„Vor al­lem fürs De­ve­lop­ment kann das Va­ria­ble-fonts-for­mat Vor­tei­le mit sich brin­gen“

Ben Tau­ber, Art Di­rec­tor Bran­ding (oben), und Di­gi­tal­de­si­gner Micha­el Fuchs, bei­de Dunckel­feld, Köln ↗

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Aus un­se­rer Sicht sind Va­ria­ble Fonts ein Tool, das eher für Ent­wick­ler reiz­voll sein wird. Schrif­ten las­sen sich »trans­for­mie­ren«, statt dass man ein Sam­mel­su­ri­um an Schnit­ten in­stal­lie­ren muss. Die Tech­nik bringt vor al­lem im De­ve­lop­ment­be­reich Vor­tei­le mit sich, wie ei­ne we­sent­li­che Re­duk­ti­on der Font­da­tei­en und kür­ze­re La­de­zei­ten.

Im De­si­gne­rall­tag wer­den va­ria­ble Schrif­ten in nächs­ter Zeit nicht an­kom­men, denn das Schwie­ri­ge an ih­nen ist ja die Ka­li­brie­rung al­ler Va­ria­blen in­ner­halb der Schnit­te. Web­de­si­gner müss­ten sich in ein Ge­biet be­ge­ben, das für sie eher Neu­land ist: Ty­po­gra­fie. Dank hoch­wer­ti­ger Free­fonts und et­li­cher rie­si­ger Schrif­ten­bi­blio­the­ken wie Ty­pekit oder Mo­no­ty­pe Li­bra­ry hat man als Di­gi­tal­de­si­gner heu­te aber kaum noch das Be­dürf­nis, ei­ne Schrift wirk­lich haar­ge­nau an­zu­pas­sen – al­so ge­nau das, was die Va­ria­ble-fonts-tech­nik er­mög­licht.

Wir selbst kön­nen uns noch nicht vor­stel­len, mit va­ria­blen Fonts zu ar­bei­ten. Ei­ne re­s­pon­sive Schrift passt zwar voll in den Zeit­geist, ist aber lei­der für die meis­ten Di­gi­tal­de­si­gner kaum re­le­vant. Die­je­ni­gen, die ho­hen Wert auf ty­po­gra­fi­sche Prä­zi­si­on le­gen, müss­ten die Schrift selbst op­ti­mie­ren und de­fi­nie­ren, wel­che Schnit­te sie wol­len. Das macht si­cher Spaß, ist aber ein Ur­wald der Mög­lich­kei­ten. Da­mit sich der ge­stal­te­ri­sche Ein­satz an­bie­tet, braucht es drei Din­ge: ei­nen ty­po­gra­fisch ver­sier­ten Di­gi­tal­de­si­gner, die ent­spre­chen­de Zeit und nicht zu­letzt ei­nen Kun­den, der be­reit ist, für die­ses Fein­tu­ning zu be­zah­len.

Bei den Ty­pede­si­gnern müss­ten jetzt aber die Cham­pa­gner­kor­ken knal­len. Be­vor sich die Schrif­ten und Schnit­te nut­zen las­sen, müs­sen sie schließ­lich erst ein­mal va­ria­bel kon­zi­piert und aus­ge­stal­tet wer­den. Wir ver­mu­ten, dass sich mit die­sem Auf­wand auch neue Ge­win­ne er­zie­len las­sen.

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