Pu­bli­ka­tio­nen

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»Branding in Fi­ve and a Half Steps«. Wann kommt es schon mal 1 vor, dass ein wirk­lich hoch­ka­rä­ti­ger De­si­gner ein wirk­lich aus­führ­li­ches Buch über Branding schreibt? Der Bri­te Micha­el John­son von der Agen­tur john­son banks tut dies nun schon zum zwei­ten Mal. Nach »Pro­blem Sol­ved« von 2004 kommt jetzt ei­ne um­fang- und de­tail­rei­che schritt­wei­se An­lei­tung: In den Steps 1 und 2 geht’s um Re­se­arch und Stra­te­gie, die Steps 3, 4 und 5 sind De­sign, Um­set­zung und Im­ple­men­tie­rung. Da­zwi­schen liegt häu­fig Schritt 2.5 – der Mo­ment, wo an­zug­tra­gen­de Stra­te­gen den Job an die »krea­ti­ven Ty­pen mit den ko­mi­schen Bril­len« wei­ter­ge­ben. Ei­ne ganz und gar kon­tra­pro­duk­ti­ve Kluft, die Micha­el John­son mit sei­nem Buch ei­gent­lich schlie­ßen möch­te. 2 »Schrift Bild Zei­chen«. Wer nicht weiß, wo­her er kommt, weiß nicht, wo­hin er geht – sagt man im­mer. So ge­se­hen, müss­te sich je­der deut­sche Gra­fik­de­si­gner die­sen Bild­band über Wer­be­gra­fik in Ost und West seit 1945 zu Ge­mü­te füh­ren. Für den Text sorg­te Ani­ta Küh­nel, seit 1992 Lei­te­rin der Samm­lung Gra­fik­de­sign der Ber­li­ner Kunst­bi­blio­thek. Sie ist ei­ne der füh­ren­den Ex­per­tin­nen auf ih­rem Ge­biet und hat als Aus­stel­lungs­ku­ra­to­rin vie­le der Prot­ago­nis­ten per­sön­lich ken­nen­ge­lernt. Ne­ben ih­rem gro­ßen Rück­blick auf die Ge­samt­ent­wick­lung seit Kriegs­en­de gibt es Auf­sät­ze zu Ta­schen­buch­ge­stal­tung, Film- und Thea­ter­pla­ka­ten so­wie dem Funk­tio­na­lis­mus, den seit 1950 zum Bei­spiel An­ton Stan­kow­ski oder Her­bert W. Kapitz­ki ver­tra­ten. Nach Lek­tü­re und Be­trach­tung des Ban­des kann dann je­der, per­fekt mit Kennt­nis­sen aus­ge­rüs­tet, selbst ein neu­es Ka­pi­tel in der Ge­schich­te des De­signs auf­schla­gen.

Ani­ta Küh­nel (Hrsg.): Schrift Bild Zei­chen. Wer­be­gra­fik in Deutsch­land 1945–2015. Dort­mund (Kett­ler) 2016, 224 Sei­ten. 39,90 Eu­ro. ISBN 978-3-86206-565-3 3 »Für den tie­fe­ren Sinn«. För­dert der Duft von Ber­ga­mot­te tat­säch­lich die Krea­ti­vi­tät? Was kön­nen Düf­te für die Mar­ken­bil­dung beim ICE brin­gen? War­um sam­melt der Kon­sum­theo­re­ti­ker Wolf­gang Ull­rich seit zehn Jah­ren Dusch­gels? Und wer­den ei­nes Tages In­ter­net­an­wen­dun­gen mul­ti­sen­so­risch durch com­pu­ter­ge­ne­rier­te Ge­rü­che ver­voll­stän­digt? Sol­che und an­de­re Fra­gen be­ant­wor­tet die­ser un­ter­halt­sa­me und viel­sei­ti­ge Auf­satz­band über »Duft als Me­di­um«. To­bi­as Ja­cob aus Hal­le sorg­te für die wun­der­ba­re Gestal­tung, be­son­de­re Wohl­ge­rü­che ver­brei­tet das Buch selbst nicht. Da­für gibt es Aus­schnit­te aus ei­ner Un­ter­su­chung der De­si­gne­rin Ber­na­det­te En­gel, die in di­ver­sen Bi­b­lio­the­ken den Ge­ruch von Bü­chern er­schnüf­fel­te. Mit teils ver­nich­ten­den Er­geb­nis­sen: »ekel­haft, Tier­ge­he­ge, Pe­tro­le­um« – so be­schreibt sie et­wa den Ge­ruch ei­ner Pu­bli­ka­ti­on über den be­rühm­ten Ty­po­gra­fen Max Burch­artz aus dem Jahr 2010.

Mar­tin He­gel, Mat­thi­as Wa­gner K. (Hrsg.): Für den tie­fe­ren Sinn. Duft als Me­di­um in Kunst, De­sign und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wies­ba­den (Spiel­bein Pu­blis­hers) 2016, 224 Sei­ten. 34,90 Eu­ro. ISBN 978-3-946718-03-1

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