Ma­xi­ma­le Si­cher­heit für lh­re Da­ten

Die be­lieb­te Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Tru­e­crypt wird nicht wei­ter­ent­wi­ckelt und ver­al­tet zu­se­hends. Hier fin­den Sie die fünf bes­ten Al­ter­na­ti­ven zu Tru­e­crypt für je­de Ver­schlüs­se­lungs­auf­ga­be.

PC-WELT - - Vorderseite - VON AR­NE AR­NOLD

Sen­si­ble Da­tei­en wirk­lich si­cher ver­schlüs­seln und ver­ste­cken PLUS: Al­ter­na­ti­ven für Tru­e­crypt

DAS BUN­DES­AMT für Si­cher­heit in der In­for­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) hat die Zu­ver­läs­sig­keit der Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Tru­e­crypt tes­ten las­sen. Der Grund: Die Ent­wick­ler von Tru­e­crypt hat­ten im Mai 2014 be­kannt ge­ge­ben, dass sie ihr Tool nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckeln. Mög­li­che Si­cher­heits­lü­cken wür­den so­mit nicht mehr ge­stopft. Das BSI hat­te aber Tei­len des Tru­e­crypt­Co­des ei­ne of­fi­zi­el­le Zu­las­sung für die Nut­zung in Bun­des­be­hör­den aus­ge­spro­chen. Das Amt woll­te al­so wis­sen, ob der Co­de noch si­cher ist. Der Test er­gab im No­vem­ber 2015, dass kei­ne gra­vie­ren­den Si­cher­heits­lü­cken vor­lie­gen. Es zeig­te sich aber auch, dass et­wa die Im­ple­men­tie­rung des Zu­falls­ge­ne­ra­tors „ver­bes­se­rungs­wür­dig“sei ( www.pcwelt.de/lhFuiQ). Zu­falls­ge­ne­ra­to­ren sind für die Er­stel­lung des Ver­schlüs­se­lungs­keys wich­tig. Ist das Er­geb­nis des Ge­ ne­ra­tors vor­her­sag­bar, lässt sich die Ver­schlüs­se­lung leicht kna­cken. Vor­her­sag­ba­re oder er­rat­ba­re Re­sul­ta­te ei­nes Zu­falls­ge­ne­ra­tors wa­ren in der Ver­gan­gen­heit schon öf­ter Ein­falls­to­re für Ha­cker. Den­noch gibt das Gut­ach­ten für die ge­tes­te­ten Co­de­tei­le Ent­war­nung, vor al­lem für die Trusted Disk ( www.pcwelt.de/ ASn4xc). Für Heim­an­wen­der von Tru­e­crypt gilt die Ent­war­nung al­ler­dings nicht. Denn selbst wenn in der Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware kei­ne gra­vie­ren­den Lü­cken ste­cken, ver­al­tet der Co­de zu­se­hends. So zei­gen sich ers­te Pro­ble­me beim Up­date von Win­dows 8 auf Win­dows 10. Vie­le

„Han­deln Sie jetzt, be­vor Sie Ih­re ver­schlüs­sel­ten Tru­e­crypt-Da­tei­en nicht mehr öff­nen kön­nen. “

ver­schlüs­sel­te Con­tai­ner las­sen sich nicht mehr öff­nen. Es ist al­so höchs­te Zeit für Al­ter­na­ti­ven. Wir zei­gen, wie Sie Ih­re mit Tru­e­crypt ver­schlüs­sel­ten Da­ten in neue Con­tai­ner ver­pa­cken und wie Sie dar­über hin­aus auf wei­te­re Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware um­stei­gen. Das Prin­zip ist üb­ri­gens fast im­mer das­sel­be. Die je­wei­li­ge Krypto­soft­ware er­stellt ei­ne ver­schlüs­sel­te Da­tei, den Con­tai­ner. Durch Ein­ga­be ei­nes Pass­worts wird die­ser ent­schlüs­selt und in Win­dows als Lauf­werk ein­ge­hängt. So las­sen sich Da­tei­en da­von wie ge­wohnt le­sen und schrei­ben. Wenn Sie das vir­tu­el­le Lauf­werk wie­der aus­hän­gen, wird der Con­tai­ner ge­schlos­sen und er­scheint wie­der nur als ei­ne ein­zi­ge gro­ße ver­schlüs­sel­te Da­tei.

Tru­e­crypt- Con­tai­ner ret­ten und neu­es Tool nut­zen

Wer mit Tru­e­crypt (auf DVD) ei­nen ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner an­ge­legt hat, kann die­sen in der Re­gel nun mit dem in­of­fi­zi­el­len Nach­fol­ger Ver­a­crypt (auf DVD) öff­nen. Ver­a­crypt kann den In­halt des Con­tai­ners nicht nur le­sen, son­dern bie­tet auch ei­nen Schreib­mo­dus. Set­zen Sie da­für nach der Aus­wahl des Tru­e­crypt­Con­tai­ners, aber vor dem Moun­ten ei­nen Ha­ken vor „Tru­e­crypt Mo­de“. Soll­ten Sie ei­ne Feh­ler­mel­dung er­hal­ten, ver­su­chen Sie den Con­tai­ner im „Re­ad­On­ly­Mo­dus“zu moun­ten. So lässt er sich un­ter Um­stän­den we­nigs­ten zum Le­sen öff­nen. Da aber selbst das nicht zu­ver­läs­sig klappt, soll­ten Sie Ih­re Da­ten aus al­ten Tru­e­crypt Con­tai­nern her­aus­ko­pie­ren und in neue Ver­a­crypt­Con­tai­ner hin­ein­ko­pie­ren. Tru­e­crypt-Con­tai­ner ret­ten: Et­li­che Le­ser der PC­WELT konn­ten ih­re Tru­e­crypt­Con­tai­ner nach dem Up­date von Win­dows 8 auf Win­dows 10 nicht mehr öff­nen. Zwar lie­ßen sich die Con­tai­ner schein­bar noch als Lauf­werk moun­ten, doch der Zu­griff dar­auf wird von Win­dows 10 kom­plett ver­wehrt. Hil­fe von den Tru­e­cryp­tMa­chern gibt es nicht, da die­se die Ent­wick­lung ih­rer Soft­ware ein­ge­stellt ha­ben. Soll­te bei Ih­nen das Pro­blem auf­tre­ten, kön­nen Sie ver­su­chen, den Con­tai­ner an ei­nem an­de­ren Rech­ner, auf dem noch Win­dows Vis­ta, 7 oder 8 läuft, mit Tru­e­crypt 7.2 zu ent­schlüs­seln. Wenn Ih­nen kein zwei­ter PC zur Ver­fü­gung steht, nut­zen Sie das Li­nux­Li­ve­sys­tem Ubu­ntu Pri­va­cy Re­mix. Das Sys­tem liegt als ISO­Da­tei vor (auf DVD). Dar­aus kön­nen Sie ei­ne boot­fä­hi­ge DVD er­stel­len und den PC da­von star­ten. Wie Sie aus ei­ner ISO­Da­tei ei­ne CD oder DVD er­stel­len, ver­rät die­se aus­führ­li­che An­lei­tung: www.pcwelt.de/183955. Star­ten Sie Ih­ren PC mit dem Li­ve­sys­tem Ubu­ntu Pri­va­cy Re­mix. Das Sys­tem kommt be­reits mit in­stal­lier­tem Tru­e­crypt. Star­ten Sie das Ver­schlüs­se­lungs­pro­gramm links oben über „Ap­p­li­ca­ti­ons ­> Se­cu­ri­ty ­> Tru­e­crypt“. Ih­re Con­tai­ner öff­nen Sie mit „Select Fi­le“. In dem Da­tei­aus­wahl­fens­ter soll­ten Ih­re Lauf­wer­ke be­reits auf der lin­ken Sei­te er­schei­nen. Die Aus­wahl der Da­tei er­folgt wie im Win­dow­sEx­plo­rer. Wenn sich Ihr Con­tai­ner auf ei­nem USB­Stick oder ei­ner ex­ter­nen USB­Fest­plat­te be­fin­det, dann schlie­ßen Sie die­se an, be­vor Sie Tru­e­crypt star­ten. Ubu­ntu Pri­va­cy Re­mix bin­det die neu­en Lauf­wer­ke au­to­ma­tisch ein. Ha­ben Sie Ih­ren Con­tai­ner mit Tru­e­crypt als Lauf­werk ein­ge­bun­den, kön­nen Sie nun Ih­re ent­schlüs­sel­ten Da­tei­en auf ein an­de­res Lauf­werk ko­pie­ren. Nach­dem Sie al­le Da­tei­en aus dem Con­tai­ner ko­piert ha­ben, be­en­den Sie das Li­nux­Li­ve­sys­tem oben rechts über das Zahn­rad­sym­bol so­wie „Shut Down“und star­ten den PC wie­der mit Win­dows 10. Dort in­stal­lie­ren Sie, falls noch nicht ge­sche­hen, das Ver­schlüs­se­lungs­

tool Ver­a­crypt. Mit Ver­a­crypt er­stel­len Sie sich ei­nen neu­en Con­tai­ner, bin­den die­sen in Win­dows ein und ver­schie­ben die ge­ret­te­ten Da­ten dort hin­ein. Wer noch kei­ne Pro­ble­me mit sei­nen Tru­e­crypt­Con­tai­nern hat, soll­te die­se trotz­dem um­ge­hend öff­nen, die Da­ten ex­tra­hie­ren und an­schlie­ßend in ei­nen neu­en Con­tai­ner pa­cken, den Sie mit Ver­a­crypt er­stellt ha­ben. Wei­te­re In­fos zu Ver­a­crypt fin­den Sie un­ter den Al­ter­na­ti­ven wei­ter un­ten. Da­ten si­cher lö­schen: Soll­ten Sie bei der Ko­pier­ak­ti­on von dem al­ten Tru­e­crypt­Con­tai­ner in ei­nen neu­en Ver­a­crypt­Con­tai­ner Ih­re Da­ten vor­über­ge­hend un­ver­schlüs­selt auf Ih­rer Fest­plat­te ge­spei­chert ha­ben, soll­ten Sie die­se ab­schlie­ßend sorg­fäl­tig lö­schen. Das geht et­wa mit dem Tool Hei­di Era­ser (auf DVD). Es setzt sich un­ter an­de­rem in das Kon­text­me­nü des Win­dows Ex­plo­rers. Mar­kie­ren Sie die zu lö­schen­den Da­tei­en, und kli­cken Sie sie mit der rech­ten Maus­tas­te an. Im Kon­text­me­nü wäh­len Sie „Era­ser ­> Era­se“. Über „Op­ti­ons“kön­nen Sie die Lösch­me­tho­de noch än­dern, oder Sie ver­nich­ten die Da­tei­en gleich über „Yes“. Ha­ben Sie die Da­tei­en be­reits mit Win­dows ge­löscht und auch den Win­dows­Pa­pier­korb ge­leert, soll­ten Sie un­be­dingt den frei­en Spei­cher­platz der Fest­plat­te mit ei­nem Lösch­Tool über­schrei­ben. Nur dann sind die Da­ten wirk­lich si­cher ver­nich­tet. Sie er­le­di­gen das et­wa mit der Soft­ware Cc­lea­ner (auf DVD). Star­ten Sie das Tool, und wäh­len Sie „Ex­tras ­> Fest­plat­ten Wi­per“. Set­zen Sie ei­nen Ha­ken vor der be­tref­fen­den Fest­plat­te und stel­len Sie si­cher, dass oben „Nur frei­er Spei­cher“aus­ge­wählt ist. Ein Klick auf „Lö­schen“star­tet die Ak­ti­on.

Fünf Al­ter­na­ti­ven

Es gibt durch­aus ver­gleich­ba­re Al­ter­na­ti­ven zu dem Ver­schlüs­se­lungs­pro­gramm Tru­e­crypt. Wir ha­ben fünf Tools her­aus­ge­sucht, die sich für je­weils un­ter­schied­li­che Ein­satz­zwe­cke ganz be­son­ders an­bie­ten.

1. Ver­a­crypt: Der in­of­fi­zi­el­le Nach­fol­ger von Tru­e­crypt

Das Tool Ver­a­crypt (auf DVD) ist der per­fek­te Nach­fol­ger von Tru­e­crypt. Die Free­ware ist eben­falls Open Sour­ce und eben­falls nicht nur für Win­dows, son­dern auch für Li­nux und MacOS ver­füg­bar. Ver­a­crypt nutzt die Co­de­ba­sis von Tru­e­crypt und ver­wen­det auch des­sen Be­die­ner­füh­rung. Wer al­so mit der Be­die­nung von Tru­e­crypt zu­recht­kam, muss sich bei Ver­a­crypt nicht um­stel­len. Al­ler­dings hat Ver­a­crypt auch die et­was schwie­ri­gen Li­zenz­be­din­gun­gen von Tru­e­crypt ge­erbt, was die Ver­tei­lung der Soft­ware in Kom­plett­sys­te­men teil­wei­se un­mög­lich macht. Für den End­an­wen­der spielt das aber eher kei­ne Rol­le. Die Ma­cher von Ver­a­crypt ha­ben den Co­de von Tru­e­crypt mitt­ler­wei­le an meh­re­ren Stel­len ver­bes­sert. Zum ei­nen ha­ben sie et­li­che klei­ne Si­cher­heits­lü­cken ge­stopft, zum an­de­ren ha­ben sie den Co­de un­emp­find­li­cher ge­gen Bru­te­Force­An­grif­fen ge­macht. Der Wech­sel von True­ zu Ver­ac­trypt lohnt sich al­so gleich dop­pelt: Die Soft­ware ist si­che­rer und wird lau­fend ver­bes­sert. Auch wer Tru­e­crypt nicht kennt, soll­te mit der Be­die­nung von Ver­a­crypt kei­ne gro­ßen Pro­ble­me ha­ben. Die meis­ten An­wen­der nut­zen die Soft­ware, um da­mit ei­nen ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner zu er­stel­len. Das ist zu­nächst mal ei­ne ver­schlüs­sel­te Da­tei in ei­ner frei wähl­ba­ren Grö­ße. Die­se Da­tei lässt sich nach Ein­ga­be ei­nes Pass­worts als neu­es Lauf­werk in Win­dows ein­bin­den (moun­ten). Die­ses kön­nen Sie wie ein ge­wöhn­li­ches Lauf­werk be­han­deln. Der Un­ter­schied: So­bald Sie das Lauf­werk mit Ver­a­crypt per Be­fehl „Tren­nen“wie­der ent­fer­nen, sind al­le Da­ten da­rin si­cher ver­schlüs­selt und nur für den zu­gäng­lich, der das Pass­wort kennt. So nut­zen Sie die Soft­ware: 1. Star­ten Sie Ver­a­crypt, und kli­cken Sie auf „Vo­lu­me er­stel­len“. Da­durch star­tet der As­sis­tent zum Er­stel­len von ver­schlüs­sel­ten Con­tai­nern auf Ih­rer Fest­plat­te. 2. Über­neh­men Sie mit „Wei­ter“die Op­ti­on „Ei­ne ver­schlüs­sel­te Con­tai­ner­da­tei er­stel­len“. 3. Wäh­len Sie „Standard Ver­a­crypt­Vo­lu­me“, und im nächs­ten Schritt be­stim­men Sie über „Da­tei“, wo und mit wel­chem Na­men Sie den Con­tai­ner spei­chern möch­ten. Ge­ben Sie als Da­tei­en­dung .hc ein, wenn Ver­a­crypt bei ei­nem Dop­pel­klick dar­auf au­to­ma­tisch star­ten soll. 4. Die Vor­ga­ben bei „Ver­schlüs­se­lungs­ein­stel­lun­gen“kön­nen Sie per „Wei­ter“über­neh­men, um dann die Grö­ße des Con­tai­ners an­zu­ge­ben.

5. Schließ­lich ver­ge­ben Sie das Kenn­wort, das Ih­re ver­schlüs­sel­ten Da­tei­en schüt­zen wird. 6. Im Fens­ter „Vo­lu­me-For­mat“de­fi­nie­ren Sie das Da­tei­sys­tem, et­wa „NTFS“. Wenn Sie zu­dem ei­nen Ha­ken bei „Dy­na­misch“set­zen, star­tet die Con­tai­ner­da­tei mit ei­ner Grö­ße von 0 MB und wächst erst mit den in ihr ge­spei­cher­ten Da­tei­en bis zu der zu­vor an­ge­ge­be­nen Grö­ße. Die­se Dy­na­mik ist prak­tisch, geht aber zu Las­ten der Ge­schwin­dig­keit. Im Fens­ter „Vo­lu­me­For­mat“müs­sen Sie – nur bei Con­tai­ner­Er­stel­lung – den Maus­zei­ger für min­des­tens 30 Se­kun­den be­we­gen. Die­se Zu­falls­ein­ga­ben nutzt Ver­a­crypt für die Ver­schlüs­se­lung. 7. Ein Klick auf „For­ma­tie­ren“er­stellt den ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner. Der As­sis­tent bie­tet wie­der Schritt 1 an. Wenn Sie kei­nen wei­te­ren Con­tai­ner er­stel­len möch­ten, kli­cken Sie auf „Ab­bre­chen“. Ver­a­crypt-Con­tai­ner moun­ten: Um ei­nen Con­tai­ner als Lauf­werk ein­zu­bin­den, wäh­len Sie in Ver­a­crypt über „Da­tei“den Con­tai­ner aus, kli­cken Sie dann auf ei­nen Lauf­werks­buch­sta­ben in der Spal­te „LW“und be­en­den die Ak­ti­on mit „Ein­bin­den“.

2. Ro­hos Mi­ni Dri­ve: Ver­schlüs­se­lung für USB-Sticks

Ro­hos Mi­ni Dri­ve (auf DVD) er­stellt auf ei­nem USB­Stick ei­nen ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner, der sich ein­fach als neu­es Lauf­werk in Win­dows ein­bin­den lässt. Der Vor­teil ge­gen­über Ver­a­crypt: Ro­hos Mi­ni Dri­ve be­nö­tigt fürs Moun­ten des ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ners kei­ne Ad­mi­nis­tra­tor­rech­te. So lässt sich der Stick auch an frem­den PCs nut­zen, die Ih­nen den Zu­griff nur mit ein­fa­chen Be­nut­zer­rech­ten bie­ten. Das Tool al­so ide­al für den si­che­ren Da­ten­trans­fer von PC zu PC per USB­Stick. Die Be­die­nung ist ein­fach: In­stal­lie­ren Sie Ro­hos Mi­ni Dri­ve auf Ih­rem PC. Ste­cken Sie ei­nen USB­Stick an, und star­ten Sie Ro­hos. In dem Tool wäh­len Sie „USB Lauf­werk ver­schlüs­ seln”. Ro­hos zeigt die ak­tu­el­len Ver­schlüs­se­lungs­ein­stel­lun­gen an. Kon­trol­lie­ren Sie vor al­lem die Grö­ße des Ver­schlüs­se­lungs­con­tai­ners. Über „Disk Ein­stel­lun­gen” las­sen sich die­se und wei­te­re Pa­ra­me­ter än­dern. Ver­ge­ben Sie noch ein Pass­wort, und be­en­den Sie die Ak­ti­on mit „Disk er­zeu­gen“. Da­ten auf dem Stick wer­den nicht ge­löscht. Auf dem fer­ti­gen USB­Stick fin­det sich an­schlie­ßend zwei Pro­gramm­da­tei­en: Star­ten Sie „Ro­hos mi­ni.exe“, um die ver­schlüs­sel­ten Da­tei­en als ei­ge­nes Lauf­werk in Win­dows ein­zu­bin­den. Ach­tung: Un­ter Win­dows 10 funk­tio­nier­te das im Test mit der Ro­hos­Ver­si­on 2.2 nicht. Wir er­hiel­ten den Hin­weis, dass das Pass­wort nicht kor­rekt sei. Er­satz­wei­se nut­zen Sie un­ter Win­dows 10 die Da­tei „Ro­hos Mi­ni Dri­ve (Por­ta­ble). exe“auf dem USB­Stick. Sie bin­det den Con­tai­ner nicht als Lauf­werk ein, son­dern zeigt die ent­schlüs­sel­ten Da­ten in ei­nem ei­ge­nen Pro­gramm­fens­ter an. Die­ser Mo­dus bie­tet sich auch für we­ni­ger ver­trau­ens­wür­di­ge PCs an. Denn auf die­se Wei­se kön­nen Spio­na­ge­pro­gram­me nicht so leicht auf die ent­schlüs­sel­ten Da­ten zu­grei­fen. Hin­weis: Das Tool stammt aus der Re­pu­blik Mol­dau. Die Über­set­zung der Be­die­ner­füh­rung ist stel­len­wei­se et­was holp­rig.

3. Pr­oxy­crypt: Ver­schlüs­se­lung per Kom­man­do­zei­le

Das Tool Pr­oxy­crypt (auf DVD) ver­schlüs­selt Da­tei­en und Ord­ner über die Ein­ga­be­auf­for­de­rung von Win­dows. Ei­ne sol­che Pro­gramm­steue­rung per Kom­man­do­zei­len­be­fehl ist im­mer dann nütz­lich, wenn Sie Auf­ga­ben au­to­ma­ti­sie­ren wol­len. Das geht et­wa klas­sisch per Batch­da­tei, über die Auf­ga­ben­steue­rung von Win­dows oder über ei­nes der vie­len Au­to­ma­ti­sie­rungs­tools. Da­mit Pr­oxy­crypt funk­tio­niert, be­nö­tigt es ein vir­tu­el­les Lauf­werk. Dar­auf legt das Tool die zu ver­schlüs­seln­den Da­ten ab. Das vir­tu­el­le Lauf­ werk er­stellt die Soft­ware Im­disk Vir­tu­al Disk Dri­ver (auf DVD) au­to­ma­tisch. Bei­de Pro­gram­me sind Open Sour­ce und kos­ten­los ver­füg­bar. Bei ei­nem 32­Bit­Win­dows nut­zen Sie das Pro­gramm Pr­oxyC­rypt32.exe (und ge­ben bei den Be­feh­len 32 statt 64 ein). In­stal­lie­ren Sie zu­nächst den Im­disk Vir­tu­al Disk Dri­ver. Ein PC­Neu­start ist nicht nö­tig. Star­ten Sie dann ei­ne Ein­ga­be­auf­for­de­rung mit Ad­min­Rech­ten, und wech­seln Sie in das Ver­zeich­nis, in dem Sie Pr­oxy­crypt ge­spei­chert ha­ben. Der fol­gen­de Be­fehl er­stellt ei­nen 100 MB gro­ßen Con­tai­ner mit dem Na­men „ge­heim“im ak­tu­el­len Ord­ner. Pr­oxyC­rypt64.exe -f ge­heim -c 100M Nach der Ein­ga­be des Be­fehls wer­den Sie in der Ein­ga­be­auf­for­de­rung noch nach Ver­schlüs­se­lungs­art, dem Pass­wort und we­ni­gen wei­te­ren De­tails ge­fragt. Zu­letzt hängt das Tool den neu­en Con­tai­ner au­to­ma­tisch in Win­dows als Lauf­werk ein. Win­dows er­kennt die­ses und bie­tet an, es zu for­ma­tie­ren. Ist das ge­sche­hen, kön­nen Sie das Lauf­werk als si­che­ren Da­ten­spei­cher nut­zen und wie ge­wohnt Da­tei­en dar­auf spei­chern. Die Ein­ga­be­auf­for­de­rung muss ge­öff­net blei­ben, steht aber nicht mehr für wei­te­re Ein­ga­ben be­reit. Wenn Sie das Lauf­werk aus­hän­gen und da­mit al­le Da­ten dar­auf in den ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner pa­cken möch­ten, ge­hen Sie so vor: Kli­cken Sie im Win­dows­Ex­plo­rer mit der rech­ten Maus­tas­te auf das Lauf­werk, wäh­len Sie „Un­mount Im­disk Vir­tu­al Disk“, und be­stä­ti­gen Sie ei­ne Warn­mel­dung mit „Ja“. Wenn Sie den Con­tai­ner wie­der als Lauf­werk moun­ten möch­ten, ge­ben Sie in der Ein­ga­be­auf­for­de­rung den fol­gen­den Be­fehl ein: Pr­oxyC­rypt64.exe -f ge­heim Nach der Ein­ga­be des Pass­worts er­scheint der Con­tai­ner als neu­es Lauf­werk au­to­ma­tisch im Win­dows­Ex­plo­rer. Hin­weis: Wenn Sie be­reits Ver­a­crypt für die Ver­schlüs­se­lung Ih­rer Da­ten nut­zen, müs­sen

Sie nicht zwin­gend auf Pr­oxy­crypt um­stei­gen. Denn auch Ver­a­crypt lässt sich über die Be­fehls­zei­le steu­ern. Wech­seln Sie in das Pro­gramm­ver­zeich­nis von Ver­a­crypt und ge­ben Sie in der Ein­ga­be­auf­for­de­rung (CMD.exe) den Be­fehl ver­a­crypt –h ein. So er­hal­ten Sie ei­ne Lis­te mit al­len ver­füg­ba­ren Be­feh­len. Sie fin­den die Lis­te auch über www.pcwelt.de/M7d7P5.

4. Bit­lo­cker: Mit Win­dows Pro ein­fach Lauf­wer­ke ver­schlüs­seln

Mit den pro­fes­sio­nel­len Aus­ga­ben von Win­dows, et­wa Win­dows 10 Pro, kön­nen Sie kom­plet­te Lauf­wer­ke so ver­schlüs­seln, dass ein Be­nut­zer an­schlie­ßend nur nach der Ein­ga­be des Pass­worts dar­auf Zu­griff er­hält. Das Tool nennt sich Bit­lo­cker und steht in den Ho­me­ Ver­sio­nen nicht be­zie­hungs­wei­se nur sehr ein­ge­schränkt be­reit. Bit­lo­cker funk­tio­niert schnell und nach dem ein­ma­li­gen Ein­schal­ten auch völ­lig un­kom­pli­ziert. Al­ler­dings müs­sen Sie bei Nut­zung des Bit­lo­ckers Mi­cro­soft da­hin­ge­hend ver­trau­en, dass es kei­ne Hin­ter­tü­ren zu den ver­schlüs­sel­ten Da­ten gibt. Wer die­ses Ver­trau­en nicht auf­bringt, ist mit dem Open­Sour­ce­Tool Ver­a­crypt bes­ser be­ra­ten. Wer das Mi­cro­soft­Tool nut­zen möch­te, fin­det ei­nen aus­führ­li­chen Rat­ge­ber zu Bit­lo­cker un­ter www.pcwelt.de/1982198.

5. PC-WELT Da­ten­safe: Viel­sei­ti­ger Da­ten­schutz

Un­ser Ver­lags­an­ge­bot PC­WELT Da­ten­safe (Test­ver­si­on auf DVD) ver­schlüs­selt Ih­re Da­tei­en und Ver­zeich­nis­se zu­ver­läs­sig und si­cher. Auf Wunsch las­sen sich die Da­ten auch ver­ste­cken, so­dass sie im Win­dows Ex­plo­rer nicht auf­tau­chen. Aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen zu al­len Funk­tio­nen von PC­WELT Da­ten­safe fin­den Sie im Kas­ten un­ten auf die­ser Sei­te.

Die Li­nux-Li­ve-DVD Ubu­ntu Pri­va­cy Re­mix bie­tet et­li­che Si­cher­heits­tools. Mit da­bei ist die Ver­schlüs­se­lungs­soft­ware Tru­e­crypt. So öff­nen Sie Tru­e­crypt-Con­tai­ner auch dann noch, wenn et­wa Win­dows 10 das nicht mehr zu­lässt.

Das Ver­schlüs­se­lungs­pro­gramm Ver­a­crypt sieht zwar so aus wie das be­lieb­te Pro­gramm Tru­e­crypt, wird aber an­ders als die­ses noch wei­ter­ent­wi­ckelt.

Wer ver­schlüs­sel­te Da­ten auch mal auf ei­nem un­ver­schlüs­sel­ten Lauf­werk spei­chert, soll­te die Da­ten spä­ter gründ­lich lö­schen. Hier hilft et­wa der Cc­lea­ner mit sei­ner Wi­per-Funk­ti­on.

Das kos­ten­lo­se Tool Ro­hos er­stellt ei­nen ver­schlüs­sel­ten Be­reich auf ei­nem USBS­tick. Die­ser lässt sich auch oh­ne Ad­mi­nis­tra­tor­rech­te an frem­den PCs nut­zen.

Ro­hos für USB-Sticks kann den ge­schütz­ten Con­tai­ner als Lauf­werk in Win­dows ein­bin­den oder wie auf die­sem Bild in sei­nem ei­ge­nen Pro­gramm­fens­ter dar­stel­len.

Mit dem Be­fehls­zei­len­Tool Pr­oxy­crypt er­stel­len und öff­nen Sie ver­schlüs­sel­te Con­tai­ner. Das ist nütz­lich, wenn Sie die­se Auf­ga­ben au­to­ma­ti­sie­ren möch­ten.

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