Pra­xis­test Wa­com In­tu­os Pro L Pa­per Edi­ti­on

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TYP Gra­fik­ta­blett mit Touch­funk­ti­on und Pa­pier­op­ti­on GRÖSSE 430 mal 287 mal 8 Mil­li­me­ter (Zei­chen­flä­che 311 mal 216 Mil­li­me­ter); Pa­pier bis DIN A4 STIFTE Wa­com Pro Pen 2 und Fin­te­tip Pen (Ku­gel­schrei­ber und wei­te­re Stifte op­tio­nal für je et­wa 110 Eu­ro) PREIS rund 600 Eu­ro (oh­ne Pa­pier­op­ti­on knapp 530 Eu­ro) URL ↗ http://wa­com.eu/de ● Das In­tu­os (Pro) ist seit Jah­ren ei­ne Art Brot-und-but­ter-ta­blett für Krea­ti­ve, das sie vor al­lem beim Zeich­nen am Com­pu­ter un­ter­stützt. Viel gibt es da ei­gent­lich nicht mehr zu ver­bes­sern, den­noch hat Wa­com ei­ne neue Ver­si­on auf­ge­legt und ei­ni­ges ver­än­dert. Ne­ben der Stan­dard Edi­ti­on gibt es das In­tu­os Pro nun auch in ei­ner Aus­füh­rung zum Il­lus­trie­ren auf Pa­pier – und die­se ha­ben wir uns zu­sam­men mit dem Ham­bur­ger Il­lus­tra­tor Jens Bro­se­mann ge­nau­er an­ge­schaut.

Das In­tu­os Pro Pa­per Edi­ti­on um­fasst al­le Funk­tio­nen der Stan­dard­ver­si­on, ver­fügt aber über ei­nen Hal­ter für Pa­pier und ei­nen zwei­ten Stift, ei­nen Fi­ne­liner. Zeich­net man mit dem Fin­te­tip Pen auf Pa­pier, wer­den die Stri­che par­al­lel di­gi­ta­li­siert, und der Ent­wurf lässt sich dann in Wa­coms Ink­s­paceApp, aber auch in je­dem an­de­ren Tool aus­ar­bei­ten. Noch schö­ner: Das In­tu­os Pro ar­bei­tet auch aut­ark. So­fern man Pa­pier nutzt, kann man sich in ein Ca­fé set­zen und dort scrib­beln. Ist spä­ter im Bü­ro die Blue­tooth- oder USB-VER­bin­dung wie­der da, las­sen sich die auf dem A4-blatt an­ge­fer­tig­ten Art­works über­tra­gen. 200 Sei­ten fasst der in­ter­ne Spei­cher.

So weit die Theo­rie. In der Pra­xis hat das Kon­zept ei­ni­ge Lü­cken. Zum ei­nen gibt es zum Zeich­nen auf Pa­pier bis­her nur die­sen ei­nen – har­ten und schma­len – Fi­ne­liner so­wie op­tio­nal ei­nen Ku­gel­schrei­ber. Zum an­de­ren las­sen sich die Vek­to­ren nur als Out­li­ne ex­por­tie­ren. Im Grun­de könn­te man al­so ge­nau­so gut mit sei­nem Lieb­lings­stift auf sei­nem Lieb­lings­block ar­bei­ten und die Il­lus­tra­ti­on nach der Rück­kehr ins Bü­ro auf den Scan­ner le­gen. Ein­zi­ger Un­ter­schied: Das In­tu­os Pro Pa­per Edi­ti­on kann per Knopf­druck Ebe­nen an­le­gen und die ein­zel­nen Stri­che blei­ben ge­trenn­te Out­li­nes.

Ex­zel­len­ter Pro Pen 2 und wei­te­re Ver­bes­se­run­gen

Aber auch oh­ne Pa­pier ist das neue In­tu­os Pro ein Ge­winn, was haupt­säch­lich am neu­en Pro Pen 2 liegt, der nun 8192 Druck­stu­fen un­ter­schei­det. Die fei­ne­re Auf­lö­sung be­merkt man zu­erst kaum. Doch wenn man wie­der auf ein al­tes In­tu­os mit äl­te­rem Stift zu­rück­greift, wird der Un­ter­schied deut­lich – zu­rück will man dann nicht mehr. Das Gra­fik­ta­blett selbst hat die glei­che Steue­rung (acht Ex­press-keys plus Touch-wheel) wie der Vor­gän­ger. Es ist bei glei­cher Zei­chen­flä­che et­was dün­ner und kom­pak­ter ge­wor­den und ver­fügt über ei­ne Hard­ware­tas­te zum Ab­schal­ten der Touch-funk­ti­on. Wa­com lie­fert ei­nen neu­en Stift­hal­ter mit, in des­sen Fuß Er­satz­spit­zen und das Aus­tausch­werk­zeug auf­be­wahrt wer­den. Zu­dem lässt sich die Ober­flä­che des Ta­blets wech­seln: Tex­tu­re Over­lays mit glat­te­rer oder raue­rer Struk­tur sind er­hält­lich.

Die Ver­bin­dung zum Rech­ner via Blue­tooth lässt sich üb­ri­gens ein­fach her­stel­len – wenn man sich das An­lei­tungs­vi­deo an­ge­schaut hat (erst Ein­schalt­knopf, dann län­ger die Ho­meTas­te des Touch-rings drü­cken und an­schlie­ßend in den Sys­tem­ein­stel­lun­gen des Be­triebs­sys­tems kop­peln). Im Un­ter­schied zur Usb-an­bin­dung gibt es al­ler­dings ei­nen leich­ten zeit­li­chen Ver­satz. Viel­leicht ge­wöhnt sich der ein oder an­de­re da­ran. Wir hof­fen, dass Wa­com das Pro­blem mit ei­nem Up­date be­sei­ti­gen kann.

Fa­zit: Das In­tu­os Pro ist in ers­ter Li­nie durch den Pro Pen 2 noch bes­ser ge­wor­den. Pro­fis wer­den die prä­zi­se­ren Stri­che zu schät­zen wis­sen. Auch dass Wa­com Blue­tooth nun in­te­griert hat, ist schön – wenn nur der leich­te zeit­li­che Ver­satz nicht wä­re. Den meis­ten Krea­ti­ven dürf­te das pa­pier­lo­se In­tu­os Pro aus­rei­chen. Und falls sie es sich spä­ter an­ders über­le­gen: Die Hal­te­rung für das Pa­pier und die Stifte las­sen sich nach­kau­fen. Jens Bro­se­manns Re­sü­mee lau­tet: »Die Pa­per Edi­ti­on des sonst tol­len In­tu­os Pro wird für mei­nen Work­flow erst dann in­ter­es­sant, wenn es wei­te­re Stifte gibt.« ml

Der mit­ge­lie­fer­te Fi­ne­liner (links) ist eher hart und nur für ein­fa­che Scribbles ge­eig­net. Rechts da­ne­ben: der neue Pro Pen 2

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