Ge­ben & Neh­men

PAGE - - Editorial - Ga­b­rie­le Gün­der, Chef­re­dak­teu­rin/pu­blis­her (in­fo@pa­ge-on­li­ne.de)

● »Sind wir im Ge­schäft, ist das jetzt ein Auf­trag?« – ei­ne Fra­ge, die wir Gestal­ter un­se­rem Ge­gen­über viel zu sel­ten stel­len. Wir set­zen lie­ber den zwei­ten Schritt vor den ers­ten und brei­ten schon beim ers­ten Ken­nen­ler­nen un­se­re Ide­en aus. Wer kennt sie nicht, die­se lei­den­schaft­li­chen Mo­men­te? Und wer­den wir dann um ei­nen »un­ver­bind­li­chen« Ent­wurf ge­be­ten, auch dann zö­gern wir nicht lang: Na klar, ger­ne ma­chen wir das. Tol­ler Auf­trag – oder et­wa nicht?

Ein Blick in un­se­re Agd­be­rufs­pra­xis­ko­lum­ne ( www.pa­ge­on­li­ne.de/the­ma/agd ) lohnt: Selbst ein ein­deu­ti­ges »Gut, der Auf­trag geht an Sie, le­gen Sie los!« hät­te wohl nicht aus­ge­reicht. Münd­li­che Ver­trä­ge sind hier­zu­lan­de zwar ge­nau­so gül­tig wie schrift­li­che, aber ih­nen fehlt nun mal die Ein­deu­tig­keit. Kun­den den­ken meist in fer­ti­gen Pro­duk­ten. So ist der Ent­wurf für sie le­dig­lich ei­ne Vor­stu­fe da­zu. Aus Sicht des Gestal­ters ist der Ent­wurf je­doch die ei­gent­li­che Leis­tung. Durch ihn wer­den die kun­den­spe­zi­fi­schen Ge­dan­ken, die Ide­en so­wie das Wis­sen und Kön­nen des De­si­gners sicht­bar.

Wie sor­gen wir al­so für Klar­heit und mehr Rechts­si­cher­heit? Ei­ne Lö­sung kann hier sein, sich aus dem Ge­spräch mit »Vie­len Dank für den Auf­trag, ich freu mich auf die Zu­sam­men­ar­beit, tol­les Pro­jekt!« zu ver­ab­schie­den. Wenn das Ge­gen­über dann kei­nen Ein­spruch er­hebt, lohnt der nächs­te Schritt: näm­lich ei­ne schrift­li­che Über­sicht zum be­gon­ne­nen Auf­trag nach­zu­rei­chen oder ein Pro­to­koll – ein­fach der gu­ten Ord­nung hal­ber.

An­statt gleich mit Ide­en zu bril­lie­ren, könn­ten wir auch ein­fach sa­gen: »Ein ähn­li­ches Pro­jekt ha­be ich schon mal ge­macht, schau­en Sie hier . . . « Und falls wir dann doch di­rekt nach ers­ten Skiz­zen ge­fragt wer­den: »Sind wir im Ge­schäft, ist das jetzt ein Auf­trag? Ich ma­che Ih­nen ger­ne ers­te Ent­wür­fe und be­ra­te Sie. Mein St­un­den­satz be­trägt so­und­so viel Eu­ro net­to. Falls Sie mehr möch­ten, ma­che ich Ih­nen ger­ne ein gu­tes An­ge­bot.«

Doch jetzt zu­rück auf Los, ma­chen wir den ers­ten Schritt! Ein er­folg­rei­cher Auf­trags­ab­schluss be­ginnt schließ­lich weit vor dem ers­ten Ken­nen­lern­ge­spräch. Erst ein­mal müs­sen wir den Fuß in die Tür be­kom­men. Wie das ge­lingt, zei­gen wir ab Sei­te 16.

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Co­ver Arndt Be­ne­dikt www.arndt-be­ne­dikt.de

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