Mal Stadt, mal Strand

Pas­cal und Ma­ria Schö­ning le­ben und ar­bei­ten in Köln – und übe­r­all auf der Welt

PAGE - - Titel › Stadt, Land, Job? -

● Vor fünf Jah­ren mach­te sich Pas­cal Schö­ning selbst­stän­dig, weil er den Frei­zeit­an­teil in sei­nem Le­ben er­hö­hen und mehr rei­sen woll­te. Zu­sam­men mit sei­ner Frau Ma­ria grün­de­te er in Köln Das Stu­dio für De­sign, Crea­ti­ve Di­rec­tion und Mar­ken­stra­te­gie. »Ir­gend­wann ka­men wir auf die Idee, die Lap­tops mit­zu­neh­men und auch von un­ter­wegs zu ar­bei­ten, so sind wir qua­si ne­ben­bei zu di­gi­ta­len No­ma­den ge­wor­den«, er­zählt Pas­cal Schö­ning. Letz­ten Win­ter ver­brach­ten sie ei­nen Mo­nat auf Te­ne­rif­fa, am En­de stand dann für sie fest, von nun an je­des Jahr ein bis zwei Mal für län­ge­re Zeit ins Aus­land zu ge­hen und zu­dem ihr Netz­werk an in­ter­na­tio­na­len Kon­tak­ten wei­ter aus­zu­bau­en.

»Seit dem Früh­jahr ar­bei­ten wir jetzt of­fi­zi­ell mit ei­nem zwölf­köp­fi­gen Team an krea­ti­ven Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern zu­sam­men«, er­klärt Pas­cal Schö­ning. Wel­ches Land und wel­che Kul­tur sie für ei­nen län­ge­ren Auf­ent­halt wäh­len, ent­schei­den die bei­den rein nach In­ter­es­se. Es müs­sen al­ler­dings ein paar Be­din­gun­gen er­füllt sein: Die In­fra­struk­tur soll­te halb­wegs stim­men und ei­ne funk­tio­nie­ren­de In­ter­net­ver­bin­dung ge­währ­leis­tet sein. Über­haupt be­ob­ach­tet das Duo bei sich ei­ne Ten­denz zum Ur­ba­nen. So hat­ten sie auf Te­ne­riff a nicht bei­spiels­wei­se ein Häu­schen am Strand ge­mie­tet, son­dern ei­ne Woh­nung in Pu­er­to de la Cruz. »Wir sind nicht so die Ty­pen, die mit­ten im Dschun­gel sit­zen und auf ein biss­chen WLAN hof­fen. Et­was Ur­ba­ni­tät um uns her­um för­dert un­se­re Krea­ti­vi­tät.«

Le­ben(smo­dell) in Be­we­gung

Der Hei­mat­stand­ort Köln steht für die sie aber nicht zur Dis­kus­si­on. Sie ha­ben bei­de fa­mi­liä­re Bin­dun­gen dort, und auch die Mehr­zahl ih­rer Kun­den kommt aus der Re­gi­on. »Es gibt ein viel­fäl­ti­ges kul­tu­rel­les und krea­ti­ves An­ge­bot in Köln, zu­dem ist es längst nicht so teu­er wie in an­de­ren Groß­städ­ten«, meint Pas­cal Schö­ning. »Wir le­ben in der Me­tro­pol­re­gi­on Rhein-ruhr, der größ­ten Deutsch­lands. Was Auf­trag­ge­ber und Jobs an­geht, ha­ben wir ein rie­si­ges Ein­zugs­ge­biet und da­bei we­ni­ger Kon­kur­renz als zum Bei­spiel in Ber­lin oder Ham­burg.«

Die Kun­den se­hen ih­re zeit­wei­li­ge Ab­we­sen­heit meist ge­las­sen. »Aber es gibt na­tür­lich auch Pro­jek­te, da ist un­se­re An­we­sen­heit in Köln un­er­läss­lich«, er­klärt der 37-Jäh­ri­ge. Dort ha­ben sie ei­ne 320 Qua­drat­me­ter gro­ße Lof­t­hal­le ge­mie­tet, 250 Qua­drat­me­ter sind Of­fice Space, der Rest Wohn­raum. »Da ist ge­nug Platz, um auch mal Freelancer un­ter­zu­brin­gen. Und wenn wir län­ger un­ter­wegs sind, se­hen wir zu, dass wir ei­nen Teil des Bü­ros un­ter­ver­mie­ten.«

Mut ge­hört zu ei­nem Le­ben, wie Pas­cal und Ma­ria Schö­ning es füh­ren, schon. Aus­lands­auf­ent­hal­te kos­ten Geld, und die fi­xen Kos­ten zu Hau­se lau­fen ja wei­ter. Aber dass es das wert ist, steht für die bei­den au­ßer Fra­ge. Gera­de die Wo­chen im Win­ter ma­chen den Kopf frei und lie­fern je­de Men­ge fri­scher krea­ti­ver Ener­gie. Als fes­tes Le­bens­mo­dell se­hen sie das di­gi­ta­le No­ma­den­tum al­ler­dings nicht. »Mo­men­tan ist es in­ter­es­sant, weil die Ge­ge­ben­hei­ten es zu­las­sen«, so das Duo. »Im Herbst er­war­ten wir un­ser ers­tes Kind, und wenn dann ir­gend­wann die Schul­pflicht zu­schlägt, wer­den wir ein an­de­res Mo­dell su­chen, das zu uns passt.« Zu­nächst aber kommt das Ba­by mit ins Ge­päck, auch im nächs­ten Win­ter wird sich Fa­mi­lie Schö­ning wie­der für vier bis acht Wo­chen aus Deutsch­land in wär­me­re Ge­fil­de ver­ab­schie­den. ant

»Wir sind nicht so die Ty­pen, die mit­ten im Dschun­gel sit­zen und auf ein biss­chen WLAN hof­fen« Pas­cal Schö­ning, Mit­grün­der von Das Stu­dio, Köln ↗ www.das­stu­di­ode­sign.de

Ob Te­ne­rif­fa (oben) oder Köln: Pas­cal und Ma­ria Schö­ning ha­ben stets ih­ren Lap­top da­bei

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