Win­dow­s2Go

An frem­den PCs zu ar­bei­ten, ist nicht das Glei­che wie zu Hau­se – man kennt sich nicht aus, fühlt sich nicht wohl. – Neh­men Sie Ihr ei­ge­nes Win­dows künf­tig ein­fach mit!

PC Magazin - - Front Page - CHRISTIAN IMMLER

Ihr Win­dows an je­dem Rech­ner star­ten

O”ffice und Pho­to­shop por­ta­bel ma­chen

D ie ge­wohn­te Ar­beits­um­ge­bung mit den Lieb­lings­pro­gram­men fehlt auf frem­den PCs. Auf die ei­ge­nen Da­ten lässt sich nur um­ständ­lich über USB-Sticks oder Cloud zu­grei­fen. Zu­dem weiß man nie, ob der frem­de PC von Vi­ren ver­seucht ist oder ein Key­log­ger per­sön­li­che Ein­ga­ben und auch Pass­wör­ter pro­to­kol­liert. Mit ein paar Tricks nut­zen Sie Ihr ei­ge­nes Win­dows auf ei­nem frem­den PC, oh­ne das dort in­stal­lier­te Be­triebs­sys­tem in ir­gend­ei­ner Wei­se ver­än­dern zu müs­sen. We­gen der stän­di­gen Da­tei­zu­grif­fe und gro­ßer Men­gen zu öff­nen­der Da­tei­en soll­te auf je­den Fall ein USB-3.0-Stick oder ei­ne ex­ter­ne SSD zum Boo­ten ver­wen­det wer­den. Win­dows be­nö­tigt auf dem Stick kon gu­ra­ti­ons­be­dingt auch mehr Platz. Für die 32-Bit-Ver­si­on sind 16 GBy­te er­for­der­lich, für die 64-BitVer­si­on 32 GBy­te. Auf dem por­ta­blen Win­dows ist dann auch Platz für Ih­re per­sön­li­chen Lieb­lings­pro­gram­me, Do­ku­men­te, Fo­tos und Mu­sik. In­stal­lie­ren Sie zu­sätz­lich für den Zu­griff auf Ih­re Da­ten die Syn­chro­ni­sa­ti­ons­tools Ih­rer Cloud­spei­cher­diens­te, wie Drop­box, OneD­ri­ve oder Goog­le Dri­ve. Bei Win­dows 10 et­wa mel­den Sie sich mit dem Mi­cro­soft-Kon­to an und rich­ten dar­über OneD­ri­ve mit we­ni­gen Klicks ein. Es gibt zwei Mög­lich­kei­ten, Win­dows zu ver­wen­den, oh­ne es auf der Fest­plat­te zu in­stal­lie­ren, die sich tech­nisch grund­le­gend un­ter­schei­den: Win­dows kann von ei­nem

ex­ter­nen Boot­me­di­um, USB-Stick oder ei­ner ex­ter­nen Fest­plat­te, mit Ein­schrän­kun­gen auch ei­ner NAS ge­star­tet wer­den und läuft dann als ein­zi­ges Be­triebs­sys­tem di­rekt auf der Hard­ware. Die zwei­te Mög­lich­keit ist, Win­dows in ei­ner mo­bi­len vir­tu­el­len Ma­schi­ne zu star­ten. Da­zu ist ein leis­tungs­fä­hi­ge­rer PC nö­tig, da das ei­ge­ne und das Gast­be­triebs­sys­tem gleich­zei­tig lau­fen.

1. Mit Win­dow­sToUSB ein Win­dows auf dem Stick in­stal­lie­ren

Mit dem Pro­gramm Win­dow­sToUSB von der Heft-DVD in­stal­lie­ren Sie Win­dows 7, 8.1 oder 10 boot­fä­hig auf ei­nem USB-Stick. Da­zu be­nö­ti­gen Sie ei­ne Win­dows-DVD oder ei­ne ISO-Da­tei zur In­stal­la­ti­on. Die­se kön­nen Sie mit dem kos­ten­lo­sen Me­dia Crea­ti­on Tool von Mi­cro­soft er­stel­len.

Ach­tung: Wie im­mer gilt: Goo­geln Sie nie nach Soft­ware, schon gar nicht zu­sam­men mit den Be­grif­fen kos­ten­los oder

Down­load! Mal­wa­re-Her­stel­ler set­zen alle Ener­gie da­ran, in den Such­er­geb­nis­sen ganz oben zu ste­hen. La­den Sie das Me­dia Crea­ti­on Tool nur auf der of ziel­len Mi­cro­soft-Down­load­sei­te her­un­ter: http://ti­nyurl.com/pb­qe8yc ISOs zu Win­dows 7, 8.1 und 10 un­ter: http://ti­nyurl.com/zw­h­k7hm Da die Ori­gi­nal-In­stal­la­ti­ons­me­di­en meh­re­re Win­dows-Edi­tio­nen ent­hal­ten, wäh­len Sie vor der In­stal­la­ti­on die ge­wünsch­te Edi­ti­on aus, zu der Sie auch ei­nen Li­zenz­schlüs­sel pa­rat ha­ben müs­sen. Der USBS­tick wird au­to­ma­tisch par­ti­tio­niert, hier müs­sen Sie nur die vor­ge­ge­be­nen Par­ti­tio­nen be­stä­ti­gen. Sie soll­ten auf je­den Fall ei­nen USB-3.0-Stick und auch ei­nen sol­chen An­schluss am PC nut­zen, da die Über­tra­gung der Da­tei­en und auch die Win­dow­sIn­stal­la­ti­on sonst meh­re­re St­un­den dau­ern. Boo­ten Sie nach Fer­tig­stel­lung des USBS­ticks da­von. Da­zu muss im BIOS das Boo­ten von USB ak­ti­viert sein. Vie­le BIOSVer­sio­nen zei­gen ne­ben der Tas­te für die BIOS-Kon gu­ra­ti­on auch ei­ne Tas­te (oft: [F9] oder [F11]) an, die ein Boot­me­nü ein­blen­det. So kön­nen Sie, oh­ne die Boot­rei­hen­fol­ge dau­er­haft zu än­dern, zwi­schen­drin ein­mal von ei­nem an­de­ren Lauf­werk boo­ten. Da­nach star­tet die be­kann­te In­stal­la­ti­ons­rou­ti­ne, in der Sie den Li­zenz­schlüs­sel ein­tra­gen und ein Be­nut­zer­kon­to an­le­gen müs­sen. Ver­wen­den Sie am bes­ten das Mi­cro­soft-Kon­to, das Sie auch auf Ih­rem PC nut­zen, um Ein­stel­lun­gen und Cloud-Da­ten bei OneD­ri­ve zu syn­chro­ni­sie­ren. Nicht nur die In­stal­la­ti­on, auch das mo­bi­le Win­dows selbst ver­hält sich deut­lich trä­ger als ei­ne ech­te In­stal­la­ti­on. Ver­zich­ten Sie des­halb wei­test­mög­lich auf Pro­gram­me und Di­ens­te, die im Hin­ter­grund lau­fen. Soll­ten Sie Ihr mo­bi­les Win­dows län­ger als 90 Ta­ge ver­wen­den wol­len, be­nö­ti­gen Sie ei­ne ei­ge­ne Li­zenz für das Be­triebs­sys­tem. Be­den­ken Sie bei Ver­wen­dung des USBS­ticks auf un­ter­schied­li­chen PCs, dass die Ak­ti­vie­rung im­mer nur für ei­ne Hard­ware gilt. Bei häu gem Wech­sel ist al­so sehr schnell ei­ne neue Ak­ti­vie­rung fäl­lig. Nur in der Win­dows En­ter­pri­se-Edi­ti­on ist Win­dows to go in der Li­zenz ent­hal­ten. Dort ist die In­stal­la­ti­on des USB-Sticks so­gar mit Bord­mit­teln mög­lich.

2. Win­dows in ei­ner vir­tu­el­len Ma­schi­ne in­stal­lie­ren

Ein vir­tu­el­ler PC, ein zwei­tes Be­triebs­sys­tem, das in ei­nem Fens­ter – oder auch im Voll­bild­mo­dus – auf ei­nem PC läuft, ist ei­ne si­che­re Um­ge­bung, um auf zwei­fel­haf­ten

In­ter­net­sei­ten zu sur­fen oder ge­fähr­li­che Soft­ware aus­zu­pro­bie­ren. Sie kön­nen dar­auf auch Ih­re per­sön­li­che Ar­beits­um­ge­bung mit Pro­gram­men und Da­ten auf ei­nem frem­den PC lau­fen las­sen, oh­ne dort Spu­ren zu hin­ter­las­sen. Auch auf ei­nem Li­nux-PC läuft das vir­tu­el­le Win­dows. Na­tür­lich hat ein vir­tu­el­ler PC nicht die glei­che Per­for­mance wie ech­te Hard­ware. VM­wa­re Work­sta­tion und Vir­tualBox sind zwei für Pri­vat­an­wen­der kos­ten­lo­se Vir­tua­li­sie­rungs­sys­te­me. Das Vir­tua­li­sie­rungs­pro­gramm muss auf dem Gast-PC in­stal­liert sein, Ihr per­sön­li­cher vir­tu­el­ler PC bzw. die meh­re­re GBy­te gro­ße Da­tei, die des­sen Fest­plat­te mit dem in­stal­lier­ten Be­triebs­sys­tem dar­stellt, kann auf ei­nem USB-Stick oder ei­ner ex­ter­nen SSD lie­gen und so auf ver­schie­de­nen Gast-PCs ein­ge­setzt wer­den. VM­wa­re bie­tet die Mög­lich­keit, die­se Fest­plat­te auf meh­re­re Da­tei­en auf­zu­tei­len, um et­wa die 4-GBy­te-Gren­ze von FAT32-for­ma­tier­ten USB-Sticks ein­zu­hal­ten. Vir­tualBox un­ter­stützt da­ge­gen ver­schie­de­ne Da­tei­for­ma­te, die auch mit an­de­ren Vir­tua­li­sie­rungs­platt­for­men funk­tio­nie­ren. Das Prin­zip ist bei VM­wa­re Work­sta­tion und Vir­tualBox gleich: Über ei­nen As­sis­ten­ten le­gen Sie ei­nen vir­tu­el­len PC an und le­gen fest, wel­che Hard­ware­kom­po­nen­ten des Gast-PCs wie Netz­werk, Sound­kar­te, Dru­cker ver­wen­det wer­den dür­fen. Wich­tig ist die Fra­ge, wie viel Ar­beits­spei­cher Sie dem vir­tu­el­len PC zu­wei­sen. Be­ach­ten Sie da­bei die Sys­tem­an­for­de­run­gen des Be­triebs­sys­tems, das Sie in­stal­lie­ren möch­ten. Al­ler­dings soll­ten Sie nicht zu groß­zü­gig sein, da das Be­triebs­sys­tem des Gast-PCs und die Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware auch RAM be­nö­ti­gen. Als Richt­wert las­sen Sie un­ter Win­dows 10 64-Bit 3 GBy­te RAM für das Be­triebs­sys­tem und die Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form üb­rig. Den Rest stel­len Sie dem vir­tu­el­len PC zur Ver­fü­gung. Le­gen Sie jetzt die vir­tu­el­le Fest­plat­te an. Die­se er­scheint phy­sisch als Da­tei, die an be­lie­bi­ger Stel­le auf dem PC lie­gen kann, auch auf ei­nem ex­ter­nen USB-Da­ten­trä­ger, der ent­spre­chend groß sein muss. Nun brau­chen Sie nur noch ei­ne ISO-Da­tei ei­ner Win­dows-DVD, um den vir­tu­el­len PC zu boo­ten und Win­dows auf der vir­tu­el­len Fest­plat­te zu in­stal­lie­ren. Auch in ei­ner vir­tu­el­len Ma­schi­ne muss Win­dows spä­tes­tens nach 90 Ta­gen mit ei­nem noch nicht ver­wen­de­ten Li­zenz­schlüs­sel ak­ti­viert wer­den. Nach der In­stal­la­ti­on boo­tet Win­dows im VM­wa­re-Fens­ter und un­ter­schei­det sich au­ßer in der Per­for­mance kaum von ech­tem Win­dows. Mel­den Sie sich auf dem vir­tu­el­len PC mit Ih­rem Mi­cro­soft-Kon­to an, das Sie auf dem ei­ge­nen PC be­nut­zen. Schal­ten Sie in den Ein­stel­lun­gen un­ter Kon­ten alle Syn­chro­ni­sie­rungs­ein­stel­lun­gen an, um De­sign, Kenn­wör­ter und an­de­re Ein­stel­lun­gen au­to­ma­tisch zu über­neh­men.

Tipp: Möch­ten Sie Ih­ren ge­wohn­ten Desk­top auch auf dem vir­tu­el­len PC nut­zen, le­gen Sie auf OneD­ri­ve ein Ver­zeich­nis Desk­top an. Kli­cken Sie dann im Ex­plo­rer auf Ih­rem ech­ten PC un­ter C:\ Be­nut­zer\<Be­nut­zer­na­me> mit der rech­ten Maus­tas­te auf den Desk­top-Ord­ner und tra­gen Sie auf der Re­gis­ter­kar­te Pfad den Desk­top-Ord­ner auf OneD­ri­ve ein. Wie­der­ho­len Sie das auf dem vir­tu­el­len PC, und bei­de Desk­tops sind im­mer syn­chron.

3. Den ei­ge­nen PC als vir­tu­el­le Ma­schi­ne klo­nen

Mit dem kos­ten­lo­sen VM­wa­re vCen­ter Con­ver­ter (Down­load nach Re­gis­trie­rung bei: www.vm­wa­re.com) klo­nen Sie Ihr per­sön­li­ches Win­dows vom PC in ei­nen vir­tu­el­len PC. Kli­cken Sie hier auf Con­vert Ma­chi­ne und wäh­len Sie This lo­cal ma­chi­ne. Bei De-

sti­na­ti­on Ty­pe wäh­len Sie VM­wa­re Work­sta­tion or other VM­wa­re vir­tu­al ma­chi­ne. Nach­dem die aus­führ­li­chen Sys­temda­ten des PCs an­ge­zeigt wur­den, wäh­len Sie die zu kon­ver­tie­ren­den Lauf­wer­ke aus. Wäh­len Sie nur die un­be­dingt nö­ti­gen Lauf­wer­ke, da die Kon­ver­tie­rung nicht nur viel Zeit, son­dern auch er­heb­li­chen Spei­cher­platz be­nö­tigt. Die Aus­la­ge­rungs- und Ru­he­zu­stands­da­tei igno­rie­ren Sie. Wei­ter un­ten in der Lis­te schal­ten Sie über üs­si­ge Win­dows-Di­ens­te ab. Nach Ab­schluss der Kon­ver­tie­rung, die ei­ni­ge Zeit dau­ert, ko­pie­ren Sie den vir­tu­el­len PC auf das USB-Lauf­werk, um ihn auf ei­nem an­de­ren PC mit VM­wa­re nut­zen zu kön­nen.

4. Mit Por­ta­ble Vir­tualBox die Ab­spiel-Soft­ware im­mer da­bei

Möch­ten Sie auf dem frem­den PC nicht auf ei­ne vor­han­de­ne Vir­tua­li­sie­rungs­platt­form an­ge­wie­sen sein, las­sen Sie Vir­tualBox por­ta­bel di­rekt von ei­nem min­des­tens 32 GBy­te gro­ßen USB-Stick lau­fen. Ent­pa­cken Sie das Tool Por­ta­ble Vir­tu­al Box von der Heft-DVD auf den Stick und star­ten Sie es dort. Jetzt kön­nen Sie die In­stal­la­ti­ons­da­tei für Vir­tualBox her­un­ter­la­den oder ei­ne be­reits her­un­ter­ge­la­de­ne Ver­si­on nut­zen, um sie auf den Stick zu in­stal­lie­ren. Ver­wen­den Sie am bes­ten die 32-Bit-Ver­si­on, da die­se auf fast al­len halb­wegs ak­tu­el­len PCs läuft. Le­gen Sie den vir­tu­el­len PC in ei­ner in­stal­lier­ten Ver­si­on von Vir­tu­al Box an und ko­pie­ren Sie ihn dann auf den Stick, da das An­le­gen in der por­ta­blen Ver­si­on sehr lan­ge dau­ert. Über Ma­schi­ne/Hin­zu­fü­gen tra­gen Sie ihn dann in der por­ta­blen Ver­si­on ein.

5. Win­dows im Heim­netz von ei­ner NAS di­rekt boo­ten

Vor­aus­ge­setzt, Sie ha­ben ein Gi­ga­bit-LAN, kön­nen Sie die vir­tu­el­le Ma­schi­ne auch auf ei­ner NAS ab­le­gen. Das hat den Vor­teil, dass Sie sie auf al­len PCs im lo­ka­len Netz­werk nut­zen kön­nen, nur die Vir­tua­li­sie­rungs­soft­ware muss lo­kal auf den PCs in­stal­liert sein. Das in der Funk­ti­on deut­lich ein­ge­schränk­te Win­dows PE kann auch di­rekt über das Netz­werk auf ei­nem Com­pu­ter boo­ten, des­sen in­stal­lier­tes Be­triebs­sys­tem nicht funk­tio­niert (sie­he Kas­ten Win­dows PE – Not­fall-Win­dows von der NAS boo­ten auf Sei­te 26). tr

Das vir­tu­el­le Win­dows un­ter­schei­det sich kaum von ei­nem ech­ten. Über das Me­nü wird die Hard­ware­un­ter­stüt­zung des vir­tu­el­len PCs kon gu­riert.

Der VM­wa­re vCen­ter Con­ver­ter kon­ver­tiert ein lau­fen­des Win­dows in ei­ne vir­tu­el­le Ma­schi­ne. Kon­ver­tie­ren Sie aus Per­for­mance-Grün­den nur die un­be­dingt not­wen­di­gen Lauf­wer­ke.

Der Li­cen­seCraw­ler aus den 144 Tools von der Heft-DVD ndet den Li­zenz­schlüs­sel ei­nes in­stal­lier­ten Win­dows.

Schal­ten Sie un­ter Sys­tem/Netz­be­trieb und Ener­gie­spa­ren die bei­den ang­zeig­ten Op­tio­nen auf Nie.

Das por­ta­ble Win­dows ver­langt nach ei­ni­gen Starts auf ver­schie­de­nen PCs ei­ne er­neu­te Ak­ti­vie­rung.

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