Bunt ge­mischt

Fritz-OS 6.50 – und mehr

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WAS TUT DIE MU­SI­Ko­der Film­in­dus­trie, wenn sie ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­te In­hal­te im In­ter­net ent­deckt, oh­ne dass die Rech­te­inha­ber ih­re Zu­stim­mung da­zu ge­ge­ben ha­ben? Sie geht ju­ris­tisch ge­gen die An­bie­ter vor, egal, ob es sich um Pri­vat­per­so­nen oder Platt­for­men wie Ra­pid­sha­re han­delt. Wäh­rend sich das Ab­mahn­ver­fah­ren bei na­tür­li­chen Per­so­nen über die Er­mitt­lung der IP-Adres­sen meist ein­fach dar­stellt, sieht es bei Hos­tern im Aus­land mit­un­ter an­ders aus. Staat­li­che Stel­len ko­ope­rie­ren da längst nicht im­mer, die Ver­ant­wort­li­chen sind nur schwer zu fas­sen. Des­halb wa­ren die GE­MA (Ge­sell­schaft für mu­si­ka­li­sche Auf­füh­rungs- und me­cha­ni­sche Ver­viel­fäl­ti­gungs­rech­te) und meh­re­re Mu­sik­un­ter­neh­men in zwei Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richts­hof (BGH) in Re­vi­si­on ge­gan­gen. Sie woll­ten die Deut­sche Te­le­kom als Pro­vi­der ver­pflich­ten, die an­bie­ten­den Web­sei­ten zu sper­ren. In den kon­kre­ten Fäl­len wies der BGH die Re­vi­sio­nen zwar zu­rück. Das aber nur des­halb, weil die Rech­te­inha­ber zu­vor kei­ne „zu­mut­ba­ren An­stren­gun­gen“un­ter­nom­men ha­ben, selbst ge­gen die Por­tal­be­trei­ber be­zie­hungs­wei­se die ei­gent­li­chen Tä­ter vor­zu­ge­hen. Hät­te die Mu­sik­in­dus­trie aber im Vor­feld ernst­haft ver­sucht, die aus­län­di­schen Hos­ter und Web­sei­ten­in­ha­ber zu er­mit­teln, wür­den die Pro­vi­der in der Pflicht ste­hen, den Zu­gang zu den il­le­ga­len In­hal­ten zu sper­ren: die Websper­re al­so als ul­ti­ma ra­tio, so die Karls­ru­her Rich­ter. Die BGH-Ent­schei­dun­gen kön­nen zu­künf­tig weit­rei­chen­de Pflich­ten für die deut­schen Zu­gangs­an­bie­ter nach sich zie­hen. Wenn näm­lich die Rech­te­inha­ber ih­re ver­geb­li­chen Be­mü­hun­gen be­le­gen kön­nen, müss­ten Te­le­kom und Co. die be­an­stan­de­ten Web­sei­ten sper­ren. Mehr zu den Ur­tei­len le­sen Sie un­ter www.pcwelt.de/nPXeLJ.

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