Angst als Gestal­tungs­auf­ga­be

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Noch wer­den psy­chi­sche Er­kran­kun­gen oft ta­bui­siert – doch bahnt sich ein po­si­ti­ver Wan­del an. Krea­ti­ve neh­men sich ver­stärkt des The­mas an und zei­gen, wie sich of­fen, spie­le­risch und em­pa­thisch da­mit um­ge­hen lässt

Ei­ne Eu­le schaut dich an

Das Logo von Min­ty 3 – ei­nem neu­en An­bie­ter hoch­wer­ti­ger Stock-il­lus­tra­tio­nen – war ei­ne schwe­re Ge­burt. »Art­works sind wie ein fri­scher Ge­schmack, der ein Lay­out auf­peppt«, sagt And­rej Kisz­ling, der das slo­we­ni­sche Start-up zu­sam­men mit Pe­tra Kem­ko­va ge­grün­det hat. So ent­stand der Na­me Min­ty, wür­zig und er­fri­schend wie ein Kau­gum­mi, das man ge­ra­de in den Mund steckt.

Mit dem Logo ver­hielt es sich et­was kom­pli­zier­ter. Die bei­den ex­pe­ri­men­tier­ten zu­nächst mit ver­schie­de­nen Kau­gum­mi-il­lus, gin­gen dann in ei­ne eher kal­li­gra­fi­sche Rich­tung, konn­ten sich aber auf nichts ei­ni­gen. »Viel­leicht lag es dar­an, dass wir als De­si­gner bei­de un­ser Logo ma­chen woll­ten, oder dar­an, dass wir nicht nur zu­sam­men­ar­bei­ten, son­dern auch ein Paar sind«, so Kisz­ling. Nach ei­ner Wei­le wur­de der drit­te Mit­grün­der, Fran­ti­sek Ko­cu­rik, ner­vös, denn wäh­rend die an­dern bei­den sich im­mer tie­fer in De­si­gn­dis­kus­sio­nen ver­strick­ten, muss­te er drin­gend ei­ne Lan­ding­pa­ge ge­stal­ten – und für die wä­re ein Logo schon schön ge­we­sen.

Ei­nes Nachts, als And­rej Kisz­ling mal wie­der auf die un­zäh­li­gen Ent­wür­fe starr­te, rea­li­sier­te er, dass das Logo nicht das Zen­trum des Un­ter­neh­mens sein soll­te, son­dern mehr ein net­tes La­bel, ein freund­li­cher, po­si­ti­ver Stem­pel. Er be­gann, mit Ty­po zu spie­len, und ent­schied sich schließ­lich für die­sen mi­ni­ma­lis­ti­schen Weg. Ei­ne Wort­mar­ke, ba­sie­rend auf der op­ti­mis­ti­schen, zeit­ge­mä­ßen Mont­s­er­rat von Ju­lie­ta Ula­novs­ky aus Bu­e­nos Ai­res.

Am nächs­ten Mor­gen stand das Logo, aber Pe­tra Kem­ko­va fand es zu leer. »In un­se­rer Il­lus­tra­to­renCom­mu­ni­ty Owl gibt es das Sym­bol ei­ner Eu­le, die dich an­schaut, und wir wünsch­ten uns auch ei­nen nied­lich-ver­rück­ten Cha­rak­ter – es ist ein­fach nett, wenn das Logo ein Ge­sicht hat«, so And­rej Kisz­ling. Ein streng de­sign­tes Ty­po­lo­go mit ei­nem sü­ßen Ge­sicht, was zu­nächst nach ei­ner mis­si­on im­pos­si­ble klang, war plötz­lich ganz ein­fach. Die bei­den Krea­ti­ven schnit­ten die Na­se des m ab und füg­ten zwei Punk­te hin­zu. »Plötz­lich war es da und und schau­te uns freund­lich an. Min­ty war ge­bo­ren.«

Frisch kom­bi­niert

An­fang 2016 ging Of­fe­ris­ta 4 aus der Fu­si­on der auf lo­ka­les Mar­ke­ting und Mo­bi­le Shop­ping spe­zia­li­sier­ten Fir­men bar­coo und Markt­jagd her­vor und soll­te nun als Dach­mar­ke in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit B2BKun­den eta­bliert wer­den. Ei­ne ty­po­gra­fi­sche Lö­sung, die den Na­men in den Mit­tel­punkt rückt, war da­her die bes­te Lö­sung. In­hou­se-de­si­gner Re­né Ah­lig vi­sua­li­sier­te die zur Mar­ke as­so­zi­ier­ten Wör­ter. So kam es zum Sym­bol des Mar­kers (ziel­ge­rich­tet), zu den se­ri­fen­lo­sen Schrif­ten Con­stan­ce von Be­noît Sjöholm und Cle­ar Sans von Neil Sum­merour in Kom­bi­na­ti­on mit war­men und küh­len Far­ben (per­sön­lich, lei­den­schaft­lich und emotional ei­ner­seits, smart und mo­dern an­de­rer­seits). ant

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