Jobs für Krea­ti­ve

PA­GE Stel­len­markt. Ob Ju­ni­or Art Di­rec­tor oder Se­ni­or De­sign Ma­na­ger – auf un­se­rer Stel­len­platt­form fin­den Krea­ti­ve span­nen­de Jo­b­an­ge­bo­te.

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● Es ist ei­ne der hei­ßes­ten Fra­gen in Wer­bung und Mar­ke­ting aktuell: Wie ver­än­dern di­gi­ta­le As­sis­ten­ten die Be­zie­hung zwi­schen Un­ter­neh­men und ih­ren Kun­den? De­si­gner und Ent­wick­ler zer­bre­chen sich der­weil den Kopf dar­über, ob Si­ri, Corta­na oder Goog­le As­sis­tant bald die vi­su­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­drän­gen. Die Macht der Sprachas­sis­ten­ten lässt sich leich­ter be­ur­tei­len, wenn wir drei Un­ter­schie­de zwi­schen dem ge­spro­che­nen und schrift­li­chen Dia­log in un­se­rer ver­netz­ten Welt be­leuch­ten. 1. Wir spre­chen schnel­ler, als wir schrei­ben. Sta­tis­ti­ken sa­gen, dass der durch­schnitt­li­che Nut­zer 40 Wör­ter pro Mi­nu­te schreibt, aber 120 bis 150 Wör­ter spricht. Kei­ne Über­ra­schung al­so, dass rund 25 Pro­zent der Such­an­fra­gen in der Goog­le-app mit der Stim­me er­fol­gen. Ex­per­ten sind al­ler­dings der An­sicht, dass die­ser An­teil kaum noch wach­sen wird. Wir er­le­ben tag­täg­lich, dass ei­ne Text­su­che be­reits bei der Ein­ga­be von zwei, drei Wör­tern nütz­li­che Er­geb­nis­se lie­fert. Voice-as­sis­ten­ten er­war­ten ei­ne An­re­de und ei­nen klar for­mu­lier­ten Satz, be­vor sie nach ei­ner (ge­fühlt ziem­lich lan­gen) War­te­zeit ant­wor­ten. 2. Par­al­lel statt se­ri­ell. Bei der ge­spro­che­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on folgt ein Satz dem an­de­ren, was uns schon bei Te­le­fon­me­nüs seit Jahr­zehn­ten nervt. Gra­fi­sche In­ter­faces und die Text­su­che im Netz, zum Bei­spiel nach dem preis­wer­tes­ten Arz­nei­mit­tel, ser­vie­ren al­le Op­tio­nen gleich­zei­tig: Lie­fe­ran­ten, Prei­se, Ver­sand­kos­ten . . . in ei­ner Ta­bel­le und al­les auf ei­nen Blick. 3. Ein Bild sagt mehr als 1000 Wor­te. Un­ser Ge­hirn spei­chert Bil­der dau­er­haf­ter als ei­nen ge­spro­che­nen Dia­log – vor al­lem, wenn der in ein län­ge­res Ping-pong-spiel aus­ar­tet. Ein Such­er­geb­nis auf dem Bild­schirm wird von un­se­ren Au­gen zwei­di­men­sio­nal durch­ge­scannt und ganz­heit­lich me­mo­riert . . . in­klu­si­ve Pro­dukt­fo­tos, Mar­ken­lo­gos, Schrift­bil­dern und Ani­ma­tio­nen – den klas­si­schen Bran­ding­kom­po­nen­ten.

Ja, es gibt Wün­sche und Su­chen, die mit ei­ner ge­spro­che­nen An­sa­ge schnell zu er­le­di­gen sind: »Wo fin­de ich den nächs­ten Mcdo­nald’s?« Die Kauf­ent­schei­dung ist be­reits ge­trof­fen, und je­der Wer­ber weiß: Hier ist so­wie­so kein Raum mehr für ein kon­kur­rie­ren­des An­ge­bot. Fra­gen je­doch, die mit »Wie« oder »Wel­ches« be­gin­nen, rie­chen nach Be­ra­tung und dürf­ten auch wei­ter­hin text­lich ge­stellt wer­den: »Wel­ches ist der rich­ti­ge Lauf­schuh für mich?« So­lan­ge die Kauf­ent­schei­dung of­fen ist und die Kun­den kri­tisch, wird das Mar­ke­ting vi­su­ell um die­se kämp­fen.

Gleich­wohl ist der Wett­streit um die at­trak­tivs­te Voice- oder Ki-platt­form voll im Gang. Nur wer als Her­stel­ler oder Di­enst­leis­ter die Al­go­rith­men der di­gi­ta­len Markt­plät­ze durch­schaut, ist in Zu­kunft mit da­bei. Wahr­schein­lich wer­den Un­ter­neh­men die Platt­for­men be­zah­len, um von de­ren Kun­den­da­ten zu pro­fi­tie­ren und ge­lis­tet zu wer­den, so wie der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del schon heu­te den Mar­ken ei­ne Re­gal­ge­bühr ab­knöpft. Zwar be­tont Ama­zon bei je­der Ge­le­gen­heit, über Ale­xa kei­ne Wer­bung »aus­zu­strah­len«, doch nach Aus­kunft von Ex­per­ten gibt es be­reits Ge­sprä­che mit Her­stel­lern, um zum Bei­spiel Fra­gen wie »Was hilft ge­gen We­spen?« mit ei­ner Pro­dukt­emp­feh­lung zu be­ant­wor­ten.

Bei al­ler Eu­pho­rie und Macht über die Da­ten der Ver­brau­cher soll­ten Ki-ma­na­ger ge­le­gent­lich auch de­ren Mei­nung an­hö­ren. Im­mer mehr stel­len die Pri­vat­sphä­re ih­rer Mo­bil­ge­rä­te auf null To­le­ranz. Sie neh­men den Ver­lust an Kom­fort in Kauf, um sich nicht von per­so­na­li­sier­ten und ver­blüf­fend treff­si­che­ren An­ge­bo­ten er­schre­cken zu las­sen. Mar­ken, die nach­hal­tig den­ken, soll­ten sich schleu­nigst den po­si­ti­ven Aspek­ten der di­gi­ta­len Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on zu­wen­den. Die al­ten Wer­betricks funk­tio­nie­ren nicht mehr. Auch die in­di­vi­du­el­le Ver­fol­gung der Ver­brau­cher ist ei­ne Sack­gas­se. Sucht den Dia­log, bit­te!

»So­lan­ge die Kauf­ent­schei­dung of­fen ist und die Kun­den kri­tisch, wird das Mar­ke­ting vi­su­ell um sie kämp­fen«

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