Auf die Alm mit dem Ma­ya-prin­zen

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● 33 Mon­keys ist ein Al­ter­na­ti­v­camp: Sei es im Zir­kus­wa­gen im Nor­den oder in der Alm­hüt­te im Sü­den der Re­pu­blik – wir brin­gen krea­ti­ve Men­schen an be­son­de­ren Or­ten zu­sam­men. Un­se­re Grund­wer­te sind Di­ver­si­ty und In­ti­mi­ty, die zwei we­sent­li­chen De­ter­mi­nan­ten krea­ti­ven Aus­tauschs. In­ti­mi­tät stel­len wir al­lein schon durch die Rä­um­lich­kei­ten her, Di­ver­si­ty heißt für mich, un­ter­schied­li­che Kul­tu­ren zu­sam­men­zu­brin­gen.

Wir hat­ten schon 15 Na­tio­na­li­tä­ten an Bord, dar­un­ter den letz­ten Prin­zen der Ma­ya – er ist Neu­ro­akus­tik­eper­te – und ei­nen ita­lie­ni­schen Aben­teu­rer, der in ei­nem Boot von Süd­ame­ri­ka nach Aus­tra­li­en ru­der­te. Bei uns hat er über sei­ne Mo­ti­va­tio­nen ge­spro­chen und dar­über, wie er es ge­schafft hat, das men­tal durch­zu­zie­hen. Aus so ei­nem Vor­trag kann man für je­des Bu­si­ness, ins­be­son­de­re für Start­ups, et­was mit­neh­men. Da­ne­ben ha­ben sich auch in­ner­halb der Grup­pe Dy­na­mi­ken ent­wi­ckelt, zum Bei­spiel in spon­ta­nen Coa­ching­ses­si­ons. Au­ßer­dem gibt es Work­shops mit The­men wie Ro­bo­tics oder Di­gi­tal Le­a­dership.

VER­AN­STAL­TUNG 33 Mon­keys In­no­va­ti­on Re­tre­at, Mün­chen ↗ www.yearof­t­hex.com/event/33-mon­keys TEIL­NEH­MER 30 bis 40 PREIS 650 Eu­ro FRE­QUENZ zwei­mal im Jahr ORT pro Jahr ein­mal im Nor­den und Sü­den der Re­pu­blik, 2017 zu­sätz­lich auf Mallor­ca PU­BLI­KUM krea­tiv und di­gi­tal, breit ge­fä­chert, vom Bu­si­ness Le­a­der bis zum Young Pro­fes­sio­nal und Start-up-grün­der FI­NAN­ZIE­RUNG Ti­cket­ver­kauf

Ei­ne ent­spann­te Hal­tung, Sinn für Hu­mor, Zei­chen­ta­lent und Freu­de dar­an, klei­ne ani­mier­te Fi­gu­ren her­um­sprin­gen zu las­sen – un­ge­fähr so las­sen sich die Ei­gen­schaf­ten zu­sam­men­fas­sen, die Pas­cal Reitz, 31, für sei­nen Job als Mo­ti­on De­si­gner bei DE­LI Crea­ti­ve Collec­tive mit­brach­te. Als wir mit ihm spra­chen, nah­te ge­ra­de sein vier­jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um bei dem Ham­bur­ger Stu­dio. So viel sei vor­aus­ge­schickt: Ge­lang­weilt hat er sich seit­her nicht. cg

Woll­test du von An­fang an Mo­ti­on De­si­gner wer­den? Und bringst du von der Hoch­schu­le ei­ne ent­spre­chen­de Aus­bil­dung mit?

Pas­cal Reitz: Nicht wirk­lich. Stu­diert ha­be ich an der Hoch­schu­le für Bil­den­de Küns­te Braun­schweig, da wur­den eher The­men wie Buch­ge­stal­tung groß ge­schrie­ben. Wo­zu ich kei­nen rech­ten Hang hat­te . . . Nach den Ein­füh­rungs­kur­sen in die ver­schie­de­nen Pro­gram­me ha­be ich selbst mei­ne Kennt­nis­se dort ver­tieft, wo es mich in­ter­es­sier­te: bei der 2D­ani­ma­ti­on mit Af­ter Efects und ers­ten Grund­la­gen von Ci­ne­ma 4D. Im Haupt­stu­di­um ha­be ich mich in drei gro­ßen Pro­jek­ten auf Ani­ma­ti­on kon­zen­triert. Zum Glück gab es die nö­ti­ge Hard­und Soft­ware – von an­de­ren Hoch­schu­len hör­te man, dass die Stu­den­ten sich die Rech­ner tei­len muss­ten. Oft hat Pro­fes­sor Ul­rich Plank vom In­sti­tut für Me­di­en­for­schung die Ar­bei­ten mit­be­treut. Er wuss­te im­mer, wel­che Pro­gram­me wo nö­tig wa­ren.

Wie kamst du von Braun­schweig nach Ham­burg?

An­fangs ha­be ich mich re­la­tiv breit bei Krea­ti­vagen­tu­ren be­wor­ben, dann ha­be ich mich auf Ham­burg und Mo­ti­on De­sign be­schränkt. Ein Be­kann­ter hat­

hier und da schmut­zi­gen Ecken ge­fragt, den wir eben­falls zu­erst auf Pa­pier fer­tig­ten.

Was ist das für ein Film?

Ein Hor­ror­thril­ler von Simon Ver­hoeven. Wir hat­ten schon bei Wer­be­spots mit ihm als Re­gis­seur ge­ar­bei­tet. »Un­fri­end« war ei­ne Pro­duk­ti­on mit War­ner Bro­thers und wur­de in Süd­afri­ka ge­dreht. Wir steu­er­ten Bil­der für ei­ne Se­quenz bei, in der es um das gru­se­li­ge Face­book­pro­fil ei­nes to­ten Mäd­chens geht. Es war ein in­ter­es­san­tes Hin und Her zwi­schen dem Re­gis­seur und uns. Die Film­leu­te, die nor­ma­ler­wei­se nicht mit Ani­ma­ti­on ar­bei­ten, ha­ben uns an ih­re Vi­si­on her­an­ge­führt und wir sie um­ge­kehrt an die Ani­ma­ti­on.

Und dann habt ihr »Un­fri­end« na­tür­lich im Ki­no an­ge­schaut.

Es war toll, das auf der gro­ßen Lein­wand zu se­hen und im Ab­spann zu ste­hen! Wir ha­ben nett mit den Kol­le­gen und ein biss­chen Sekt im Ki­no ge­ses­sen.

Wel­che Kar­rie­re­chan­cen hat man als Mo­ti­on De­si­gner?

Ein Ziel wä­re wohl Krea­tiv­di­rek­ti­on oder Re­gie, al­so mehr in Rich­tung Krea­ti­on und we­ni­ger in der Um­set­zung zu ar­bei­ten. Nur Kon­zep­te zu ma­chen und gar nicht mehr am Com­pu­ter her­um­zu­schrau­ben, ist al­ler­dings nicht je­der­manns Sa­che. Für mich gibt es erst mal ge­nü­gend Her­aus­for­de­run­gen, sei es durch im­mer wie­der neue gro­ße Kun­den oder durch DELIS Part­ner­schaft mit den Ani­ma­ti­ons­und Ef­fekt­spe­zia­lis­ten von Gra­vi­ty in Tel Aviv. Es war span­nend zu se­hen, wie dort aus mei­nen Blei­stift­zeich­nun­gen hoch­auf­lö­sen­de 3D­fi­gu­ren ent­stan­den.

Und was machst du heu­te noch?

Ich ge­he zu den Pi­xelists – ei­nem Tref­fen von Mo­ti­on De­si­gnern, das re­gel­mä­ßig in der Film­fa­bri­que am Ham­bur­ger Ha­fen statt­fin­det. Et­wa ver­gleich­bar mit dem Ber­li­ner Ani­ma­ti­ons­und Mo­ti­on­gra­phicsMee­ting Faux Images.

Hast du selbst dort auch schon Pro­jek­te vor­ge­stellt?

Ja, ich ha­be ein we­nig von Ne­ben­bei­pro­jek­ten er­zählt. Zum Bei­spiel ha­be ich zu Os­tern mal ei­ne klei­ne Ani­ma­ti­on na­mens »The Eg­gx­or­cist« ent­wi­ckelt, die wir an Kun­den und an­de­re Freun­de des Hau­ses ge­schickt ha­ben. Man­che von uns dre­hen in der Frei­zeit Mu­sik­vi­de­os, und wir hel­fen uns ge­gen­sei­tig. Kürz­lich hat ein Pro­du­cer ei­nen Clip mit der HipHop­band Ne­on­schwarz hier im Schan­zen­vier­tel an der Ro­ten Flo­ra ge­dreht. Ich ha­be den Film mit ani­mier­ten, car­toon­ar­ti­gen Ele­men­ten wie Speed­li­nes ver­se­hen, die die Be­we­gun­gen der Band­mit­glie­der be­glei­ten.

Mar­kus von der Lü­he, Event-ver­an­stal­ter und Initia­tor von 33 Mon­keys, Mün­chen/ham­burg

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