DAS BES­TE BEI­DER WEL­TEN?

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In­hou­se-de­si­gnab­tei­lun­gen und Ex­klu­si­v­agen­tu­ren stel­len ei­ne neue Misch­form dar ● Und wenn man sich gar nicht zwi­schen Agen­tur oder Un­ter­neh­men ent­schei­den muss? Seit ei­ni­gen Jah­ren ent­ste­hen zu­neh­mend Misch­for­men, die Merk­ma­le bei­der Tä­tig­keits­um­fel­der kom­bi­nie­ren: In­hou­se-krea­tiv­ab­tei­lun­gen so­wie so­ge­nann­te Ex­klu­si­v­agen­tu­ren, die spe­zi­ell für ei­nen Kun­den aus­ge­grün­det wer­den. Da­zu ge­hö­ren et­wa Neu­gelb, An­to­ni oder Bob­by & Carl, ein Jo­int­ven­ture von Thys­senK­rupp und thjnk. »Hier wird ver­sucht, die krea­ti­ve Um­ge­bung ei­ner Agen­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die Ex­klu­si­vi­tät und das Know-how ei­ner In­hou­seAb­tei­lung zu ge­währ­leis­ten. Man tut al­so das ei­ne, oh­ne das an­de­re zu las­sen«, er­klärt Ro­bert Men­de, Ge­schäfts­füh­rer von De­si­gner­dock Hamburg.

Für Dis­zi­pli­nen wie So­ci­al Me­dia oder Pro­dukt­kom­mu­ni­ka­ti­on ist das »In­sour­cen« si­cher­lich von Vor­teil, meint Christian Rätsch, CEO von Saatchi & Saatchi Deutsch­land, aber: »Wenn es um gro­ße Ide­en und Kam­pa­gnen geht, ha­ben die­se In­hou­seMo­del­le ein Pro­blem: Krea­ti­ve lang­wei­len sich schnell. Sie brau­chen Frei­heit und kon­ti­nu­ier­li­chen Per­spek­tiv­wech­sel.« Die­se Er­fah­rung ha­be er bei sei­nem Ein­stieg in die Wer­be­agen­tur 2013 selbst ge­macht: »An­fangs dach­te ich, wir soll­ten die Krea­ti­ven im­mer auf den­sel­ben Kun­den ar­bei­ten las­sen, um größt­mög­li­che Lern­ef­fek­te zu er­zie­len. Heu­te weiß ich, dass sie im­mer neue Auf­ga­ben brau­chen, um den Kopf frei­zu­krie­gen.« Au­ßer­dem: »Für sol­che Aus­glie­de­run­gen gel­ten höchst­wahr­schein­lich nicht die­sel­ben Spiel­re­geln wie Ta­ri­fe oder Über­stun­den­re­ge­lun­gen. Auch Ge­häl­ter und Ver­trä­ge könn­ten an­ders ge­stal­tet sein als im Un­ter­neh­men«, gibt Men­de zu be­den­ken. Das sei aber nur ei­ne Ver­mu­tung.

Ei­ne an­de­re Misch­form stel­len Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen dar, die ih­re Kun­den in Sa­chen di­gi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on be­ra­ten und da­zu ent­we­der selbst De­si­gner ein­stel­len oder be­ste­hen­de Di­gi­ta­l­agen­tu­ren über­neh­men, wie kürz­lich Ac­cen­ture und Sin­nerSchra­der. Der Vor­teil für dort an­ge­stell­te De­si­gner: Sie sind meist nä­her am Kun­den als das in Agen­tu­ren mög­lich ist, kön­nen Pro­ble­me im Kern an­ge­hen und weit­rei­chen­de­re Lö­sun­gen er­ar­bei­ten – und na­tür­lich gibt’s auch mehr Geld. Da­für müs­sen sie öf­ter An­zug tra­gen. nik Com­merz­bank-agen­tur Neu­gelb. Mehr über die mit Un­ter­stüt­zung von Fjord ge­grün­de­te Ser­vice-de­sign-agen­tur le­sen Sie im Interview ↗ www.pa­ge-online.de/neu­gel­b_in­ter­view

PA­GE Sto­ry »Me­co­no­my«. Wie Krea­ti­ve selbst zu Exis­tenz­grün­dern wer­den, er­fah­ren Sie in PA­GE 07.15 ↗ www.pa­ge-online.de/pe­pa1507

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