GIF it to me!

Al­le lie­ben sie, mil­li­ar­den­fach wer­den sie übers Netz ge­teilt. Es ist Zeit, die GIFS end­lich ernst zu neh­men

PAGE - - Trends 2017 -

zeu­ge­rin und Gen­der-ak­ti­vis­tin, die den Lon­don Ma­ra­thon wäh­rend ih­rer Mens­trua­ti­on, aber oh­ne Tam­pon lief. Auf ech­tes Blut setz­te auch die bri­ti­sche Da­men­hy­gie­ne­mar­ke Bo­dy­form. Der Wer­be­film »Blood« zeigt toughe Frau­en beim Bo­xen, Ska­ten oder Rug­by-spie­len, die oh­ne Rück­sicht auf Dreck und Ver­let­zun­gen für ihr Ziel kämp­fen. Slo­gan: »No blood should hold us back«.

Fan­gen un­se­re männ­li­chen Le­ser jetzt an sich zu gru­seln? Dann set­zen wir noch ei­nen drauf. Beim Fe­ma­le Em­power­ment könn­te es auch um Jobs ge­hen. Zu­min­dest in den USA ist das so. An­to­nio Lu­cio, Mar­ke­ting- Chef von HP, for­der­te in ei­nem of­fe­nen Brief die fünf Agen­tu­ren des Un­ter­neh­mens auf, »ra­di­kal den Pro­zent­satz von Frau­en und Far­bi­gen in Füh­rungs­rol­len zu er­hö­hen«. Gleich­zei­tig ta­ten sich Un­ter­neh­men und Wer­be­agen­tu­ren wie Co­ca- Co­la, ebay, Mc­cann, JWT, FCB und Mo­ther zur Initia­ti­ve »Free the Bid« zu­sam­men, die mehr weib­li­che Wer­be­re­gis­seu­rin­nen zum Zu­ge kom­men las­sen will.

Ist die Tus­si vom Auss­ter­ben be­droht?

Nur kei­ne Angst! Gleich­zei­tig geht der Trend zu kras­se­rem Gen­der-mar­ke­ting denn je. Neh­men wir die jüngs­te Ko­ope­ra­ti­on der Frau­en­zeit­schrift »Cos­mo­po­li­tan« und SEAT für ei­ne Son­der­edi­ti­on des SEAT Mii, die in 18-mo­na­ti­ger Zu­sam­men­ar­beit auch mit »Cos­mo­po­li­tan«-le­se­rin­nen ent­wi­ckelt wur­de. Be­son­de­res Merk­mal des Au­tos: Die »Eye­linerForm« der Schein­wer­fer hebt die­se in der­sel­ben Wei­se her­vor, »wie es Ma­ke-up mit den Au­gen macht«. Ab An­fang 2017 wird es den Mii in zwei Far­ben ge­ben: »Vio­let­to« und »Can­dy Weiß«. Na­tür­lich kann man als Fah­re­rin ei­nes sol­chen Au­tos Tus­si­tum und Bo­dy Po­si­ti­vi­tiy mit­ein­an­der ver­bin­den. Die Fra­ge bleibt, ob Ers­te­res aber nicht doch der mäch­ti­ge­re Trend ist. cg ● Viel­leicht liegt es dar­an, dass sie schon in der Web-stein­zeit da wa­ren und dar­um nie als neu­es­ter Hy­pe ge­han­delt wer­den konn­ten. Je­den­falls wird viel we­ni­ger über sie ge­re­det, als es ih­rer mas­sen­haf­ten Ver­brei­tung an­ge­mes­sen wä­re. Da­bei kommt kei­ne der gro­ßen so­zia­len Platt­for­men und kein Mes­sen­ger mehr oh­ne sie aus. Auch über Whatsapp las­sen sich seit Kur­zem Vi­de­os in GIFS um­wan­deln – oder man sucht pas­sen­de Zap­pel­bild­chen über ei­nen Gif-but­ton, wie ihn et­wa Twit­ter schon hat.

Die Gif-ein­bin­dung funk­tio­niert für ih­re zahl­rei­chen Fans da drau­ßen in der Welt so: Der But­ton führt in Li­bra­rys wie die von Gi­phy oder Riff­sy, wo man ein Such­wort (oder dum­men Spruch) ein­gibt und mehr oder min­der pas­sen­de GIFS an­ge­bo­ten be­kommt, um sie in Chat-nach­richt, Blo­go­der So­ci­al-me­dia-posts ein­zu­fü­gen. Die In­hal­te kom­men ge­le­gent­lich auch von pro­mi­nen­ten Wer­be­part­nern, die Ma­te­ri­al für die Wei­ter­ver­ar­bei­tung zu GIFS be­reit­stel­len – bei Gi­phy bei­spiels­wei­se Net­flix, Ni­ke oder Cal­vin Klein. Ei­ne gu­te Me­tho­de al­so, um ge­bran­de­ten Con­tent zu ver­brei­ten.

Fil­me se­hen. Al­le Spots und Vi­de­os so­wie Links zu den Kam­pa­gnen fin­den Sie un­ter ↗ www.pa­ge-on­li­ne.de/trends2017

Gera­de hat Gi­phy neue Zah­len ver­öf­fent­licht: Pro Tag ver­zeich­net die Platt­form 100 Mil­lio­nen ak­ti­ve User und lie­fert mehr als ei­ne Mil­li­ar­de GIFS aus.

Mehr als bloß lus­tig

Fest steht: Oh­ne sie ist kei­ne Mul­tichan­nel-kam­pa­gne mehr kom­plett, denn in so­zia­len Me­di­en gibt es kei­ne kom­pak­te­re und ein­dring­li­che­re Form des Sto­ry­tel­ling. Das Po­ten­zi­al der sim­pelst zu er­stel­len­den Be­wegt­bild­mi­nia­tu­ren wird aber nach wie vor un­ter­schätzt. Denn man kann da­mit nicht nur Wit­ze ma­chen, son­dern auch sinn­vol­le Ge­schich­ten er­zäh­len oder aus­sa­ge­kräf­ti­ge Kom­men­ta­re ma­chen – Gi­phy hat mit GIFS et­wa die Us-prä­si­den­ten­wahl be­glei­tet ( http://gi­phy.com/elec­tion2016 ).

Im­mer häu­fi­ger nut­zen On­li­ne-nach­rich­ten­me­di­en auch Gi­fo­gra­phics, al­so ein­fach ani­mier­te In­fo­gra­fi­ken. Da bau­en sich Dia­gram­me auf, nach­ein­an­der rü­cken ver­schie­de­ne Aspek­te in den Vor­der­grund oder man sieht, wie Ver­pa­ckun­gen, Ma­schi­nen oder Öko­sys­te­me funk­tio­nie­ren. Aus we­ni­gen JPEGS ge­baut, kön­nen GIFS aber auch schlicht ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven ei­nes Ob­jekts, Vor­her-nach­her-darstel­lun­gen oder Step-by-step-ent­wick­lun­gen zei­gen, als kom­pak­te Ge­brauchs­an­wei­sun­gen die­nen oder Mi­ni-er­klär­film­chen sein.

Für De­si­gner eig­nen sich GIFS bes­tens, um ei­ge­ne Pro­jek­te zu prä­sen­tie­ren. Ein­fach Ein­zel­bil­der von Buch­dop­pel­sei­ten, Ka­len­der­blät­tern oder Pla­kat­rei­hen et­wa über die Sli­de­show­Funk­ti­on von Gi­phy hoch­la­den – fer­tig. Das re­nom­mier­te Stu­dio von Fons Hick­mann in Ber­lin pos­tet so auf Face­book neue Ar­bei­ten. »Das Ani­ma­ted GIF hat man im­mer be­lä­chelt, und in Zu­kunft wer­den wir das viel­leicht auch wie­der tun. Im Au­gen­blick je­doch ist es we­gen sei­ner un­ver­bind­li­chen Leich­tig­keit ein wun­der­ba­res For­mat, um In­hal­te in den so­zia­len Me­di­en ad­äquat zu prä­sen­tie­ren«, so Fons Hick­mann. »Tat­säch­lich bie­tet das GIF mehr Mög­lich­kei­ten, als wir auf den ers­ten Blick er­war­ten.«

Kurz­ge­schich­ten er­zäh­len

Die ver­schie­de­nen dra­ma­tur­gi­schen Stil­mit­tel von GIFS fass­te un­längst das Me­di­en­for­schungs­pro­jekt »Der Fil­ter« so wun­der­bar zu­sam­men, dass es da­für so­gar bei den Le­ad Awards aus­ge­zeich­net wur­de. Das Team der HMKW Ber­lin iden­ti­fi­zier­te 16 Ty­pen von GIFS, die es on­li­ne, aber auch ganz ana­log auf ei­ner Pla­kat­rei­he prä­sen­tier­te ( www.der-fil­ter. info/gif/edi­to­ri­al.html ). Dar­un­ter die »Com­pi­la­ti­on« (das Zu­sam­men­schnei­den in­halt­lich kom­plett un­ter­schied­li­chen Ma­te­ri­als, das aber vi­su­el­le Ge­mein­sam­kei­ten auf­weist), der »Sto­ry­im­ma­nent Lo­op« (der Lo­op fügt sich per­fekt in die Hand­lung ein) oder die »Re­ver­sed GIFS«, die Vi­de­os ein­fach um­dre­hen und da­mit ver­blüf­fen­de Ef­fek­te er­zie­len.

Las­sen Sie sich in­spi­rie­ren – auch für die nächs­te Fo­to­pro­duk­ti­on. Fo­to­gra­fe­na­gen­tin Su­san­ne Br­ansch be­klagt, dass Kun­den viel zu sel­ten dar­an den­ken, beim Shoo­ting gleich Ma­te­ri­al für GIFS und an­de­re kur­ze Vi­deo­for­ma­te an­fer­ti­gen zu las­sen. »Was wohl dar­an liegt, dass sie ei­ner­seits mit ei­ner Wer­be- und an­de­rer­seits mit ei­ner Di­gi­ta­l­agen­tur ar­bei­ten. Da wird viel an­ein­an­der vor­bei pro­du­ziert.« cg

Und noch mehr GIFS. Wei­te­re Bei­spie­le für die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten der Mi­ni-ani­ma­tio­nen zei­gen wir un­ter ↗ www.pa­ge-on­li­ne.de/gi­fo­gra­phics_0217

Schlag­zeu­ge­rin und Gen­derAk­ti­vis­tin Ki­ran Gandhi in der Kam­pa­gne von H&m-toch­ter Mon­ki

Wir las­sen uns von Blut nicht auf­hal­ten, so die Mes­sa­ge die­ser Kam­pa­gne der bri­ti­schen Da­men­hy­gie­ne­mar­ke Bo­dy­form

Re­gel­bruch ist Programm bei Be­noît Bod­huins neu­em Font bb-book con­tras­ted. Zur Pro­mo­ti­on ent­wi­ckel­te er pas­sen­de GIFS

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