Schnel­les Mesh-WLAN im Ei­gen­bau

AVM rüs­tet sei­ne AC-Fritz­bo­xen mit Mesh-Funk­tio­nen nach – als Al­ter­na­ti­ve zu kost­spie­li­gen Mesh-Rou­tern.

PC Magazin - - Inhant - MICHA­EL SEE­MANN

Mit Fritz­box und Re­pea­ter

B eina­he je­der be­kann­te Hard­ware-Her­stel­ler hat in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten ein so­ge­nann­tes Mesh-Rou­terSys­tem auf den Markt ge­bracht. Ein sol­ches Sys­tem setzt sich aus min­des­tens zwei Mesh-WLAN-Sta­tio­nen zu­sam­men, wo­bei ei­ne da­von als Rou­ter ein­ge­rich­tet wird. Da­bei wird die Ver­bin­dung zwi­schen den ein­zel­nen Mesh-Sta­tio­nen über WLAN her­ge­stellt – und nicht über ein Netz­werk­ka­bel. Da­durch las­sen sich die Ge­rä­te re­la­tiv frei im Haus plat­zie­ren, oh­ne auf ein Ver­bin­dungs­ka­bel ach­ten zu müs­sen. Zu­sätz­lich ar­bei­ten al­le Mesh-Sta­tio­nen auch als WLAN-Ac­cess-Po­int und stel­len so­mit den On­line-Zu­gang für al­le draht­lo­sen Cli­ents im Heim­netz be­reit. Im Ide­al­fall ver­bin­den sich die WLAN-Cli­ents im­mer mit dem nächst­lie­gen­den Ac­cess Po­int des Mesh-Sys­tems, denn je­de Mesh-Sta­ti­on sen­det mit der­sel­ben SSID und WLAN-Ver­schlüs­se­lung (WPA-Pass­phra­se). Der An­wen­der muss beim Auf­stel­len ei­nes Mes­hSys­tems al­so vor al­lem dar­auf ach­ten, dass die WLAN-Ver­bin­dung zwi­schen den ein­zel­nen Mesh-Sta­tio­nen aus­rei­chend sta­bil ist. In­for­ma­tio­nen zur Ver­bin­dungs­qua­li­tät zwi­schen den Mesh-Sta­tio­nen lie­fert die Smart­pho­ne-App des Her­stel­lers.

Mesh-Sys­te­me mit Du­al­band- und Tri­band-WLAN

Zur Ver­bin­dung ih­rer Mesh-Sta­tio­nen ver­wen­den die Her­stel­ler un­ter­schied­li­che Me­tho­den. Mesh-Sys­te­me mit Tri­ban­dWLAN be­sit­zen drei WLAN-Funk-Mo­du­le (1 x 2,4 GHz und 2 x 5 GHz). Da­bei wird ei­nes der bei­den 5-GHz-Mo­du­le aus­schließ­lich für die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Ac­cess Points ein­ge­setzt, wäh­rend die zwei ver­blei­ben­den Funk­mo­du­le (2,4 GHz und 5 GHz) zur An­bin­dung der WLAN-Cli­ents an die Mesh-Ac­cess-Points ver­wen­det wer­den. Der Vor­teil die­ses Sys­tems liegt dar­in, dass für die draht­lo­se Ver­bin­dung zwi­schen den Mesh-Sta­tio­nen im­mer die ma­xi­mal ver­füg­ba­re Band­brei­te be­reit­steht. Du­al­band-Mesh-Sys­te­me hin­ge­gen be­sit­zen nur zwei WLAN-Mo­du­le (1 x 2,4 GHz und 1 x 5 GHz), die so­wohl zur An­bin­dung der WLAN-Cli­ents als auch zur Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Ac­cess Points ver­wen­det wer­den. In un­se­rem Ver­gleichs­test von Mesh-WLAN-Sys­te­men in Aus­ga­be 11 des PC Ma­ga­zins hat sich ge­zeigt, dass Tri­ban­dMesh-Sys­te­me mit un­güns­tig po­si­tio­nier­ten WLAN-Sta­tio­nen in der Re­gel bes­ser zu­recht­kom­men und ent­spre­chend hö­he­re Über­tra­gungs­ra­ten er­zie­len. Da­für be­le­gen Tri­band-Mesh-Sys­te­me im 5-GHz-Be­reich

durch ihr zu­sätz­li­ches Funk­mo­dul mit 160 MHz ex­akt dop­pelt so viel Band­brei­te wie ein Du­al­band-Sys­tem mit 80 MHz. Durch die ge­rin­ge­re Reich­wei­te ei­nes 5-GHzWLANs wirkt sich des­sen in­ten­si­ve­re Band­brei­ten­nut­zung je­doch bei Wei­tem nicht so dra­ma­tisch aus wie beim reich­wei­ten­stär­ke­ren 2,4-GHz-WLAN. Der gro­ße Nach­teil al­ler „klas­si­schen“Mesh-Rou­ter-Sys­te­me – egal ob es sich da­bei um Du­al­band- oder Tri­band-Sys­te­me han­delt – liegt je­doch dar­in, dass die Ge­rä­te kein Mo­dem und auch kei­nen An­schluss für Te­le­fo­ne be­sit­zen. In ei­nem ge­wöhn­li­chen (deut­schen) Haus­halt las­sen sich die­se Mesh-Sys­te­me so­mit nur in Ver­bin­dung mit ei­nem be­reits vor­han­de­nen Mo­dem oder Mo­dem-Rou­ter ver­wen­den. Hin­zu kom­men die Kos­ten für ein neu­es Mesh-Sys­tem: Im Han­del muss man für ein Mesh-Sys­tem mit zwei WLAN-Sta­tio­nen min­des­tens 230 Eu­ro hin­le­gen. Und ge­nau hier setzt AVM mit der neu­en Mesh-Funk­tio­na­li­tät in sei­nen ak­tu­el­len Fritz­box-Mo­dem-Rou­tern an.

AVM ver­wen­det die Fritz­box als zen­tra­len Mesh-Rou­ter

Eben­so wie al­le an­de­ren Netz­werk­her­stel­ler ver­steht auch AVM un­ter ei­nem Mesh die mög­lichst un­kom­pli­zier­te Ver­tei­lung ei­nes WLANs über meh­re­re WLAN-Sta­tio­nen. Das Be­son­de­re am AVM-Mesh: Wer be­reits ei­ne (halb­wegs) mo­der­ne Fritz­box mit ACDu­al­band-WLAN be­sitzt, muss sich kei­nen neu­en, kost­spie­li­gen Mesh-WLAN-Rou­ter zu­le­gen. Denn AVM rüs­tet sei­ne Fritz­bo­xen über ein kos­ten­lo­ses Firm­ware-Up­date mit der Mesh-Funk­tio­na­li­tät nach. So­gar die Fritz­box 7490, die im­mer­hin schon seit 2013 im Han­del er­hält­lich ist, wird mit dem ak­tu­el­len Firm­ware-Up­date Frit­zOS 6.90 zur Mesh-Zen­tra­le im AVM-Heim­netz. Die Über­sicht AVM-Ge­rä­te mit Mesh-Funk­ti­on im Kas­ten lis­tet al­le Fritz­box-Mo­del­le, die sich über die neue Firm­ware zum Mes­hRou­ter „up­daten“las­sen. Hin­zu kom­men al­le WLAN-Re­pea­ter und Po­wer­li­ne-WLANEx­ten­der von AVM, mit de­nen sich das Funk­netz des AVM-Rou­ters im Haus ver­tei­len lässt. Auch hier nden sich Ge­rä­te, die schon vie­le Jah­re im Han­del er­hält­lich sind, wie zum Bei­spiel der Frit­zWLAN Re­pea­ter 1750E. Auch die­se Ge­rä­te be­nö­ti­gen für ih­ren Ein­satz als Mesh-Sta­ti­on die ak­tu­el­le Firm­ware-Ver­si­on 6.90. Wich­tig: Für die vol­le Mesh-Funk­tio­na­li­tät ist ein Ge­rät mit Du­al­band-Ac­cess-Po­int und 802.11ac- Stan­dard ( AC-WLAN) er­for­der­lich. Denn nur die­se Hard­ware er­laubt die Ein­bin­dung mo­der­ner WLAN-Tech­nik, wie bei­spiels­wei­se Band Stee­ring, Cross Band Re­pea­ting oder Beam For­ming in das AVM-Mesh. Trotz­dem hat AVM auch Ge­rä­te mit Sing­le­band-N-WLAN-Ad­ap­ter (Frit­zWLAN Re­pea­ter 450E/310, Frit­zPo­wer­li­ne 1240E/546E/540E) mit ei­nem Mesh-Up­date aus­ge­stat­tet, doch bie­ten die­se Ge­rä­te nur ei­ne ein­ge­schränk­te Mesh-Funk­tio­na­li­tät.

Wie wer­den die Mesh-Funk­tio­nen in der Fritz­box ak­ti­viert?

Die Mesh-Funk­tio­na­li­tät ei­nes da­für ge­eig­ne­ten Fritz­box-Mo­dells wird au­to­ma­tisch mit dem ak­tu­el­len Firm­ware-Up­date 6.90 im AVM-Rou­ter ak­ti­viert. Zu­sätz­li­che Ein­stel­lun­gen sind nicht er­for­der­lich. Im Fritz­box-Me­nü un­ter Heim­netz wird mit der neu­en Firm­ware auch ein neu­er Me­nü­punkt na­mens Heim­netz­über­sicht ein­ge­führt. Die­ser zeigt das Heim­netz in ei­ner gra schen Darstel­lung mit der Fritz­box im lin­ken Be­reich. Rechts da­von sind al­le ak­tu­ell am Rou­ter an­ge­schlos­se­nen Ge­rä­te auf­ge­lis­tet. Da­zu zäh­len ne­ben WLAN- und LAN-Cli­ents auch Te­le­fo­ne, Smart-Ho­meGe­rä­te oder USB-Spei­cher.

Über die Fritz­box als Mesh-Zen­tra­le wer­den wei­te­re Mesh-Sta­tio­nen wie Frit­zWLAN Re­pea­ter und Frit­zPo­wer­li­ne (+WiFi) ein­ge­bun­den. AVMs Mesh-Sta­tio­nen

Die Steue­rung des Mesh-WLANs läuft über die Fritz­box. Än­de­run­gen wer­den au­to­ma­tisch von al­len Mesh-Sta­tio­nen über­nom­men. Zen­tra­le WLAN-Steue­rung

So­bald das neue Frit­zOS 6.90 auf­ge­spielt ist, wird die ak­ti­ver­te Mes­hFunk­ti­on in der Heim­netz

über­sicht im Fritz­box-Me­nü an­ge­zeigt.

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