Self­mar­ke­ting für De­si­gner

Wie Krea­ti­ve ih­re Stär­ken prä­sen­tie­ren, mehr Sicht­bar­keit er­rei­chen und selbst­be­wusst auf­tre­ten, oh­ne da­bei selbst­ver­liebt zu wir­ken. Mit un­se­ren Tipps von So­ci­al Me­dia über Pres­se­ar­beit bis SEO ge­lingt er­folg­rei­ches Self­mar­ke­ting – auch wenn man ei­gent­li

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Kei­ne Lust, Wer­bung in ei­ge­ner Sa­che zu be­trei­ben? Macht nichts! Wir zei­gen, wie Sie die für sich pas­sen­de Stra­te­gie fin­den und mit we­nig Auf­wand um­set­zen – von So­ci­al Me­dia über SEO und Port­fo­lio bis hin zu Pres­se­ar­beit so­wie Events und Net­wor­king

● Jea­net­te Bouf­fier ist selbst­stän­di­ge Art­di­rek­to­rin oh­ne Ge­s­angs­ta­lent. Und ge­nau das stell­te sie in den Mit­tel­punkt ih­rer letz­ten Self­mar­ke­ting­ak­ti­on: Sie schick­te al­te Vi­nyl­plat­ten – et­wa von Der Gol­de­nen 13 – an Agen­tu­ren und Re­dak­tio­nen, die Hül­le be­klebt mit der Fra­ge »Lie­ber was, das rockt?« und der ei­gens ein­ge­rich­te­ten URL www.das rockt.eu. Wer die Web­site an­steu­ert, hört und sieht ei­ne be­ste­chend schief sin­gen­de Jea­net­te Bouf­fier plus dem Hin­weis »Sor­ry, ich kann nur Ide­en, die ro­cken« und ih­rer Te­le­fon­num­mer. Von den sieb­zig Emp­fän­gern, zu­meist Agen­tu­ren, mit de­nen Bouf­fier gern mal zu­sam­men­ar­bei­ten wür­de, ha­ben et­li­che an­ge­ru­fen, be­rich­tet sie – ei­ne viel hö­he­re Er­folgs­quo­te als zu frü­he­ren Zei­ten, in de­nen sie ganz klas­sisch ihr Port­fo­lio ver­schickt hat­te. »Ich war mal re­la­tiv brav un­ter­wegs. Aber es in­ter­es­siert mich nicht mehr, was an­de­re über mich den­ken könn­ten. Wenn man ver­sucht, al­len zu ge­fal­len, ge­fällt man nie­man­dem«, sagt die Wies­ba­de­ner Art­di­rek­to­rin.

Mit der Ak­ti­on be­weist sie Hu­mor, Selbst­iro­nie und Mut – und de­mons­triert au­gen­zwin­kernd, dass sie ein­schät­zen kann, wo ih­re Stär­ken und Schwä­chen lie­gen. Das ist sehr wich­tig, wenn es um Self­mar­ke­ting geht. Nur wer weiß, wor­in er oder sie über­haupt gut ist, kann die­se Ta­len­te aus­bau­en, be­to­nen und ver­kau­fen. »Um her­aus­zu­fin­den, was man kann und was nicht, hilft zu­sätz­lich zur ei­ge­nen Ein­schät­zung oft ein Blick von au­ßen – zum Bei­spiel von be­freun­de­ten Gestal­tern, Pro­fes­so­ren oder an­de­ren Pro­fis«, sagt Pa­trik Sün­woldt, Ge­schäfts­füh­rer der Per­so­nal­be­ra­tung De­si­gner­dock in Wi­en. Ein wei­te­rer Weg ist, sich selbst in Ru­he vor Au­gen zu füh­ren, wie die letz­ten Pro­jek­te ge­lau­fen sind: Was hat Spaß ge­macht und rich­tig gut ge­klappt? Was hat sich zäh und schwie­rig an­ge­fühlt? Wo­von möch­te ich künf­tig mehr ma­chen, wel­che Bran­chen ge­fal­len mir be­son­ders? »Wer sei­ne Stär­ken, Ta­len­te und Zie­le kennt, tritt selbst­be­wuss­ter und kla­rer auf, ver­kauft sich er­folg­rei­cher und hat da­mit ei­ne bes­se­re Ver­hand­lungs­po­si­ti­on«, so Sün­woldt.

Das gilt fürs ei­ge­ne fach­li­che Kön­nen eben­so wie für das bei De­si­gnern eher we­ni­ger be­lieb­te Self­mar­ke­ting. Die­ses fällt we­sent­lich leich­ter, wenn man es nicht als Kom­plett­pa­ket be­trach­tet, son­dern es in ein­zel­ne Tei­le zer­legt und sich fragt: Was da­von liegt mir am meis­ten – Be­han­ce oder Events, Pres­se­ar­beit oder Small Talk? Wer bei Abend­ver­an­stal­tun­gen gern und er­folg­reich net­workt, aber kei­ne Ge­duld für drei Ins­ta­gram-posts am Tag hat, soll­te sei­ne Ener­gie ge­zielt in gu­te Ge­sprä­che ste­cken. »Es ist viel sinn­vol­ler, sich ei­ne Self­mar­ke­ting­me­tho­de aus­zu­su­chen, die ei­nem wirk­lich liegt, als al­le Ka­nä­le nur halb­her­zig zu be­spie­len. Lie­ber ge­zielt und au­then­tisch als om­ni­prä­sent, aber aus­tausch­bar«, sagt Sün­woldt.

Als Krea­ti­ver, ob mit klei­nem Stu­dio oder als Fre­e­lan­cer, weiß man ja im Grun­de, wie­so es so wich­tig ist, auf Self­mar­ke­ting zu set­zen. Der Ge­winn sind mehr Sicht­bar­keit, in­ter­es­san­te Kon­tak­te und un­ge­ahn­te Chan­cen, neue Auf­trä­ge, Geld und Er­folg! Doch genau­so vie­le Ar­gu­men­te spre­chen im­mer wie­der da­ge­gen: kei­ne Zeit für Ins­ta­gram, kei­ne Lust auf Small Talk, kei­ne Koh­le für teu­re Kon­fe­renz­ti­ckets. Wir ha­ben ty­pi­sche Aus­re­den ge­sam­melt – und be­wei­sen mit Bei­spie­len und Tipps, dass die­se (ver­meint­li­chen) Hin­der­nis­se sich durch­aus aus dem Weg räu­men las­sen. Un­ter­teilt in die Be­rei­che So­ci­al Me­dia, Port­fo­lio, SEO, Events & Net­wor­king und Pres­se­ar­beit. Und nicht ver­ges­sen: Kei­ner muss al­les kön­nen! lr [5204]

»Es ist sinn­vol­ler, sich ei­ne Self­mar­ke­ting­me­tho­de aus­zu­su­chen, die ei­nem liegt, als al­le Ka­nä­le halb­her­zig zu be­spie­len. Lie­ber ge­zielt und au­then­tisch als om­ni­prä­sent, aber aus­tausch­bar« Pa­trik Sün­woldt von De­si­gner­dock Wi­en

Jea­net­te Bouf­fier fin­det, dass man beim Self­mar­ke­ting dar­auf pfei­fen soll­te, was an­de­re den­ken. Die Art­di­rek­to­rin setz­te auf Ge­sang und al­te Schall­plat­ten (un­ten), um auf sich auf­merk­sam zu ma­chen

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