Win­dows 10 – jetzt um­stei­gen?

Win­dows 7, 8 und 10: Gro­ßer Sys­tem­ver­gleich von Funk­tio­nen, Be­die­nung, Leis­tung, Si­cher­heit u.v.m.

PC-WELT - - Inhalt - VON ROLAND FREIST

WIN­DOWS 8 WAR SI­CHER­LICH ei­ne der am­bi­tio­nier­tes­ten Win­dows-Ver­sio­nen al­ler Zei­ten, blieb je­doch letzt­lich deut­lich hin­ter den Er­war­tun­gen zu­rück. Mi­cro­softs Ver­such, die Vor­macht­stel­lung bei den Be­triebs­sys­te­men mit ei­ner neu­en Ober­flä­che auf die Mo­bil­ge­rä­te aus­zu­deh­nen, schei­ter­te nicht nur an der Über­macht von An­dro­id und App­le, son­dern vor al­lem an dem un­aus­ge­go­re­nen Be­di­en­kon­zept mit sei­nem ver­wir­ren­den Ne­ben­ein­an­der von klas­si­schem Desk­top und Ka­che­lober­flä­che. Auch der Win­dows-App-Sto­re konn­te die meis­ten An­wen­der nicht be­geis­tern. Auf­grund der deut­lich ver­nehm­ba­ren Kri­tik ver­lor der Win­dows-Chef­ent­wick­ler Ste­ven Si­n­ofs­ky sei­nen Job, an­schlie­ßend ver­such­te Mi­cro­soft mit der Ver­si­on 8.1, ei­ni­ge der gröbs­ten Feh­ler wie­der­gut­zu­ma­chen. Trotz­dem konn­te der Kon­zern sei­ne An­wen­der noch nicht end­gül­tig ver­söh­nen. Doch die Fir­ma gibt nicht auf. Mit Win­dows 10 setzt sie den ein­ge­schla­ge­nen Weg fort und ver­sucht wei­ter­hin, ei­ne ein­zi­ge, sinn­voll nutz­ba­re Ober­flä­che für PCs und Mo­bil­ge­rä­te zu schaf­fen, was in vie­len Punk­ten auch er­staun­lich gut ge­lun­gen ist. Doch für die Be­nut­zer zäh­len nicht nur die Ober­flä­che, son­dern auch Punk­te wie Funk­tio­na­li­tät, Per­for­mance und Si­cher­heit, wenn es um die Fra­ge geht, ob sie bei ih­rem al­ten Win­dows blei­ben oder auf das

„Vie­le Grün­de spre­chen für Win­dows 10. Doch wer mit Win­dows 7 zu­frie­den ist, braucht kein Up­date.“

neue up­graden sol­len. Auf den fol­gen­den Sei­ten fin­den Sie da­her ei­nen Ver­gleich von Win­dows 10 mit den Vor­gän­gern 8.x und 7, der Ih­nen die Ent­schei­dung er­leich­tern soll.

Be­die­nung: Mi­cro­soft hat auf die Kri­tik der An­wen­der ge­hört

Die am häu­figs­ten ge­äu­ßer­te Kri­tik beim Er­schei­nen von Win­dows 8 war das feh­len­de Start­me­nü. Mi­cro­soft hat­te kur­zer­hand die für Mo­bil­ge­rä­te ent­wor­fe­ne Ka­che­lober­flä­che als ei­ne Art Er­satz ein­ge­baut, was je­doch nie­man­den so rich­tig be­frie­di­gen woll­te. Vie­le An­wen­der blei­ben da­her bis heu­te bei Win­dows 7, dem letz­ten Win­dows mit der klas­si­schen Desk­top-Ober­flä­che. Mit Win­dows 8.1 kam zu­min­dest der Start­but­ton zu­rück, der nach ei­nem Rechtsklick auf den Win­dows-But­ton ein ru­di­men­tä­res Me­nü prä­sen­tiert. Hal­lo, Start­me­nü: Win­dows 10 ent­hält nun ein voll­wer­ti­ges Start­me­nü, gibt aber auch das Ka­chel­kon­zept nicht auf. Die Ent­wick­ler ha­ben zu ei­nem cle­ve­ren Trick ge­grif­fen und die Ka­cheln zu­sam­men mit ei­ni­gen fes­ten Ver­knüp­fun­gen in ein Fens­ter ge­setzt, das sich nach Win­dows-Art ein­fach ver­grö­ßern und ver­klei­nern lässt. Wenn Sie bis­lang mit Win­dows 7 ge­ar­bei­tet ha­ben, wer­den Sie sich kaum um­ge­wöh­nen müs­sen. Win­dows-8-User wer­den er­leich­tert au­f­at­men. Für sie hält Win­dows 10 noch ei­ne wei­te­re Über­ra­schung be­reit: Die Apps, die zu­vor nur im Voll­bild­mo­dus lie­fen, las­sen sich un­ter Win­dows 10 auch im Fens­ter aus­füh­ren, was den nach wie vor vor­han­de­nen Bruch zwi­schen Ka­chel- und Desk­top-Ober­flä­che et­was ab­mil­dert. Auf Mo­bil­ge­rä­ten mit Touch-Be­die­nung, al­so et­wa Ta­blets, öff­net sich üb­ri­gens au­to­ma­tisch die ge­ka­chel­te Ober­flä­che. Dort ist die­se Me­nü­füh­rung auch deut­lich sinn­vol­ler als auf ei­nem Desk­top-PC. Le­be wohl, Charms-Bar: Mit Win­dows 8 hat Mi­cro­soft die Charms-Bar ein­ge­führt, ei­ne au­to­ma­tisch aus­fah­ren­de Leis­te, die Zu­griff auf ei­ni­ge Sys­tem­funk­tio­nen bie­tet. Sie wur­de in Win­dows 10 wie­der ab­ge­schafft – mit ei­ner klei­nen Aus­nah­me beim Win­dows-Ex­plo­rer. Statt­des­sen kön­nen Sie über ein Icon in der Tas­kleis­te das neue Action Cen­ter auf­ru­fen, das den In­fo­be­reich (Sys­tray) er­setzt und die zu­vor ver­streu­ten Nach­rich­ten­fens­ter von Sys­tem-Tools und An­wen­dun­gen an ei­ner zen- tra­len Stel­le bün­delt. Da­zu zäh­len Mel­dun­gen zu in­stal­lier­ten Up­dates ge­nau­so wie Be­nach­rich­ti­gun­gen über ein­ge­gan­ge­ne Mails, Er­in­ne­run­gen an Ter­mi­ne oder die Fra­ge nach der ge­wünsch­ten Ak­ti­on bei neu ein­ge­leg­ten DVDs. Die „Ein­stel­lun­gen“aus der Charms-Bar je­doch gibt es auch in Win­dows 10, so­gar in er­wei­ter­ter Form. Mi­cro­soft hat sie zu ei­ner Art Sys­tem­steue­rung aus­ge­baut und im Start­me­nü plat­ziert. Die be­kann­te Sys­tem­steue­rung hin­ge­gen ver­schwin­det in den Tie­fen der Me­nüs. Su­che: Mit Win­dows 10 be­kommt auch die Su­che ei­nen neu­en Platz. Bei Win­dows 7 war das Such­feld noch im Start­me­nü zu fin­den. Bei Win­dows 8 ru­fen Sie ein­fach die Ka­che­lober-

flä­che auf und tip­pen drauf­los. Da­zu steu­ert in die­ser Ver­si­on auch die Such­ma­schi­ne Bing Er­geb­nis­se bei. Im 10er Win­dows liegt das Such­feld in der Vor­ein­stel­lung in der Tas­kleis­te und lässt sich wahl­wei­se auch als Icon an­zei­gen. Neu hin­zu­ge­kom­men ist der Suchas­sis­tent Corta­na, der wie App­les Si­ri auf Sprach­kom­man­dos re­agiert, sich je­doch auch per Tas­ta­tur be­fra­gen lässt. Die Ant­wor­ten prä­sen­tiert er je­doch nur als Links im Brow­ser. Dateimanagement: Schließ­lich hat in Win­dows 10 auch der zen­tra­le Da­tei­ma­na­ger, der Win­dows-Ex­plo­rer, ei­ni­ge Über­ar­bei­tun­gen er­fah­ren. Seit dem Wech­sel von Win­dows 7 zu 8.x kann das Pro­gramm be­reits die von den An­wen­dern nie recht an­ge­nom­me­nen Bi­b­lio­the­ken aus­blen­den, bie­tet un­ten rechts zwei prak­ti­sche But­tons zum Um­schal­ten zwi­schen De­tail- und Mi­nia­tur­an­sicht und blen­det den In­halt von ISO- und VHD-Files nach ei­nem Dop­pel­klick in Form von vir­tu­el­len Lauf­wer­ken ein. Die 10er-Ver­si­on un­ter­schei­det sich nur we­nig von ih­rem Vor­fah­ren. Nach dem Öff­nen zeigt sie zu­nächst die am häu­figs­ten be­such­ten Ord­ner und zu­letzt auf­ge­ru­fe­nen Da­tei­en an. Neu ist zu­dem der But­ton „Frei­ga­be“: Wenn Sie ei­ne Da­tei mar­kie­ren und die­sen But­ton an­kli­cken, fährt plötz­lich die ei­gent­lich ab­ge­schaff­te Charms-Bar her­aus und bie­tet pas­sen­de An­wen­dun­gen für die Wei­ter­ga­be an an­de­re an. Fa­zit zur Be­die­nung: Für Be­nut­zer von Win­dows 8.x bringt die Ober­flä­che der 10er-Ver­si­on deut­li­che Ver­bes­se­run­gen, für sie lohnt sich ein Up­grade. Wer hin­ge­gen Win­dows 7 auf ei­nem Desk­top-PC nutzt, kann bei sei­nem Be­triebs­sys­tem blei­ben. Auf Ge­rä­ten mit TouchBild­schirm war be­reits Win­dows 8 die bes­se­re Wahl, das gilt um­so mehr für Win­dows 10.

Funk­tio­na­li­tät: We­nig Neu­es, aber gut ge­macht

Die Mög­lich­kei­ten zum Auf­tei­len des Desk­top ge­hen wei­ter. Da­mit ist nicht der Mul­ti­moni­torMo­dus ge­meint, der es be­reits seit der 7er Ver­si­on er­laubt, Win­dows auf zwei Bild­schir­me zu ver­tei­len – ei­ne Funk­ti­on, die in Win­dows 8 und 10 noch wei­ter op­ti­miert wird. Neu in Win­dows 10 ist die Tas­kan­sicht, die über ei­nen But­ton in der Tas­kleis­te ein­ge­schal­tet wird und die De­fi­ni­ti­on von meh­re­ren vir­tu­el­len Desk­tops er­laubt, zwi­schen de­nen Sie be­lie­big hin­und her­sprin­gen kön­nen. Ei­ne ver­gleich­ba­re Funk­tio­na­li­tät bo­ten bis­lang nur Desk­top-Tools von Fremd­her­stel­lern. On­line-Kon­to: Be­reits in Win­dows 8 hat Mi­cro­soft den Cloud­spei­cher Oned­ri­ve (da­mals noch Skyd­ri­ve) in das Be­triebs­sys­tem in­te­griert. Seit­her wer­den die Be­nut­zer bei der In­stal­la­ti­on auf­ge­for­dert, sich mit ih­rem Mi­cro­soft-Kon­to bei Win­dows an­zu­mel­den. Das ist ein On­line-Kon­to bei Mi­cro­soft www.live. com, www.hot­mail.com oder www.out­look.com. In Win­dows 10 ist die­se Auf­for­de­rung noch et­was dring­li­cher ge­wor­den, not­wen­dig ist sie nach wie vor nicht. Sie kön­nen sich ge­nau­so gut auch mit ei­nem lo­ka­len Kon­to ge­gen­über Win­dows aus­wei­sen. In die­sem Fall kön­nen Sie al­ler­dings nicht den vol­len Funk­ti­ons­um­fang von Corta­na nut­zen und nur über ei­ni­ge Tricks mit dem Win­dows-Ex­plo­rer di­rekt auf Ih­re Oned­ri­ve-Da­ten zu­grei­fen. Und: Über das Mi­cro­soft-Kon­to las­sen sich zu­künf­tig auch E-

Mails und Ka­len­der­da­ten zwi­schen meh­re­ren Ge­rä­ten syn­chro­ni­sie­ren. Das Glei­che gilt für Mo­bil­ge­rä­te mit Win­dows 10 Mo­bi­le, das für den Herbst an­ge­kün­digt ist. Brow­ser: Mit Span­nung er­war­tet wur­de der neue Brow­ser von Win­dows 10. Edge heißt er nun und wird vor­aus­sicht­lich über kurz oder lang den In­ter­net Ex­plo­rer ab­lö­sen. Sei­ne Ren­de­ring-En­gi­ne Edge HTML ist be­deu­tend schnel­ler als die des IE und schlägt zu­min­dest in den haus­ei­ge­nen Tests von Mi­cro­soft den bis­he­ri­gen Se­ri­en­sie­ger Goog­le Chro­me. In­fos da­zu fin­den Sie über un­se­ren Link www.pcwelt. de/edge-speed. Er­reicht wur­de das un­ter an­de­rem durch ei­ne ri­go­ro­se Streich­lis­te, auf der ei­ni­ge al­te, pro­prie­tä­re Mi­cro­soft-Tech­ni­ken wie Ac­tiveX, VML und VB-Script stan­den. Aber auch Ado­be Flash und das Mi­cro­soft-Pen­dant Sil­ver­light wer­den nicht mehr un­ter­stützt, statt­des­sen setzt Edge bei der Darstel­lung von Vi­de­os und Ani­ma­tio­nen kom­plett auf HTML 5. Da­mit die Kom­pa­ti­bi­li­tät zu Web­sites mit den ge­nann­ten Tech­ni­ken ge­wahrt bleibt (und die An­wen­der nicht zu ei­nem Kon­kur­ren­zBrow­ser wech­seln), ist in Win­dows 10 nach wie vor auch der In­ter­net Ex­plo­rer ent­hal­ten, der je­doch nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Netz­werk: In Sa­chen Netz­werk hat­te sich seit Win­dows Vis­ta we­nig ge­tan. Mit Win­dows 10 kommt nun die von Win­dows Pho­ne be­kann­te Funk­ti­on Wi-Fi Sen­se hin­zu, die auf PCs mit WLAN-Schnitt­stel­le die Hots­pots von Pro­vi­dern iden­ti­fi­zie­ren kann. Ha­ben Sie sich bei­spiels­wei­se ein­mal an ei­nem Hots­pot der Te­le­kom an­ge­mel­det, er­kennt Wi-Fi Sen­se in der Fol­ge auch an­de­re Zu­gangs­punk­te die­ser Fir­ma und stellt au­to­ma­tisch ei­ne Ver­bin­dung her. Zu den Netz­werk­funk­tio­nen ge­hört im wei­te­ren Sin­ne auch die An­bin­dung an die Xbox One, denn mit Win­dows 10 las­sen sich die Spie­le von der Box auf den PC strea­men und von dort auch steu­ern. Das ist im­mer dann ei­ne sinn­vol­le Op­ti­on, wenn der Fern­se­her gera­de von an­de­ren Fa­mi­li­en­mit­glie­dern ge­nutzt wird. Ta­blet-Mo­dus: Nut­zer von Hy­bridge­rä­ten mit ab­nehm­ba­rer Tas­ta­tur wie et­wa Mi­cro­softs Surface wer­den sich bei Win­dows 10 über Con­ti­nu­um freu­en, ei­ne Funk­ti­on, mit der Win­dows in ei­nen spe­zi­el­len Ta­blet-Mo­dus mit Touch­Be­die­nung und wie­der zu­rück wech­seln kann. Mit dem neu­en Be­triebs­sys­tem lau­fen ih­re Ge­rä­te auch län­ger, da das Po­wer­ma­nage­ment noch ein­mal über­ar­bei­tet wur­de. Das gilt üb­ri­gens auch für Note­books. Fa­zit zur Funk­tio­na­li­tät: Die neu­en Funk­tio­nen von Win­dows 10 wer­den kaum ei­nen Be­nut­zer da­zu be­we­gen, sein ver­trau­tes Win­dows 7 oder 8.x auf­zu­ge­ben. Note­book- und Ta­ble­tBe­sit­zer kön­nen sich hin­ge­gen über ei­ni­ge sinn­vol­le Neue­run­gen freu­en, et­wa über Wi-Fi Sen­se oder Con­ti­nu­um. Ein Must-ha­ve sind sie je­doch nicht.

Si­cher­heit: Mehr Schutz für Un­ter­neh­men

In Win­dows 7 ist der De­fen­der noch ei­ne rei­ne Ad­wa­re- und Spy­wa­re-Such­ma­schi­ne und muss um ei­nen Vi­ren­scan­ner er­gänzt wer­den. Mit Win­dows 8 bau­te Mi­cro­soft das Pro­gramm zu ei­nem Vi­ren­jä­ger aus, der je­doch bei Tests re­gel­mä­ßig auf den hin­te­ren Plät­zen lan­det. Die Soft­ware bie­tet le­dig­lich ei­nen Ba­sis­schutz ge­gen die am wei­tes­ten ver­brei­te­te Mal­wa­re, be­kommt nur ein­mal am Tag neue Vi­ren­de­fi­ni­tio­nen und ver­zich­tet auf heu­ris­ti­sche Ana­ly­sen. Dar­an hat sich auch bei Win­dows 10 nichts ge­än­dert. So­bald Sie ein an­de­res, bes­se­res An­ti­vi­ren­pro­gramm in­stal­lie­ren, wird der De­fen­der au­to­ma­tisch de­ak­ti­viert. Eben­falls von Win­dows 8 über­nom­men hat Mi­cro­soft den Se­cu­re Boot bei Com­pu­tern mit Uefi-Firm­ware. Da­mit kön­nen Sie das Be­triebs­sys­tem so ein­stel­len, dass es beim Hoch­fah­ren le­dig­lich si­gnier­te Boot­loa­der lädt – ein wirk­sa­mer Schutz ge­gen Boot­sek­tor-Vi­ren. Ähn­lich sieht es bei der Da­ten­si­cher­heit aus. Win­dows 7 bringt ein ein­fa­ches Back­up-Tool mit und emp­fiehlt dem An­wen­der, ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Si­che­rung ein­zu­rich­ten. Mit Win­dows 8 hielt der Da­tei­ver­si­ons­ver­lauf Ein­zug, der au­to­ma­tisch Ko­pi­en sämt­li­cher ver­än­der­ten Da­tei­en an­legt, je­doch vom An­wen­der über die Sys­tem­steue­rung ge­zielt ein­ge­schal­tet wer­den muss. Auch die­se grund­sätz­lich nütz­li­che Funk­ti­on wur­de in Win­dows 10 über­nom­men. Ech­te Se­cu­ri­ty-Neu­ig­kei­ten bie­tet Win­dows 10 vor al­lem für Un­ter­neh­mens­kun­den. Da­zu zählt die Mul­ti­fak­tor-Au­then­ti­fi­zie­rung, ge­nannt Win­dows Hel­lo, die bei der An­mel­dung

nicht nur nach Be­nut­zer­na­men und Pass­wort ver­langt, son­dern zu­sätz­lich bei­spiels­wei­se ei­ne Ge­sichts- oder Iris-Er­ken­nung durch­führt. Die Lauf­werks­ver­schlüs­se­lung Bit­lo­cker wird um ei­ne Funk­ti­on er­wei­tert, die da­für sorgt, dass Da­tei­en auch beim Ko­pie­ren auf ein an­de­res Lauf­werk ver­schlüs­selt blei­ben. Zum drit­ten las­sen sich VPN-Zu­gän­ge so kon­fi­gu­rie­ren, dass nur noch be­stimm­te, aus­ge­wähl­te An­wen­dun­gen dar­auf Zu­griff ha­ben. Fa­zit zum The­ma Si­cher­heit: Hier­für hat Win­dows 8 deut­lich mehr zu bie­ten als sein Vor­gän­ger. Zwar las­sen sich ei­ni­ge De­fi­zi­te wie der feh­len­de Vi­ren­schutz durch Soft­ware von an­de­ren An­bie­tern mehr als nur aus­glei­chen, in der Sum­me al­ler­dings emp­fiehlt sich Win­dows 8 als das deut­lich bes­ser ge­schütz­te Sys­tem. Pri­va­te An­wen­der und Fir­men oh­ne gro­ße ITAb­tei­lung im Rü­cken fin­den den glei­chen Schutz auch in Win­dows 10, das an­sons­ten vor al­lem Un­ter­neh­men mehr Si­cher­heit bie­tet, wenn die­se die En­ter­pri­se-Ver­si­on wäh­len.

Per­for­mance: Viel schnel­ler geht’s nicht mehr

Be­reits beim Aus­pro­bie­ren der Tech­ni­cal Pre­view wur­de deut­lich, dass Win­dows 10 sehr schnell boo­tet, und das nicht nur von SSDs, son­dern auch von me­cha­ni­schen Fest­plat­ten. Da­bei wen­det es den glei­chen Trick an wie Win­dows 8: Beim Her­un­ter­fah­ren schließt es nur die be­nut­zer­spe­zi­fi­schen Pro­gram­me, der Sta­tus des Be­triebs­sys­tems hin­ge­gen wird im Hi­ber­na­ti­on-Mo­dus auf der Fest­plat­te ge­spei­chert und beim Boo­ten wie­der in den Ar­beits­spei­cher ge­la­den. Die ver­bes­ser­te Hard­wareBe­schleu­ni­gung sorgt da­für, dass Win­dows 10 noch ein­mal ein paar Se­kun­den schnel­ler star­tet als Win 8. Bei­de boo­ten dank des ge­nann­ten Tricks in et­wa ei­nem Drit­tel der Zeit, die Win­dows 7 be­nö­tigt. Bei Da­tei­ak­tio­nen wie Ko­pie­ren und Ver­schie­ben er­ge­ben sich kei­ne Un­ter­schie­de zwi­schen den Be­triebs­sys­te­men. Di­rec­tX: Für PC-Spie­ler ist in­ter­es­sant, dass Win­dows 10 Di­rec­tX 12 mit­bringt, al­so ei­nen ech­ten Ver­si­ons­sprung voll­führt. In Win­dows 7 ist Di­rec­tX 11 in­te­griert, Win­dows 8.1 un­ter­stützt die Ver­si­on 11.2. Was die neue Schnitt­stel­le für die Spie­le-Per­for­mance be­deu­tet, lässt sich der­zeit al­ler­dings noch nicht aus­pro­bie­ren, da bis Re­dak­ti­ons­schluss noch kei­ne Gra­fik­chips ver­füg­bar wa­ren, die die 12erVer­si­on un­ter­stüt­zen. USB-Speed: Mehr Ge­schwin­dig­keit bie­ten die neue­ren Win­dows-Ver­sio­nen bei der Da­ten­über­tra­gung per USB-Schnitt­stel­le. Win­dows 7 un­ter­stützt von Haus aus le­dig­lich USB 2, die 3er Ver­si­on lässt sich je­doch per Trei­ber nach­rüs­ten. Win­dows 8 kann be­reits mit USB 3.0 um­ge­hen, Win­dows 10 be­herrscht nun USB 3.1 mit dem neu­en Typ-C-Ste­cker. Fa­zit zur Per­for­mance: Der schnel­le Boot­vor­gang spricht ein­deu­tig für Win­dows 8 oder 10. Die Un­ter­stüt­zung für die neue­ren USB-Stan­dards hin­ge­gen lässt sich in Win­dows 7 per Trei­ber ein­rich­ten, und Di­rec­tX 12 ist nur für ech­te Hard­core-Ga­mer in­ter­es­sant.

Wel­che Win­dows-Ver­si­on für Sie die rich­ti­ge ist

Die wirk­lich mar­kan­ten Un­ter­schie­de zwi­schen den ein­zel­nen Win­dows-Ver­sio­nen sind die Ober­flä­chen und Be­di­en­kon­zep­te. Win­dows 7 ist die letz­te Ver­si­on mit dem klas­si­schen Desk­top und eig­net sich für die Be­nut­zer, die ihr ver­trau­tes Start­me­nü be­hal­ten wol­len. Win­dows 8 und 10 schie­len hin­ge­gen mit ei­nem Au­ge auf den Markt der mo­bi­len An­wen­der mit ih­ren Ta­blets und Hy­bridge­rä­ten und bie­ten ih­nen deut­li­che Vor­tei­le. Da­bei gilt: Wer sich auf dem Desk­top-PC und/oder Mo­bil­ge­rät mit Win­dows 8 und 8.1 an­freun­den konn­te, wird auch mit der 10er-Ver­si­on glück­lich wer­den. Un­ter­neh­men hin­ge­gen soll­ten we­gen der neu­en Si­cher­heits­funk­tio­nen spe­zi­ell für Fir­men auf je­den Fall auf Win­dows 10 um­stei­gen. In­for­ma­tio­nen zu den sie­ben Ver­sio­nen von Win­dows 10 fin­den Sie im Kas­ten auf Sei­te 26 und über www.pcwelt.de/2078213.

Mit Win­dows 8.1 bes­ser­te Mi­cro­soft die Ver­si­on 8 nach und ver­pass­te dem Be­triebs­sys­tem ein ein­fa­ches Start­me­nü, das sich nach ei­nem Rechtsklick öff­net. Mit Win­dows 10 kommt auf Wunsch der An­wen­der das Start­me­nü zu

rück. Es ist ei­ne pas­sa­ble Kom­bi­na­ti­on aus dem al­ten Me­nü, das es bis zur 7er-Ver­si­on gab, und der Ka­che­lober­flä

che aus Win­dows 8.x.

Die „Ein­stel­lun­gen“aus der Charms-Bar von Win­dows 8 fin­den sich in der 10er-Ver­si­on im Start­me­nü wie­der. Dort ha­ben sie den Platz der Sys­tem­steue­rung ein­ge­nom­men. Auch das Win­dows-Up­date fin­det sich hier.

In

Win­dows 8 hielt die Charms-Bar Ein­zug, ei­ne au­to­ma­tisch aus­fah­ren­de Leis­te, die Zu­griff auf ei­ni­ge Sys­tem­funk­tio­nen, die Ka­cheln und die Su­che bot. Aus Win­dows 10 hat Mi­cro­soft sie be­reits wie­der her­aus­ge­nom­men.

Die vir­tu­el­len Desk­tops von Win­dows 10 er­lau­ben die De­fi­ni­ti­on meh­re­rer, par­al­lel ak­ti­ver Be­di­en­ober­flä­chen. Der Be­nut­zer kann per Maus­klick zwi­schen ih­nen hin und her wech­seln.

Statt auf ein Back­up-Pro­gramm ver­trau­en Win­dows 8 und 10 auf den Da­tei­ver­si­ons­ver­lauf, der Ko­pi­en al­ler ver­än­der­ten Files auf ei­nem an­de­ren Lauf­werk an­legt. Der An­wen­der muss das Tool al­ler­dings erst ak­ti­vie­ren.

Win­dows 7 brach­te mit der Si­che­rung ein ein­fa­ches Back­up-Tool mit. Das War­tungs­cen­ter wacht dar­über, dass der Be­nut­zer es auch ein­setzt.

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