Task­force Gleich­be­rech­ti­gung

Se­rie: Job­pro­fi­le Mo­ti­on De­si­gner ge­stal­ten Be­wegt­bild mit­tels Ty­po­gra­fie und Gra­fik­de­sign. Ih­re Ar­beit ist nicht mehr nur in Film­vor­spän­nen und Wer­be­spots ge­fragt, son­dern auch zu­neh­mend für On­li­ne

PAGE - - BRANCHE -

● Di­gi­tal Me­dia Wo­men un­ter­stützt und ver­netzt Frau­en, die den di­gi­ta­len Wan­del vor­an­trei­ben und bie­tet ne­ben Meet­ups auch The­men­aben­de und Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen zu di­ver­sen The­men von »nütz­lich« bis »stra­te­gisch wich­tig« an, et­wa So­ci­al Me­dia und Recht, di­gi­ta­ler Jour­na­lis­mus, öf­fent­li­ches Spre­chen, Word­press, Di­ver­si­ty oder Fra­gen wie »Wie ver­än­dert die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on un­se­re Ge­sell­schaft, und wie kön­nen Frau­en da­bei ein Rol­le spie­len?«.

The­men­aben­de mit fes­tem Spea­ker fin­den oft bei Un­ter­neh­men statt, bei gro­ßen wie Mi­cro­soft ge­nau­so wie bei klei­nen Agen­tu­ren. Das Lunch Meet­up um­fasst of­fe­ne Ge­sprächs­run­den, die in Ber­lin im­mer par­al­lel an zwei Or­ten statt­fin­den.

Al­le un­se­re Maß­nah­men sol­len be­wir­ken, dass Frau­en mehr Gleich­be­rech­ti­gung in der Ge­sell­schaft er­lan­gen. Mit un­se­rem Blog und un­se­ren Me­di­en­part­ner­schaf­ten wol­len wir die Sicht­bar­keit von Frau­en er­hö­hen, eben weil es uns nicht nur ums Ge­schäft geht, son­dern auch um ei­ne ge­sell­schaft­li­che Vi­si­on. Un­ser Pu­bli­kum ist sehr ge­mischt: Wir ha­ben nicht nur Frei­be­ruf­ler im Netz­werk, und von der Füh­rungs­kraft bis zur Ju­nio­rin sind al­le will­kom­men. Auch Män­ner.

VER­AN­STAL­TUNG Di­gi­tal Me­dia Wo­men, Ber­lin ↗ www.di­gi­tal­me­di­a­wo­men.de TEIL­NEH­MER 25 bis 30 beim Meet-up, 50 und mehr beim The­men­abend PREIS kos­ten­los, der frei­wil­li­ge Jah­res­ver­eins­bei­trag be­trägt rund 50 Eu­ro FRE­QUENZ ein­mal pro Mo­nat ORT Lo­ka­le (Meet-ups), Un­ter­neh­men (The­men­aben­de), bun­des­weit in neun Städ­ten PU­BLI­KUM Stra­te­gen, On­li­ne-mar­ke­tin­gund So­ci­al-me­dia-ma­na­ger, Art­di­rek­to­ren, Di­gi­tal­kon­zep­tio­ner, On­li­ne-jour­na­lis­ten FI­NAN­ZIE­RUNG Ver­eins­bei­trä­ge und Selbst­zah­ler; Un­ter­neh­men stel­len Lo­ca­ti­on und Ca­te­ring

ren­de Pro­jek­te oder pro­fes­sio­nel­le Tech­ni­ken vor, und auch über den ei­nen oder an­de­ren Kniff in Af­ter Ef­fects tauscht man sich aus. »Et­was grö­ßer als ein Stamm­tisch und viel klei­ner als ei­ne Mes­se, ist Pi­xelists ei­ne Men­ge Mo­ti­on De­sign, ein biss­chen Ner­den, ei­ne Pri­se Rock ’n’ Roll und ein paar Fla­schen Bier«, fasst die Stamm­tisch­be­schrei­bung der Face­book­grup­pe das An­lie­gen char­mant zu­sam­men.

Spaß an der Freud und am Netz­wer­ken

In Köln or­ga­ni­siert Na­di­ne Pro­waz­nik mit et­was mehr Auf­wand die Crea­ti­ve­mornings ( https://crea ti­ve­mornings.com ), ei­ne 2008 von der New Yor­ker De­si­gne­rin Ti­na Roth Ei­sen­berg in­iti­ier­te und mitt­ler­wei­le in 148 Me­tro­po­len welt­weit ver­tre­te­ne mo­nat­li­che Vor­trags­rei­he zur bes­ten Früh­stücks­zeit, zwi­schen 9 und 10 Uhr. Das Event ser­viert al­len Teil­neh­mern ein­mal im Mo­nat ei­nen kos­ten­lo­sen zwan­zig­mi­nü­ti­gen Vor­trag bei Kaf­fee, Früh­stück und krea­ti­vem Aus­tausch.

Na­di­ne Pro­waz­nik ist Gra­fik­de­si­gne­rin und be­treibt ih­re Krea­ti­vagen­tur Vee­dels­werk (www.vee­dels werk.de) mit Sitz in Köln und Hong­kong, wo sie sich mitt­ler­wei­le die meis­te Zeit des Jah­res auf­hält. Auch von dort küm­mert sie sich um Ca­te­ring, Lo­ca­ti­ons, Spon­so­ren und Spea­ker, ist selbst aber nur al­le

»Un­se­re Crea­ti­ve­Mornings sol­len kei­ne Vi­si­ten­kar­ten­par­ty sein, das ist mir wich­tig«

zwei bis drei Mo­na­te vor Ort und ver­lässt sich an­sons­ten auf ihr lo­ka­les Or­ga­ni­sa­ti­ons­team, das den Ablauf auch in ih­rer Ab­we­sen­heit wuppt und eben­so wie sie eh­ren­amt­lich tä­tig ist.

Köln, Hong­kong, Full­time-job, Eh­ren­amt – war­um bür­det man sich das al­les auf ? »Für mich ist das ei­ne Mög­lich­keit, mit Köln in Ver­bin­dung zu blei­ben«, so die Teil­zeit­aus­wan­de­rin. »Vor al­lem aber be­geis­tert mich die Com­mu­ni­ty­ar­beit. Ich ler­ne tol­le Leu­te und vie­le ver­schie­de­ne Ar­beits­wei­sen ken­nen.«

Und was bringt’s?

Wich­tigs­te Vor­aus­set­zung, um Meet-ups auf die Bei­ne zu stel­len, ist für Na­di­ne Pro­waz­nik ein be­last­ba­res Netz­werk, um je­den Mo­nat in­ter­es­san­te Spea­ker re­kru­tie­ren zu kön­nen. Aber nicht nur des­halb sind Kon­tak­te wich­tig: »Ge­ra­de wenn es dar­um geht, Spon­so­ren zu ge­win­nen, zäh­len per­sön­li­che Ver­bin­dun­gen«, be­rich­tet Mat­thi­as We­ber, In­ha­ber der Stra­te­gie­be­ra­tung It’s The Glue (www.its­theg­lue.com) in Ham­burg. Mit 040x040 ( www.040x040.com ) hat er ein Aus­tausch­pro­gramm für Krea­ti­ve zwi­schen Ham­burg und Mal­mö auf die Bei­ne ge­stellt. Un­ter­stüt­zer fand er et­wa im Ham­bur­ger De­sign­stu­dio pre­cious (www.pre­cious-fo­re­ver.com), des­sen Grün­der Chris­to­phe Stoll von der Pro­jekt­idee so be­geis­tert war, dass er Ar­beits­zeit spon­ser­te, in der sei­ne Mit­ar­bei­ter bei­spiels­wei­se das Pro­gramm­heft ge­stal­te­ten. Oder in Ar­ne Kitt­ler, eben­so be­geis­ter­ter

»Es geht uns nicht nur um das Fach­wis­sen, son­dern auch um den Ge­dan­ken­aus­tausch mit der Com­mu­ni­ty«

Teil­neh­mer und Pro­dukt­ma­na­ger beim Bu­si­ness­netz­werk XING. Er über­zeug­te sei­nen Ar­beit­ge­ber da­von, das neue Pro­jekt fi­nan­zi­ell zu un­ter­stüt­zen.

Mat­thi­as We­ber hat auch ver­sucht, oh­ne per­sön­li­chen Draht Gel­der ein­zu­wer­ben, bei Un­ter­neh­men oder bei der Stadt Ham­burg. »Aber de­nen ist un­se­re Ver­an­stal­tung mit 40 Teil­neh­mern zu klein«, sagt der Stra­te­gie­be­ra­ter. »Das bringt nichts, wo ist un­se­re Sicht­bar­keit?«, heißt es in der Re­gel. Da­mit er mit der Ver­an­stal­tung kei­nen Ver­lust macht, be­rech­net Mat­thi­as We­ber ei­nen Bei­trag zwi­schen 450 und 950 Eu­ro – oh­ne Rei­se­kos­ten –, der sich an der Grö­ße des Ar­beit­ge­bers des je­wei­li­gen Teil­neh­mers ori­en­tiert.

Sha­ring is Ca­ring

Für die hel­fen­den Hän­de wie auch für die Spea­ker hat Mat­thi­as We­ber kein Bud­get, kann aber ei­ne kos­ten­lo­se Teil­nah­me am Aus­tausch an­bie­ten – ei­ne Rech­nung, die für bei­de Sei­ten auf­geht. »Ich glau­be, dass die Teil­neh­mer der Ver­an­stal­tung vor al­lem neu­gie­rig sind. Sie ha­ben Lust, Neu­es zu ent­de­cken und Leu­te ken­nen­zu­ler­nen, mit de­nen sie sich aus­tau­schen kön­nen.« Das Prin­zip Ge­gen­sei­tig­keit sei es, das letzt­lich den Cha­rak­ter der Ver­an­stal­tung aus­ma­che: Wer sein Wis­sen teilt, be­kommt im Ge­gen­zug auch et­was zu­rück.

Mar­kus von der Lü­he sieht es ähn­lich, die Ver­an­stal­tungs­rei­he 33 Mon­keys hat er im Wind­schat­ten sei­ner Kon­fe­renz Ye­ar of the X ( www.yearof­t­hex. com ) an den Start ge­bracht. Den Schlüs­sel für den Er­folg der kom­pak­ten For­ma­te sieht er in der in­ti­men At­mo­sphä­re. Sie gibt den Teil­neh­mern die Mög­lich­keit, sich nicht nur auf ei­ner pro­fes­sio­nel­len Ebe­ne, son­dern zu­dem per­sön­lich ken­nen­zu­ler­nen und aus­zu­tau­schen. Da­her wählt er au­ßer­ge­wöhn­li­che Lo­ca­ti­ons zum Bei­spiel ei­nen Zir­kus­wa­gen oder ei­ne Alm­hüt­ten. »Du merkst dann, ob du mit je­man­dem klickst und Lust hast, mit ihm was zu ma­chen. Ob das in ei­ne Freund­schaft oder in ein Bu­si­ness mün­det, ist letzt­lich zweit­ran­gig.«

Der Be­ne­fit der Meet­ups, Round Ta­bles oder Stamm­ti­sche lässt sich eben nicht mit den üb­li­chen Kenn­zah­len zu­sam­men­fas­sen. Hier ist man auf der Su­che nach In­spi­ra­ti­on, sam­melt neue Ide­en und Kon­tak­te, die man auch per­sön­lich schätzt. Und wie misst man als Or­ga­ni­sa­tor den Er­folg die­ser meist als Non­pro­fit­event an­ge­leg­ten Ver­an­stal­tun­gen? Na­tür­lich kann man Twit­ter als Seis­mo­gra­fen nut­zen. Vie­le be­kom­men al­ler­dings auch di­rekt auf der Ver­an­stal­tung Feed­back – meist po­si­ti­ves. Und das ist für sie der größ­te Ge­winn: Die Freu­de an ei­ner ge­lun­ge­nen Ver­an­stal­tung. as

»Ob ein neu­er Kon­takt in ei­ne Freund­schaft oder in ein Bu­si­ness mün­det, ist letzt­lich zweit­ran­gig«

Mo­ti­on te ei­ne Lis­te pas­sen­der Stu­di­os. Bei DE­LI klapp­te es mit ei­nem Job. Schon beim ers­ten Te­le­fo­nat fand ich den La­den sym­pa­thisch. Es hieß, ein ge­wis­ser Michael »will mit dir re­den«. Ich ha­be dann erst vor Ort er­fah­ren, dass er der Ge­schäfts­füh­rer ist.

Was für ein Port­fo­lio hat­test du beim Vor­stel­lungs­ge­spräch bei DE­LI vor­zu­wei­sen?

Sehr vie­le klei­ne Ani­ma­tio­nen. Ich hat­te vor­her ne­ben­bei für ei­ne Fir­ma ein we­nig in Rich­tung Image­film ge­ar­bei­tet. Au­ßer­dem gab es ein ani­mier­tes Mu­sik­vi­deo für ei­nen Ber­li­ner Un­der­ground­rap­per. Wäh­rend ei­nes Aus­lands­se­mes­ters in Bel­fast wa­ren wei­te­re freie Pro­jek­te ent­stan­den. Da kam schon ei­ni­ges zu­sam­men. Fast al­les sehr ex­pe­ri­men­tell, aber es reich­te, um Auf­merk­sam­keit zu be­kom­men.

Wie fühl­te sich dann das »ech­te« Ar­beits­le­ben bei DE­LI an?

Dass ich zeich­nen kann, kam sehr gut an. Ich wur­de fürs Sto­ry­boar­ding ein­ge­setzt und konn­te viel ler­nen. Im Stu­di­um lässt man Sto­ry­boards gern mal weg, weil man schnell an­fan­gen will. Af­ter Efects und Ci­ne­ma 4D kann­te ich ja, mei­ne Cha­rac­ter­ani­ma tio­nen wa­ren gern ge­se­hen. Aber ich muss­te schnel­ler wer­den, das schwel­ge­ri­sche stu­den­ti­sche Ar­bei­ten los­wer­den.

Wie hast du das ge­schafft?

Wenn der Pro­du­cer nach ei­nem Tag an den Tisch kommt und sich wun­dert, was man die gan­ze Zeit ge­macht hat, merkt man, dass man viel­leicht zu de­tail­liert, zu um­ständ­lich ar­bei­tet. Ich hat­te mir das meis­te ja selbst bei­ge­bracht. Von den al­ten Ha­sen ha­be ich ge­lernt, die Pro­gram­me ef­fek­ti­ver zu nut­zen.

Ist das Ar­beits­le­ben in der Me­dien­bran­che so stres­sig, wie oft be­haup­tet wird?

An der Hoch­schu­le gab es vie­le, die kei­ne Lust auf ei­ne Agen­tur hat­ten, son­dern ihr ei­ge­nes Ding ma­chen woll­ten. DE­LI je­den­falls ist ein ent­spann­ter La­den, man geht fair mit der Ar­beits­zeit um. Na­tür­lich sind Über­stun­den je nach Auf­trags­la­ge manch­mal selbst­ver­ständ­lich. Aber das wird we­ni­ger, je pro­fes­sio­nel­ler man selbst sei­ne Zeit ein­teilt.

Wel­che Ei­gen­schaf­ten soll­te man für den Job als Mo­ti­on De­si­gner mit­brin­gen?

Ge­las­sen­heit und die Fä­hig­keit, mit Men­schen um­zu­ge­hen. Man ar­bei­tet ja nicht nur am Com­pu­ter und das war’s. Mit dem Kun­den, der manch­mal ne­ben ei­nem sitzt, muss man eben­so kom­mu­ni­zie­ren wie im Team. Wenn ei­nem be­stimm­te Ar­beits­schrit­te we­ni­ger lie­gen, soll­te man nicht ei­nen Tag lang her­um­pro­bie­ren, son­dern die­se Auf­ga­be lie­ber ab­ge­ben – und ent­we­der selbst wis­sen, an wen, oder es mit dem Pro­du­cer be­spre­chen. Und man muss sein Ego im­mer wie­der zur Sei­te pa­cken kön­nen. Es geht nicht dar­um, Bil­der zu pro­du­zie­ren, die man selbst schön fin­det, son­dern dar­um, ef­fek­tiv zu ar­bei­ten.

Wie oft hast du di­rekt Kon­takt mit Kun­den, und wie ge­stal­tet sich das?

Wenn die Kun­den nicht in Ham­burg sind, gibt es re­la­tiv oft Te­le­fon­kon­fe­ren­zen. Meis­tens schi­cken wir ih­nen Ent­wür­fe oder Ar­beits­er­geb­nis­se und be­spre­chen die­se te­le­fo­nisch. Da kön­nen von je­der Sei­te zwei oder drei Leu­te be­tei­ligt sein, manch­mal auch mehr, wenn et­wa noch die Krea­tiv­di­rek­to­rin und 3D­spe­zia­lis­ten da­bei sein müs­sen.

Emp­fin­dest du dei­ne Ar­beit eher als tech­nisch oder eher als krea­tiv?

Das hält sich ganz gut die Waa­ge. Manch­mal ha­ben die Agen­tu­ren als Auf­trag­ge­ber schon sehr ge­naue Vor­stel­lun­gen, in an­de­ren Fäl­len kann man den Look mit­be­stim­men. Wenn man weiß, dass bald wie­der ei­ne net­te Auf­ga­be in den Start­lö­chern steht, hilft ei­nem das durch Dür­re­pha­sen und man beißt sich bei nicht ganz so span­nen­den Auf­ga­ben durch.

Was sind dei­ne Vor­lie­ben?

Mein Stil ist eher Co­mic­ar­tig, lus­tig und quietsch­bunt – sol­che Jobs lan­den mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit auf mei­nem Tisch. Gleich zu An­fang hat­te ich ein net­tes Pro­jekt für das Schau­spiel­haus Ham­burg mit viel Cha­rac­ter­ani­ma­ti­on. Die Fi­gu­ren wa­ren von ei­nem hol­län­di­schen Il­lus­tra­tor vor­ge­ge­ben, aber ich durf­te al­les drum­her­um ge­stal­ten. Das war im ers­ten hal­ben Jahr ein sehr gu­ter Start.

Wel­che Pro­jek­te wa­ren seit­her High­lights?

Zum Bei­spiel der Spot für die Stadt­werk­zeug­app der Stadt­wer­ke Düs­sel­dorf. Lus­ti­ger­wei­se muss­te ich so­gar für die ers­ten Test­shots als Mo­del her­hal­ten – wir be­nö­tig­ten je­man­den, der mit ei­nem Smart­pho­ne die Hän­de be­wegt, die spä­ter mit den Ani­ma­tio­nen in­ter­agie­ren soll­ten. Wir hat­ten zu An­fang zwei De­si­gn­rou­ten ent­wi­ckelt. Ei­ne Car­toon­ver­si­on oh­ne Re­al­film, die wir dem Kun­den als Va­ri­an­te B an­bie­ten woll­ten, ha­be ich ge­macht. Für den Ab­schnitt über die Ver­an­stal­tungs­tipps der App ha­be ich re­cher­chiert, was in Düs­sel­dorf al­les los ist, und in Pho­to­shop und Ci­ne­ma 4D den Sty­le­frame für ei­ne klei­ne Thea­ter­büh­ne mit ei­ner Auf­füh­rung von Sha­ke­speares »Ro­meo und Ju­lia« ge­baut.

Zwi­schen­fra­ge: Kannst du kurz den Be­griff Sty­le­frame er­klä­ren?

So be­zeich­net man bei Ani­ma­ti­ons­pro­jek­ten Bil­der, mit de­nen man dem Kun­den grob die Stil­rich­tung zeigt.

Wel­che Auf­ga­ben fie­len noch beim Spot für die Stadt­werk­zeug-app an?

Ich ha­be zum Bei­spiel auch an ei­ner Park­haus­land­kar­te mit­ge­ar­bei­tet, die sich ent­fal­tet. Bei ei­nem Film mit 2D­und 3D­ele­men­ten ist es in­ter­es­sant zu ent­schei­den, wann man wel­che Soft­ware ver­wen­det, ob man al­les im 3D­pro­gramm macht oder wann man Af­ter Ef­fects ein­setzt. An an­de­rer Stel­le muss­te man über­le­gen, wie sich ei­ne Dis­co­ku­gel ge­stal­ten lässt, die nicht nur leuch­tet, son­dern auch ein we­nig Par­ty­stim­mung ver­brei­tet. Gar nicht so ein­fach in der Kür­ze der Zeit.

Mit wel­chen dei­ner Kol­le­gen hast du beim Pro­duk­ti­ons­pro­zess be­son­ders häu­fig zu tun?

Per­ma­nent mit dem je­wei­li­gen Pro­du­cer, denn er fun­giert als Schalt­zen­tra­le, die dem Kun­den neue Ar­beits­er­geb­nis­se hin­über­flankt. Der Pro­du­cer hat auch das Ti­ming im Au­ge. Am An­fang hat es für mich das ma­gi­sche Hand­werk des Mo­ti­on De­signs fast ent­zau­bert, dass er so ge­nau weiß, wie lan­ge ich für et­was brau­che. Wir Mo­ti­on De­si­gner wer­den aber auch bei der Kal­ku­la­ti­on zu­ra­te ge­zo­gen, um beim Kun­den ein ver­nünf­ti­ges An­ge­bot ab­zu­ge­ben. Je nach Pro­jekt gibt es mehr oder we­ni­ger Kon­takt mit dem Re­gis­seur und dem Krea­tiv­di­rek­tor. Und na­tür­lich tau­schen wir Mo­ti­on­gra­fi­ker uns aus. Viel­leicht hat der Kol­le­ge ja vor ei­nem hal­ben Jahr ein ähn­li­ches Pro­blem wie das ge­löst, das ei­nen selbst ge­ra­de be­schäf­tigt.

Mit wel­chen Tools ar­bei­test du?

Über­wie­gend mit Af­ter Ef­fects als der gän­gi­gen Soft­ware für 2D­mo­ti­on­de sign und Kom­po­si­ti­on so­wie mit Ci­ne­ma 4D für 3D­ani­ma­tio­nen. Pho­to­shop und Il­lus­tra­tor nut­zen wir, wenn Bil­der ge­schaf­fen wer­den müs­sen, et­wa noch un­be­weg­te Sty­le­frames. Fi­gu­ren skiz­zie­re ich meist zu­nächst mit der Hand auf Pa­pier und scan­ne sie ein. Von Hand ar­bei­te ich auch, wenn ein ent­spre­chen­der Look ge­wünscht ist. Bei­spiels­wei­se bei ei­nem Er­klär­film für ült­je, in dem die Strich­stär­ke nicht ganz kon­stant sein soll­te, oder ei­nem Film für den Schreib­wa­ren­her­stel­ler Leucht­turm1917, der in ei­nem No­tiz­buch spielt. Für den Spiel­film »Un­fri­end« war ein Aqua­rell­look mit

»Mo­ti­on De­si­gner wer­den auch bei der Kal­ku­la­ti­on zu­ra­te ge­zo­gen, um beim Kun­den ein ver­nünf­ti­ges An­ge­bot ab­zu­ge­ben«

Andrea Ra­kers, ist selbst­stän­di­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­und Stra­te­gie­be­ra­te­rin ( www.don­nes-kon­ti­nent.de) und stell­ver­tre­ten­de Quar­tiers­lei­te­rin von Di­gi­tal Me­dia Wo­men, Ber­lin

Ein­mal im Mo­nat ser­vie­ren die Ma­cher der Crea­ti­ve­mornings Früh­stück und ei­nen span­nen­den Bran­chen­talk

Au­ßer­ge­wöhn­li­che Or­te, ori­gi­nel­le Spea­ker: Der In­no­va­ti­on Re­tre­at setzt auf Ve­rän­de­run­gen, um den krea­ti­ven Au­tausch zu be­flü­geln

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