­ra fo­to­gra­fiert, kann eben­falls in den Ge­nuss der bei­den „Pflicht“-zooms kom­men. So bie­tet Pa­na­so­nic das Lu­mix G X Va­rio 35-100mm F2,8 Po­wer OIS für 969 Eu­ro an, was am Micro-four-third­sSen­sor ei­nem 70-200mm ent­spricht. Et­was tie­fer greift man für das Fu­ji­non XF50140mm F2,8 R LM OIS WR in die Ta­sche. 1.599 Eu­ro wer­den fäl­lig. Am APS-C-XTrans-chip ei­ner Fu­ji­film X-T2 er­hält man mit Crop-fak­tor 1,5 ei­ne erst­klas­si­ge 75-210mm-op­tik mit her­aus­ra­gen­der Schär­fe. Ein idea­les Werk­zeug für Städ­te­rei­sen oder Por­träts frem­der Kul­tu­ren.

Bei Letz­te­rem gilt üb­ri­gens das Ge­bot der Freund­lich­keit. Knip­sen Sie im Rei­se­land nicht ein­fach wild­frem­de Leu­te heim­lich ab, son­dern kom­men Sie vor­ab mit den Per­so­nen ins Ge­spräch. Min­des­tens mit Ges­ten und ei­nem ge­win­nen­den Lä­cheln. Dies öff­net meist Tür und Tor – und bringt Ih­nen un­ter dem Strich be­son­ders schö­ne und ein­drucks­vol­le Por­trät­fo­tos ein, die mit­un­ter so­gar ei­ne ech­te Ge­schich­te er­zäh­len kön­nen. Man den­ke bei­spiels­wei­se an die Auf­nah­me vom af­gha­ni­schen Mäd­chen Shar­bat Gu­la, die Ste­ve Mc­cur­ry wäh­rend ei­ner sei­ner Rei­sen ab­lich­te­te.

Su­per­weit­win­kel

Ne­ben den bei­den Zoom­klas­si­kern lässt sich die Ob­jek­tiv­aus­rüs­tung na­tür­lich noch nach un­ten und oben ab­run­den. Wer bei­spiels­wei­se ger­ne wei­te Land­schaf­ten oder spek­ta­ku­lä­re Ar­chi­tek­tur­auf­nah­men fo­to­gra­fiert, soll­te sein Equip­ment um ein licht­star­kes Weit­win­kel­zoom oder ei­ne Fest­brenn­wei­te mit nied­ri­ger Brenn­wei­te er­gän­zen. Die­se bie­ten nicht nur ei­ne her­vor­ra­gen­de Schär­fe, son­dern auch ei­nen be­son­ders gro­ßen Bild­win­kel. Hier zeigt sich, dass be­reits we­ni­ge Grad mehr die Per­spek­ti­ve ex­trem er­wei­tern kön­nen. Un­ser Tipp: das Sig­ma Art 18-35mm F/1,8 DC HSM mit 92,35 Pro­zent im Di­gi­talp­ho­to-test und ei­nem Preis von 719 Eu­ro. Der Bild­win­kel liegt bei ma­xi­mal 76,5 Grad dia­go­nal. Noch mehr of­fe­riert das (et­was licht­schwä­che­re) Sig­ma 10-20mm F3,5 EX DC HSM (ca. 370 Eu­ro) mit sat­ten 109,7 Grad Bild­win­kel dia­go­nal.

Xxl-zooms

Auf der an­de­ren Sei­te der Brenn­wei­ten­ska­la be­fin­den sich die Xxl-te­le­zooms mit Span­nen zwi­schen 200-400mm (s. Sei­te 147) oder gar 150-600mm (s. Kas­ten auf Sei­te 148). Die­se Op­ti­ken kom­men haupt­säch­lich bei der Sport- oder Na­tur­fo­to­gra­fie zum Ein­satz, um gro­ße Dis­tan­zen qua­li­ta­tiv ge­konnt zu über­brü­cken und die ent­fern­ten Mo­ti­ve den­noch groß ab­zu­lich­ten. Und da­mit auch emp­feh­lens­wert für Fotosafaris in Afri­ka. Die Prei­se star­ten bei rund 1.000 Eu­ro – kön­nen aber im Pro­fi­seg­ment auch schnell fünf­stel­lig wer­den, je nach Kon­struk­ti­ons­um­fang und Leis­tung.

Fa­zit

Für ei­ne Rei­se ist manch­mal we­ni­ger mehr. Mit ei­nem 24-70mm und 70-200mm sind sie bei­spiels­wei­se bes­tens ge­rüs­tet – und trotz­dem ver­gleichs­wei­se kom­pakt un­ter­wegs. Zu­dem bie­tet Ih­nen die Fle­xi­bi­li­tät der Zooms viel Spiel­raum.

24 bis 70mm de­cken von dem leich­ten Weit­win­kel für Land­schafts­auf­nah­men bis hin zur klas­si­schen Por­trät­brenn­wei­te al­les ab. Wich­tig ist da­bei vor al­lem die Licht­stär­ke. Sie soll­te durch­ge­hend bei Blen­de f/2,8 lie­gen, da­mit Sie oh­ne Hel­lig­keits­ver­lust auch die län­ge­ren Brenn­wei­ten nut­zen kön­nen – auch wenn Sie da­für et­was tie­fer in die Ta­sche grei­fen müs­sen.

OB­JEK­TIV: Ca­non EF 24-70mm f/2,8l II DI­GI­TALP­HO­TO-TES­T­ER­GEB­NIS: 92,23% PREIS: 1.749 EU­RO

OB­JEK­TIV: So­ny DT 18-250mm F3,5-6,3 DI­GI­TALP­HO­TO-TES­T­ER­GEB­NIS: 76,99% PREIS: 499 EU­RO

OB­JEK­TIV: Fu­ji­non Xf50-140mm F2,8 R LM OIS WR DI­GI­TALP­HO­TO-TES­T­ER­GEB­NIS: 97,83% PREIS: 1.599 EU­RO

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