Chat­bot De­sign

Chat­bots ver­drän­gen das alt­be­kann­te gra­fi­sche User In­ter­face. Wel­che Mög­lich­kei­ten bie­ten sie für Branding und Be­nut­zer­füh­rung?

PAGE - - Nachwuchs -

● Auf ein­mal wol­len al­le Mar­ken di­rekt mit uns kom­mu­ni­zie­ren – an je­der Ecke stol­pert man über ei­nen Chat­bot. Über­all fah­ren klei­ne Schub­la­den mit Sprech­bla­sen­sym­bol teils un­ge­fragt von rechts ins

Ge­schen­ke­be­ra­ter Ru­di Ren­tier

Wer sagt, dass De­sign in Chat­bots nicht mög­lich ist? Ru­di Ren­tier, der Ge­schen­ke­be­ra­ter von Me­dia Markt, weiß es bes­ser. Ob­wohl der Chat­bot im Face­book Mes­sen­ger läuft, setz­te die Elek­tro­nik­ket­te ihr Cor­po­ra­te De­sign ein­drucks­voll um. So do­mi­niert die Far­be Rot als wich­ti­ges Bran­ding­si­gnal – nicht nur Ru­dis Na­se glüht. Der Il­lus­tra­ti­ons­stil soll­te mas­sen­kom­pa­ti­bel, mo­dern und doch mög­lichst ein­zig­ar­tig sein. Für Be­we­gung und emo­tio­na­les En­ga­ge­ment sor­gen die Gif-ani­mier­ten Emo­jis. Bild und ver­de­cken be­son­ders auf dem Smart­pho­ne die In­hal­te – nur sel­ten re­agie­ren Li­ve- Chats oder Help-mo­du­le erst auf Tab oder Klick. »Das Schlimms­te ist, wenn sie ein­fach dumm im Weg her­um­ste­hen und ner­ven, so wie da­mals Mi­cro­softs Of­fice-as­sis­tent Clip­py. Das ist schlech­te User Ex­pe­ri­ence«, sagt Chris­ti­an Wait­zin­ger, Exe­cu­ti­ve Crea­ti­ve Di­rec­tor bei Sa­pi­en­tra­zor­fish in Mün­chen ( www.sa­pi ent­ni­tro.com ).

Die Un­ter­neh­men ver­le­gen sich nicht grund­los aufs Chat­ten. En­de 2015 ha­ben Mes­sa­ging-apps wie Face­book Mes­sen­ger, Whatsapp, Sky­pe oder Snap­chat die so­zia­len Netz­wer­ke über­holt, so ei­ne Stu­die der Nach­rich­ten­sei­te Bu­si­ness In­si­der (https://is.gd/bim­es­sa­gingapps). Al­le Welt schreibt Text­nach­rich­ten, auch weil das Te­le­fo­nie­ren in der Öf­fent­lich­keit zu­neh­mend als Be­läs­ti­gung emp­fun­den wird. So wur­den Mes­sa­ging-apps un­se­re neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­tra­len.

Und sie lo­cken mit enor­men Reich­wei­ten: Laut dem Sta­tis­tik­por­tal Sta­tis­ta (Stand Ju­ni 2016) chat­ten 800 Mil­lio­nen Nut­zer welt­weit über Whatsapp, 576 Mil­lio­nen über Face­book Mes­sen­ger so­wie 600 Mil­lio­nen User über QQ und 500 Mil­lio­nen über Wechat, die bei­de von dem chi­ne­si­schen In­ter­net­kon­zern Ten­cent be­trie­ben wer­den. Im Mo­ment ist der Run der Un­ter­neh­men auf Chat­bots ein­fach enorm, denn der Ge­winn ist ein­deu­tig. Man holt die Men­schen dort ab, wo sie so­wie­so schon sind, näm­lich in den Mes­sa­ging-apps. Man spart Geld, stellt Kun­den zu­frie­den, stärkt den Ab­ver­kauf und zu­dem die Mar­ken­bin­dung – wenn man es gut macht.

Sinn­vol­le Ser­vice-kon­zep­te

In die­sem neu­en Nut­zungs­ver­hal­ten ist Kom­mu­ni­ka­ti­on die Kern­funk­ti­on, und die Un­ter­neh­men do­cken mit in­tel­li­gen­ten Ser­vices an sie an. Denn Kun­den-

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