»Nach zwei Jah­ren hat’s im­mer ge­knallt«

Alex­an­der Rehm, Grün­der des Cor­po­ra­te Lan­gua­ge In­sti­tuts, Ber­lin www.cor­po­ra­te­lan­gua­ge.org

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● Ich ha­be Gra­fik­de­sign stu­diert, aber recht schnell ei­ne Lauf­bahn als Tex­ter ein­ge­schla­gen. Da­bei bin ich oft zwi­schen Fest­an­stel­lung und Fre­e­lan­cer­tum ge­wech­selt. Ich nen­ne es die Zwei­jah­res­krank­heit: Nach ei­nem Jahr hört die Auf­re­gung auf und Rou­ti­ne schleicht sich ein. Nach ein­ein­halb Jah­ren be­gin­ne ich, die ope­ra­ti­ven Struk­tu­ren zu hin­ter­fra­gen. Und nach zwei Jah­ren knallt’s, und ich ge­he.

Den­noch gab es im­mer wie­der gu­te Grün­de für die Fest­an­stel­lung. Als ich Va­ter wur­de, wünsch­te ich mir ein ge­re­gel­tes Ein­kom­men und mehr Si­cher­heit. Als ich ein paar Jah­re frei ge­ar­bei­tet hat­te, wünsch­te ich mir wie­der mehr Ar­bei­ten für mei­ne Map­pe. Denn als frei­er Tex­ter gibt man in der Re­gel Kon­zep­te oder Skrip­te ab und hat dann nur noch we­nig Ein­fluss dar­auf, was mit ei­ner Idee pas­siert – und da­her kein Ma­te­ri­al fürs ei­ge­ne Port­fo­lio.

Ir­gend­wann hat­te ich dann ge­nug vom Wer­be­zir­kus und ha­be für ei­ne De­sign­und Bran­ding­agen­tur ge­ar­bei­tet. Das ging zwar auch nicht lan­ge gut, aber ich ha­be den Be­reich Mar­ken­ent­wick­lung für mich ent­deckt – und hier spe­zi­ell die Spra­che. Das führ­te da­zu, dass ich mich 2016 wie­der selbst­stän­dig ge­macht ha­be und ge­mein­sam mit Cars­ten Rie­chert das Cor­po­ra­te Lan­gua­ge In­sti­tut grün­de­te.

Ich ha­be 18 Jah­re ge­braucht, um zu ver­ste­hen, dass ich kein Agen­tur­sol­dat bin oder sein will. Ein paar Er­fah­run­gen hät­te ich mir si­cher spa­ren kön­nen, aber letzt­lich ha­be ich im­mer et­was mit­ge­nom­men – und sei es nur die Ge­wiss­heit, et­was nie wie­der tun zu wol­len. Heu­te ar­bei­te ich nur für Di­rekt­kun­den und kann so die Ti­mings mit­be­stim­men. Ich bin räum­lich und zeit­lich un­ab­hän­gi­ger, ver­die­ne mehr und bin mein ei­ge­ner Herr – ei­ne un­schlag­ba­re Kom­bi­na­ti­on!

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