Wie kom­plex darf ein Zei­chen sein?

PAGE - - Retina Mit Microplus-Fonts -

Wie viel Dif­fe­ren­ziert­heit er­laubt ist, frag­te sich To­bi­as Fre­re-jo­nes bei je­dem Buch­sta­ben. Vor al­lem das @-Zei­chen hät­te ihn da­bei fast in den Wahn­sinn ge­trie­ben. »Die Kom­ple­xi­tät die­ses Zei­chens ist Teil sei­ner Iden­ti­tät«, er­klärt er. »Wenn man hier an­fängt, et­was weg­zu­neh­men und zu ver­ein­fa­chen, ist es nicht län­ger ein @-Zei­chen. Es kann dann sei­nen Job nicht mehr ma­chen, sich ein­deu­tig von Buch­sta­ben zu un­ter­schei­den und ei­nen Na­men von ei­ner Do­main zu tren­nen.« Die­sem Zei­chen ge­nug Kom­ple­xi­tät zu ver­lei­hen, oh­ne dass es in wirk­lich klei­nen Gra­den kol­la­biert, hielt To­bi­as Fre­re-jo­nes über Wo­chen be­schäf­tigt. Ich fin­de, der Auf­wand hat sich ge­lohnt, die von ihm ge­fun­de­ne Lö­sung ist äu­ßerst ele­gant.

Die Us-ame­ri­ka­ni­sche De­si­gn­jour­na­lis­tin Liz Stin­son schrieb sehr tref­fend auf Wi­red.com, ganz be­son­ders in­ter­es­sant sei Re­ti­na Mi­crop­lus an der Gren­ze zwi­schen 7 und 10 Punkt. Wenn sich die Schrift von les­bar in kra­ke­lig ver­wan­de­le, be­kä­me man ei­nen un­ge­mein plas­ti­schen Ein­druck von den op­ti­schen Tricks und Fi­nes­sen, mit de­nen Ty­pede­si­gner täg­lich jon­glie­ren (https://is.gd/wire­dre­ti­na). Das Mu­se­um of Mo­dern Art be­zeich­net Re­ti­na gar als »Mei­len­stein im Ty­pede­sign« und nahm sie in sei­ne Ar­chi­tek­tur- und De­sign­samm­lung auf. Für ei­nen Schrift­ge­stal­ter si­cher­lich ei­ne der höchs­ten Aus­zeich­nun­gen über­haupt. ant

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.