Drum prü­fe . . .

PAGE - - Editorial - Ga­b­rie­le Gün­der, Chef­re­dak­teu­rin/pu­blis­her ( in­fo@pa­ge-on­li­ne.de )

● In Dä­ne­mark soll es ei­nen Fit­ness­club ge­ben, der ei­ne Mit­glied­schaft an­bie­tet, die so lan­ge nichts kos­tet, wie man min­des­tens ein­mal in der Wo­che zum Trai­ning kommt. Fehlt man ein­mal, wird die vol­le Mo­nats­ge­bühr fäl­lig. Ein ge­nia­ler Kniff des An­bie­ters: Wenn man wö­chent­lich er­scheint, fühlt man sich gut und fin­det das An­ge­bot klas­se. Doch ir­gend­wann wird es ei­nem sch­licht an Zeit man­geln, und man setzt ei­ne Wo­che aus. Man zahlt, sieht die Schuld aber bei sich selbst. An­ders als bei der üb­li­chen Re­ge­lung, wo man für die Nut­zung ei­nes Sport­stu­di­os zahlt und nicht hin­geht, möch­te man hier nicht die Mit­glied­schaft kün­di­gen, son­dern al­les da­für tun, um wie­der re­gel­mä­ßig da­bei zu sein.

Nun hand­ha­ben das die ein­schlä­gi­gen Soft ware­häu­ser ja be­kann­ter­ma­ßen an­ders. Wenn man ein Pro­gramm auch nur ein­mal nut­zen möch­te, wur­de frü­her gleich der vol­le Preis fäl­lig. Heu­te, egal ob man es wei­ter­ver­wen­det oder nicht, ei­ne Abo­ge­bühr. Und auch Fonts und Bil­der gibt es zu­neh­mend im Abo. Denn auch hier ha­ben sich nach an­fäng­li­cher Skep­sis die Vor­tei­le die­ser cloud­ba­sier­ten An­ge­bots­for­men her­um­ge­spro­chen: Man spart Zeit und Är­ger bei In­stal­la­ti­on und Up­date, pro­fi­tiert vom Cross­platt­form-ein­satz auf meh­re­ren Ge­rä­ten, ge­winnt an Fle­xi­bi­li­tät in der Pro­jekt­ar­beit und kann nach ei­nem Prä­sen­ta­ti­ons­ma­ra­thon dank naht­lo­ser Fo­toLi­bra­ry-in­te­gra­ti­on die in Lay­out­bil­dern vor­ge­nom­me­nen Be­ar­bei­tun­gen ein­fach über­neh­men.

Und den­noch füh­len wir uns ab­ge­zockt. Denn auch wenn es nur recht und bil­lig ist, dass ge­ra­de wir un­se­ren Kol­le­gen, den App-de­ve­l­opern et­wa, ei­nen mo­nat­li­chen Obo­lus ent­rich­ten für Bug­fi­xing und auf­wen­di­ge An­pas­sun­gen an neue Be­triebs­sys­te­me, und auch wenn ein je­der­zeit künd­ba­res Abo zu kon­se­quen­ter Wei­ter­ent­wick­lung und Qua­li­täts­si­che­rung an­hält, ge­hö­ren wird uns das Tool nie. Da hei­ßen wir doch neue Dis­tri­bu­ti­ons­an­sät­ze will­kom­men, bei de­nen wir zum Bei­spiel ein­zel­ne As­sets erst ein­mal ei­ne St­un­de lang aus­pro­bie­ren, dann mo­nats­wei­se mie­ten, mit un­se­ren Co­wor­kern tei­len kön­nen und zu gu­ter Letzt die re­gu­lä­re Li­zenz für im­mer er­wer­ben. Selbst wenn wir da­bei drauf­zah­len.

Die ver­schie­de­nen Abo­sys­te­me ber­gen Vor- und Nach­tei­le. Für User: Gestal­ter, Agen­tu­ren, Auf­trag­ge­ber. Und für Ur­he­ber: Ent­wick­ler, Bild­schöp­fer, Ty­pede­si­gner. Ma­chen wir uns al­so fit in punc­to Ver­triebs­mo­del­le und Pro­vi­der, be­vor wir uns auch nur ei­nen Tag bin­den (sie­he Sei­te 22 ff.).

Co­ver Ul­ri­ke Rausch (www.lie­be­fonts.com)

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