Kauf­be­ra­tung NAS

So fin­den Sie den per­fek­ten Netz­werk­spei­cher für Strea­m­ing, Back­ups u.v.m.

PC-WELT - - Vorderseite - VON HER­MANN AP­FEL­BÖCK, INES WAL­KE-CHOMJAKOV

CLOUD-DI­ENS­TE wie Drop­box oder Oned­ri­ve sind prak­tisch, um Do­ku­men­te und Fo­tos von je­dem Rech­ner oder Mo­bil­ge­rät griff­be­reit zu ha­ben. Für sen­si­ble Da­ten wie Steu­er­un­ter­la­gen tau­gen sie nicht, da ih­re Ser­ver im Aus­land ste­hen und da­mit ei­nem wei­che­ren Da­ten­schutz als hier­zu­lan­de un­ter­lie­gen. Wer die Hand auf sei­ne Da­ten hal­ten will, baut sich ei­ne per­sön­li­che Cloud mit ei­nem Netz­werk­spei­cher – auch NAS (Net­work Atta­ched Sto­r­a­ge) ge­nannt. Er bie­tet in­zwi­schen die­sel­ben fle­xi­blen Zu­griffs­mög­lich­kei­ten wie die öf­fent­li­che Cloud, steht aber in den ei­ge­nen vier Wän­den oder im Bü­ro. Das NAS ist ein klei­ner Ser­ver mit ei­ge­nem Pro­zes­sor, Ar­beits­spei­cher und Be­triebs­sys­tem, das meist auf Li­nux ba­siert. Bei der Ant­wort auf die Fra­ge, wie viel NAS Sie für Ih­re Zwe­cke brau­chen, un­ter­stützt Sie die­ser Kauf­rat­ge­ber. Ei­ne ak­tu­el­le Über­sicht, wel­che Mo­del­le der­zeit zu be­kom­men sind, ha­ben wir in drei Ta­bel­len auf­ge­teilt – un­ter­schie­den nach Ge­rä­ten mit ei­nem, zwei und vier Ein­schub­schäch­ten. Wol­len Sie Ih­ren Netz­werk­spei­cher aus ei­nem vor­han­de­nen PC selbst bau­en, fin­den Sie ei­ne An­lei­tung auf Sei­te 69.

Für den Ein­stieg: NAS-Sys­te­me mit ei­nem Plat­ten­schacht

Netz­werk­fest­plat­ten gibt es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen: Den Ein­stieg in die NAS­Welt mar­kie­ren Ge­rä­te mit ei­nem Ein­schub. Sie sind oft als Kom­plett­lö­sung ge­dacht – al­so be­reits mit ei­ner Fest­plat­te be­stückt, die sich in man­chen Fäl­len nicht aus­tau­schen lässt. Sie ent­schei­den beim Kauf, wie hoch de­ren Ka­pa­zi­tät sein soll. Bei den fer­ti­gen Sys­te­men liegt der ma­xi­mal er­hält­li­che Spei­cher­platz der­zeit bei 6 TB, so et­wa bei der WD My Cloud für rund 290 Euro (UVP). Wem ei­ne ge­rin­ge­re Ka­pa­zi­tät aus­reicht, kann zwi­schen 2, 3, 4 und 5 TB wäh­len. Die Kom­plett­va­ri­an­ten star­ten bei rund 140 Euro (UVP, un­ver­bind­li­cher Ver­kaufs­preis) und brin­gen 2 TB Fest­plat­ten­ka­pa­zi­tät mit.

„NAS gibt es für je­den Be­darf: vom zen­tra­len Da­ten­la­ger für zu Hau­se bis hin zum All­round-Mi­ni-Ser­ver.“

Wol­len Sie ei­ne selbst aus­ge­wähl­te Fest­plat­te in das Ein­schacht­NAS ein­set­zen, grei­fen Sie zum Leer­ge­häu­se. Hier ist die Aus­wahl et­was ge­rin­ger als bei den be­stück­ten Netz­werk­spei­chern. Al­ler­dings las­sen sich et­wa bei den Qnap­Mo­del­len TS­112P oder TS­131 auch Fest­plat­ten mit grö­ße­rer Ka­pa­zi­tät, hier bis ma­xi­mal 8 TB, nut­zen. Preis­lich kom­men Sie mit ei­nem Leer­ge­häu­se güns­ti­ger weg als mit ei­nem fer­tig be­stück­ten Sys­tem, so­fern Sie ei­ne be­reits vor­han­de­ne Plat­te ein­bau­en. Sonst müs­sen Sie die Kos­ten für die Fest­plat­te ex­tra da­zu­rech­nen. Sie lie­gen bei ei­ner Plat­te mit 1 TB Ka­pa­zi­tät der­zeit et­wa bei 50 Euro. Grund­sätz­lich las­sen sich in die Leer­ge­häu­se 3,5­Zol­lPlat­ten ein­set­zen. Che­cken Sie vor­her ab, ob das Plat­ten­mo­dell auch auf der Kom­pa­ti­bi­li­täts­lis­te des NAS­Sys­tems ge­nannt ist. Das er­spart Ih­nen spä­ter Är­ger. 2,5­Zoll­Plat­ten oder So­lid­Sta­te­Dri­ves sind eher sel­ten kom­pa­ti­bel. In ers­ter Li­nie sind Ein­schacht­NAS für Plat­ten mit 3,5­Zoll­Form­fak­tor vor­ge­se­hen. Ein­stiegs­Netz­werk­spei­cher sind als per­sön­li­che Cloud­Lö­sung ge­dacht. Da­bei die­nen sie als rei­ne Da­ten­zen­tra­le, auf die Sie von au­ßen zu­grei­fen, um Fil­me, Bil­der oder Do­ku­men­te von übe­r­all aus zu er­rei­chen. Raid­Mo­di, die bei meh­re­ren Fest­plat­ten für Tem­po­ge­winn oder Aus­fall­si­cher­heit sor­gen, ent­fal­len hier. Da­für ver­bin­den sie die öf­fent­li­che Cloud mit der ei­ge­nen zu Hau­se, wenn Sie das wol­len. Denn In­hal­te, die auf Wol­ken­diens­ten wie Drop­box, Goog­le Dri­ve oder Ama­zon S3 lie­gen, las­sen sich mit dem hei­mi­schen NAS syn­chro­ni­sie­ren. Für al­le Rech­ner im Heim­netz die­nen die klei­nen NAS­Sys­te­me als Back­up­Sta­ti­on. Um die In­hal­te der Netz­werk­fest­plat­te mit ei­nem Back­up zu si­chern, brin­gen die Ge­rä­te zu­sätz­li­che Schnitt­stel­len mit. Da­bei ist USB 2.0 der An­schluss mit der größ­ten Ver­brei­tung. Teil­wei­se sind auch noch E­SA­TA­Ports am Ge­häu­se vor­han­den, et­wa bei den schon er­wähn­ten Qnap­Mo­del­len. Per­spek­ti­visch wird die­ser An­schluss je­doch von USB 3.0 er­setzt, wie die Qnap­Mo­del­le er­neut zei­gen. Ei­ne Aus­nah­me in punc­to ex­ter­ne Schnitt­stel­len ist die La­cie Cloud Box – sie bie­tet nur den Netz­werk­an­schluss. Ins­ge­samt ha­ben sich die Ein­schach­tNAS in­zwi­schen zu ei­ner run­den NAS­Lö­sung ge­mau­sert, wenn Raid­Mo­di für Sie kei­ne Rol­le spie­len.

All­roun­der: NAS mit zwei Plat­ten­schäch­ten

Die kleins­te NAS-Va­ri­an­te, mit der sich Rai­dMo­di ein­rich­ten las­sen, sind Ge­rä­te mit zwei Ein­schü­ben. Hier ha­ben Sie die Wahl zwi­schen JBOD (Just a Bunch of Disks), um den gro­ßen Plat­ten­platz ein­fach nut­zen zu kön­nen, oder Raid 0, um ihn auf Ge­schwin­dig­keit zu op­ti­mie­ren. Oder Raid 1, um die Da­ten im NAS zu spie­geln, da­mit sie stets dop­pelt vor­han­den sind – ei­ne Maß­nah­me ge­gen Fest­plat­ten­aus­fall. Wie schon beim Ein­stiegs­NAS ste­hen bei den Spei­chern mit zwei Schäch­ten Leer­ge­häu­se und be­stück­te Ge­häu­se zur Aus­wahl. Die ma­xi­ma­len Plat­ten­ka­pa­zi­tä­ten lie­gen der­zeit bei 16 TB – al­so 8 TB pro Fest­plat­te. Ach­ten Sie ge­nau auf die Pro­dukt­be­zeich­nun­gen. Denn die Her­stel­ler er­gän­zen ih­re NASSe­ri­en re­gel­mä­ßig, wo­bei sie oft nur an­de­re Buch­sta­ben­fol­gen an die Zif­fern­kenn­zeich­nung an­hän­gen. Die ein­zel­nen Mo­del­le un­ter­schei­den sich im Zwei­fel stär­ker, als Sie ver­mu­ten. So et­wa bei Syno­lo­gy mit den Mo­del­len DS216se und DS216­play: Das Ge­rät mit dem

Zu­satz „se“ist als kos­ten­güns­ti­ge Va­ri­an­te ge­dacht, wäh­rend die „Play“­NAS auf Mul­ti­me­dia­Ein­sät­ze op­ti­miert ist. Sie un­ter­schei­den sich in der Pro­zes­sor­Po­wer, im Ar­beits­spei­cher und in der Schnitt­stel­len­aus­stat­tung. Au­ßer­dem be­herrscht nur die NAS mit dem Zu­satz „Play“das 4K-Vi­deo­trans­co­die­ren. Die Un­ter­schie­de schla­gen sich im Preis nie­der. Die UVPs der bei­den NAS-Ge­häu­se lie­gen bei 137 und 256 Euro – über 100 Euro Dif­fe­renz. Bei NAS­Sys­te­men mit zwei Ein­schü­ben lohnt sich ein Blick auf die Kom­po­nen­ten des Mi­niSer­vers. Je stär­ker die Pro­zes­so­ren, des­to schnel­ler ar­bei­ten die Sys­te­me. Zu fin­den sind al­le Va­ri­an­ten – von ei­nem Kern bis zu vier Ker­nen. Sind die CPUs stark, kommt auch mehr Ar­beits­spei­cher zum Ein­satz. Wie­der­um pro­fi­ tiert da­von die Ver­ar­bei­tungs­ge­schwin­dig­keit. Der­zeit liegt das Li­mit bei 2 GB. Güns­ti­ge Mo­del­le be­gnü­gen sich mit 256 MB wie et­wa bei der Buf­fa­lo Lin­ks­ta­ti­on LS-210D. In al­le NAS­Sys­te­me pas­sen 3,5­Zoll­Fest­plat­ten. Gera­de bei den Mo­del­len mit zwei Schäch­ten nimmt die Fle­xi­bi­li­tät zu, mit klei­ne­ren Form­fak­to­ren um­zu­ge­hen. Zur Aus­wahl ste­hen 2,5-Zoll-Va­ri­an­ten und SSDs. In bei­den Fäl­len sind oft zu­sätz­li­che Wech­sel­rah­men nö­tig, bei SSDs so­gar se­pa­ra­tes Zu­be­hör, um sie in die rich­ti­ge Po­si­ti­on zum in­ter­nen An­schluss zu brin­gen und dort stabil zu hal­ten. Die­se Ex­tra­kos­ten loh­nen sich nur, wenn Sie die Plat­ten schon ha­ben und wei­ter nut­zen wol­len. Gera­de bei SSDs soll­ten Sie sich ge­nau über­le­gen, ob sich der Ein­bau ren­tiert. Sie emp­feh­len sich nur dann, wenn Sie ein be­son­ders lei­ses NAS be­nö­ti­gen, sich al­so das Ge­räusch ro­tie­ren­der Plat­ten er­spa­ren wol­len. Ei­nen de­zi­dier­ten Tem­po­vor­teil – wie man viel­leicht glau­ben könn­te – brin­gen die Flash­spei­cher nicht. Der Grund: In den meis­ten Fäl­len be­trei­ben Sie das NAS im klas­si­schen Gi­ga­bit­Netz. Hö­he­ren Durch­satz er­rei­chen Sie je­doch erst in ei­nem 10-Gi­ga­bit-Netz. Der Fla­schen­hals ist die Netz­werk­schnitt­stel­le, nicht das Plat­ten­tem­po. Ein wich­ti­ger Aspekt bei NAS mit meh­re­ren Schäch­ten ist Hot Swap. Dar­un­ter ver­steht man den Plat­ten­wech­sel im Be­trieb. Bringt das Ge­rät die Funk­ti­on mit, lässt sich ei­ne de­fek­te Plat­te ent­fer­nen und durch ei­ne in­tak­te er­set­zen, oh­ne das NAS ab­zu­schal­ten. Bei Netz­werk­spei­chern mit zwei Schäch­ten fin­det sich Hot Swap noch nicht sehr oft. Ein Grund kann an der Bau­art des Ge­häu­ses lie­gen – wie et­wa bei der Sea­ga­te Per­so­nal Cloud 2­Bay. Hier müs­sen Sie das Ge­rät aus­ein­an­der­bau­en, um an die ein­ge­bau­ten Plat­ten zu kom­men. Bei NASSys­te­men, die sich von vor­ne öff­nen las­sen, ist der Plat­ten­tausch im Be­trieb eher ver­brei­tet als et­wa beim Net­ge­ar Re­a­dy NAS RN212 und dem Qnap TS­251+.

Für gro­ße Da­ten­men­gen: NAS mit vier Schäch­ten

NAS­Sys­te­me mit vier Ein­schü­ben bie­ten sich an, wenn Sie gro­ße Da­ten­men­gen ver­ar­bei­ten

oder hei­mi­sche und be­ruf­li­che Zwe­cke kop­peln wol­len. Das zeigt sich an den ma­xi­mal mög­li­chen Plat­ten­ka­pa­zi­tä­ten, die von 16 TB bis 32 TB rei­chen. Al­ler­dings be­stimmt der aus­ge­wähl­te Raid­Mo­dus, wie­viel Platz Ih­nen im End­ef­fekt zur Ver­fü­gung steht. Wäh­len Sie et­wa Raid 5, er­mit­teln Sie die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ge­samt­ka­pa­zi­tät aus der Sum­me des Spei­cher­plat­zes al­ler vier Plat­ten mi­nus der Ka­pa­zi­tät der kleins­ten Fest­plat­te. Bei vier Plat­ten mit je­weils 10 TB Platz er­gibt sich ei­ne ver­füg­ba­re Ge­samt­ka­pa­zi­tät von 30 TB. 4­Bay­Netz­werk­sys­te­me ha­ben al­le­samt zwei Gi­ga­bit­Et­her­net­An­schlüs­se. Man­che nut­zen die dop­pel­ten LAN­Ports für Link Ag­gre­ga­ti­on wie et­wa das Net­ge­ar Re­a­dy NAS RN214 oder das Syno­lo­gy DS-416. Das Ver­fah­ren bün­delt die bei­den An­schlüs­se zu ei­nem lo­gi­schen Ka­nal, um Durch­satz­ge­schwin­dig­keit und Aus­fall­si­cher­heit zu er­hö­hen. Im Ide­al­fall ver­dop­pelt sich das Tem­po durch das Kop­peln der bei­den An­schlüs­se. Fällt ei­ne Schnitt­stel­le aus, re­du­ziert sich zwar die Ge­schwin­dig­keit ent­spre­chend, der Ka­nal funk­tio­niert je­doch wei­ter und so­mit auch der Netz­werk­spei­cher. Da­mit bie­tet die Tech­nik gleich­zei­tig zu­sätz­li­che Si­cher­heit, die vor Aus­fall schützt. Bei NAS­Sys­te­men mit vier Schäch­ten sind fer­tig be­stück­te Ge­rä­te eher die Aus­nah­me – so gibt es et­wa das Buf­fa­lo Lin­ks­ta­ti­on LS-441D auch mit Fest­plat­ten. Üb­lich sind Leer­ge­häu­se, in die Sie die Plat­ten Ih­rer Wahl ein­bau­en. Mehr­heit­lich las­sen sich die ein­zel­nen Lauf­wer­ke von vor­ne ein­schie­ben, es gibt aber auch Ge­häu­se, die von oben be­stückt wer­den wie et­wa das Qnap TS­453mi­ni­2G. So bleibt das Ge­rät kom­pakt und der Plat­ten­wech­sel mög­lichst ein­fach. Das Qnap­Mo­dell re­prä­sen­tiert den Trend zum Mul­ti­me­dia­Ser­ver. Hier dient das NAS nicht nur als Da­ten­la­ger, son­dern auch als Strea­m­ing­zen­tra­le von Fil­men und Fo­tos auf Rech­ner, Mo­bil­ge­rä­te und Fern­se­her. Da­für bringt es HDMI­An­schluss, Fern­be­die­ nung und Full-HD-Vi­deo­trans­co­die­rung mit, kos­tet aber auch gut 500 Euro (UVP). Ei­ne güns­ti­ge­re Me­di­en­zen­tra­le er­hal­ten Sie mit dem Zy­xel NAS540 für rund 250 Euro (UVP). Sie hat als Mul­ti­me­dia­Merk­mal ei­nen SD­Kar­ten­slot. Sie müs­sen aber mit ei­ner schwä­che­ren CPU und we­ni­ger Ar­beits­spei­cher aus­kom­men.

Wich­ti­ge Aspek­te: Strom­ver­brauch und Lärm

Je grö­ßer der Netz­werk­spei­cher, des­to stär­ker fal­len Strom­ver­brauch und Ge­räusch­ent­wick­

lung ins Ge­wicht. Denn bei vol­ler Be­las­tung sind auch al­le Fest­plat­ten im Ge­häu­se ak­tiv. Steigt die Be­an­spru­chung – et­wa bei meh­re­ren Be­nut­zern, die auf das NAS zu­grei­fen –, dre­hen die ein­ge­bau­ten Lüf­ter hoch, um die Plat­ten zu küh­len. Das NAS er­zeugt ein deut­lich hör­ba­res Ge­räusch. Die Her­stel­ler be­to­nen zwar, dass die Ge­rä­te in­zwi­schen cle­ve­re Hit­ze­ab­luft­sys­te­me mit­brin­gen, die die Lüf­ter­tä­tig­keit auf das Nö­tigs­te be­schrän­ken, doch die Wahl des Stand­orts soll­te trotz­dem gut über­legt sein. Sind Sie sehr ge­räu­sch­emp­find­lich oder wol­len das Ge­rät im Wohn­zim­mer plat­zie­ren, wäh­len Sie ei­ne lüf­ter­lo­se Va­ri­an­te wie et­wa das Ein­schacht­sys­tem Buf­fa­lo Lin­ks­ta­ti­on LS-210D. Grund­sätz­lich sor­gen ein­ge­bau­te Mecha­nis­men da­für, dass NAS­Sys­te­me schnell in Stand­by­ und Ru­he­mo­di wech­seln. Spe­zi­el­le NASFest­plat­ten wie die Se­ri­en WD Red oder Sea­ga­te NAS HDD hel­fen dar­über hin­aus, den Strom­ver­brauch so nied­rig wie mög­lich zu hal­ten. Die­se Plat­ten dre­hen nicht so hoch wie Desk­top-Va­ri­an­ten und sind dar­auf spe­zia­li­siert, schnell in den Stand­by oder Ru­he­mo­dus zu wech­seln. Wei­te­rer Plus­punkt: Die Plat­ten sind auf den Dau­er­be­trieb aus­ge­legt und halt­ba­rer als re­gu­lä­re Lauf­wer­ke. Aber auch teu­rer: Ei­ne Plat­te mit 4 TB Ka­pa­zi­tät kos­tet als WD Red rund 165, als WD Gre­en et­wa 145 Euro.

Be­die­nung per Web­in­ter­face und Apps

Egal, wel­che NAS­Ka­te­go­rie Sie aus­wäh­len, Sie kön­nen je­den Netz­werk­spei­cher per Web­in­ter­ face über den Brow­ser kon­fi­gu­rie­ren und ver­wal­ten. Da­bei ver­ste­hen sich die Ge­rä­te mit al­len gän­gi­gen Brow­ser­ar­ten wie Fi­re­fox, Chro­me oder Sa­fa­ri. Die Ten­denz geht zur gra­fisch auf­be­rei­te­ten We­bo­b­er­flä­che. Bei der Er­stein­rich­tung hel­fen As­sis­tenz­Tools, die bei­spiels­wei­se che­cken, ob die ak­tu­ells­te Firm­ware auf­ge­spielt ist, und im Zwei­fel das NAS ak­tua­li­sie­ren. Über die We­bo­b­er­flä­che rich­ten Sie den Raid-Mo­dus ein, ver­ge­ben Zu­griffs­rech­te, de­fi­nie­ren Back­up-Rou­ti­nen oder che­cken den Sys­tem­zu­stand. Für zu­sätz­li­che Funk­tio­nen las­sen sich Apps se­pa­rat down­loa­den oder aus ei­nem vor­de­fi­nier­ten App-Cen­ter aus­wäh­len. Die Viel­falt an An­wen­dun­gen wächst gera­de bei den Her­stel­lern Net­ge­ar, Qnap und Syno­lo­gy ste­tig. Im­mer fle­xib­ler wird der Zu­griff aufs NAS über Apps fürs Mo­bil­ge­rät. Bei An­dro­id und iOS ha­ben Sie kei­ne Pro­ble­me, pas­sen­de Apps zu fin­den. Aus­nah­me La­cie: Die Fir­ma, die in­zwi­schen zu Sea­ga­te ge­hört, kon­zen­triert sich aus­schließ­lich auf Apps für iOS. Sel­te­ner sind die klei­nen An­wen­dun­gen für Win­dows RT oder Pho­ne zu fin­den. Der Funk­ti­ons­um­fang ist groß: Die Apps er­mög­li­chen nicht nur den Zu­griff vom Smart­pho­ne und Ta­blet aus auf Fo­tos, Vi­de­os und Fil­me. Per App be­ar­bei­ten Sie auch Do­ku­men­te, syn­chro­ni­sie­ren Da­ten zwi­schen Netz­werk­spei­cher, Rech­ner und Mo­bil­ge­rät. Au­ßer­dem kön­nen Sie über Apps das NASSys­tem ma­na­gen – et­wa an­ und ab­schal­ten oder den Sta­tus ab­ru­fen. Bei man­chen NASMo­del­len wie et­wa von Qnap ha­ben Sie Fern­ zu­griff auf ei­ne Web­cam oder wie bei WD auf Cloud­diens­te wie Drop­box.

Si­cher­heit – ein wich­ti­ges The­ma bei Netz­werk­spei­chern

Auf dem NAS­Sys­tem sol­len al­le Da­ten la­gern – auch die sen­si­blen. Des­halb spielt de­ren Si­cher­heit ei­ne gro­ße Rol­le. Ei­ni­ge Schutz­maß­nah­men be­zie­hen sich auf Datenverlust, ei­ni­ge auf miss­bräuch­li­chen Zu­griff: Net­ge­ar setzt un­ter an­de­rem auf das Snap­shot-Ver­fah­ren. Es er­stellt Ko­pi­en von frei­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis­sen, die se­pa­rat auf dem NAS ab­ge­legt wer­den. Snap­shots sind kei­ne Back­ups im klas­si­schen Sin­ne, hal­ten aber Da­ten­stän­de zu be­stimm­ten Zei­ten fest, auf die Sie im Fal­le ei­nes Ver­lus­tes zu­rück­grei­fen kön­nen. Wei­te­re Maß­nah­men zur Da­ten­si­cher­heit sind AES-256-BitVer­schlüs­se­lung, wie sie bei Qnap und Syno­lo­gy zum Ein­satz kommt. Die­se Her­stel­ler ver­se­hen ih­re Ge­rä­te auch mit ei­nem ei­ge­nen Vi­ren­schutz. Al­ler­dings sind die Si­cher­heits­maß­nah­men nicht auf al­len Mo­del­len zu fin­den. Es bleibt Ih­nen des­halb nichts an­de­res üb­rig, als sich selbst schlau zu ma­chen, wel­che Schutz­funk­tio­nen Ihr Wunsch­NAS un­ter­stützt. Als all­um­fas­sen­den Schutz Ih­rer Da­ten rei­chen die Ver­fah­ren der Her­stel­ler nicht aus – we­der vor An­griff noch vor Ver­lust. Letz­te­ren kön­nen Sie dank zu­sätz­li­cher Si­che­run­gen auf ex­ter­ne Da­ten­trä­ger mi­ni­mie­ren. Sie las­sen sich per USB 2.0 oder 3.0 di­rekt an das NAS-Ge­häu­se an­schlie­ßen und über die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ober­flä­che per Zeit­plan au­to­ma­tisch star­ten.

NAS sind Da­ten­la­ger für je­den Be­darf

Netz­werk­spei­cher sind idea­le Da­ten­zen­tra­len für zu Hau­se und in der Bü­ro­um­ge­bung. Ein­schacht­sys­te­me sind da­bei emp­feh­lens­wert, wenn es nur dar­um geht, ei­nen zen­tra­len Spei­cher­ort zu ha­ben, den Sie von au­ßen er­rei­chen kön­nen. Mehr Spiel­raum bie­ten be­reits NAS mit zwei Schäch­ten. Sie sind rich­ti­ge Heim­ser­ver, die auch Son­der­auf­ga­ben wie die Über­wa­chung per Web­cam über­neh­men kön­nen. Au­ßer­dem sind sie in­zwi­schen schnell ge­nug, um auch meh­re­re Auf­ga­ben wie das Strea­m­ing ei­nes Films bei gleich­zei­ti­gem Zu­griff auf Fo­tos oder das Be­ar­bei­ten von Da­ten­sät­zen oh­ne all­zu ho­hen Tem­po­ver­lust zu meis­tern. Die NAS­Sys­te­me mit vier Schäch­ten kom­men dann in Fra­ge, wenn die Da­ten­men­gen sehr groß sind – zum Bei­spiel in ei­nem klei­nen Un­ter­neh­men, für das sich aber ein gro­ßes Sto­r­a­ge­Sys­tem noch nicht lohnt. In al­len Fäl­len sind Leer­ge­häu­se die ge­schick­tes­te NAS-Va­ri­an­te. Hier ist die Aus­wahl groß, ab­ge­se­hen von den NAS­Ge­rä­ten mit nur ei­nem Schacht. Die lee­ren Netz­werk­spei­cher bie­ten die größ­te Fle­xi­bi­li­tät. Denn sie las­sen sich ein­fach auf­rüs­ten und so an künf­ti­gen Be­darf an­pas­sen – sei es durch grö­ße­re Fest­plat­ten oder teils auch durch mehr Ar­beits­spei­cher. Ei­ne Ge­mein­sam­keit ha­ben al­le NASSys­te­me: Sie bie­ten in­zwi­schen ei­ne fast un­über­schau­ba­re Fül­le an Funk­tio­nen und er­for­dern des­halb die Be­reit­schaft, sich in­ten­siv mit ih­nen zu be­schäf­ti­gen.

Buch­sta­ben­fol­ge: Nur am Zu­satz „play“der Syno­lo­gy DS216 er­ken­nen Sie, dass die­ses NAS-Mo­dell im Ge­gen­satz zurm Rest der Rei­he mit 4K um­ge­hen kann.

SSD im NAS: So­lid Sta­te Disks loh­nen sich nur dann im Netz­werk­spei­cher, wenn die­ser ge­räusch­los ar­bei­ten soll. Zum Ein­bau ist ex­tra Zu­be­hör nö­tig.

4-Bay-NAS-Sys­te­me ha­ben zwei LAN-Ports: Ge­kop­pelt er­hö­hen sie das Ar­beits­tem­po. Fällt ein Port aus, ar­bei­tet der an­de­re wei­ter.

NAS im Über­blick: Sys­te­me mit 4 Schäch­ten

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