Al­les

Voice over IP (VoIP) setzt sich als Er­satz für den ana­lo­gen Te­le­fon­an­schluss und ISDN im­mer mehr durch. Wir klä­ren hier, wie VoIP funk­tio­niert, was Sie brau­chen und was es mit „All-IP“auf sich hat.

PC-WELT - - Ratgeber / Internet - VON VERENA OTT­MANN UND DA­NI­EL BEH­RENS

BEI VOICE OVER IP, auch IP-Te­le­fo­nie ge­nannt, wird ana­lo­ge Spra­che di­gi­ta­li­siert, in klei­ne Da­ten­pa­ke­te zer­legt und über ein Da­ten­netz zum Ge­sprächs­part­ner über­mit­telt. Nach der Über­tra­gung wer­den die Da­ten­pa­ke­te wie­der zu­sam­men­ge­setzt und in ana­lo­ge Spra­che zu­rück­ge­wan­delt. Die­ses Ver­fah­ren hat ei­nen prak­ti­schen Vor­teil: Sie kön­nen nicht nur mit dem Fest­netz­te­le­fon über die zu­ge­wie­se­ne Num­mer te­le­fo­nie­ren, son­dern auch mit dem Smart­pho­ne, Ta­blet und so­gar dem PC. Da die Sprach­da­ten über das In­ter­net wan­dern, al­so die be­reits be­ste­hen­de In­fra­struk­tur der Pro­vi­der nut­zen, spart dies Kos­ten – ist al­so vor al­lem für Aus­land­s­te­le­fo­na­te emp­feh­lens­wert. Wer be­reits bei ei­nem der gro­ßen Pro­vi­der wie 1&1, der Te­le­kom, O2 oder Vo­da­fo­ne Kun­de ist, kann de­ren An­ge­bot für VoIP nut­zen. Es gibt aber auch Un­ter­neh­men wie Sip­ga­te und Te­le 33, die sich spe­zi­ell auf VoIP-Te­le­fo­nie spe­zia­li­siert ha­ben. Als Stan­dard für VoIP hat sich haupt­säch­lich SIP (Ses­si­on Initia­ti­on Pro­to­col) durch­ge­setzt. Es wird von vie­len End­ge­rä­ten un­ter­stützt und ist da­her her­stel­ler­un­ab­hän­gig. An­ders sieht es da­ge­gen mit Sky­pe aus, ei­nem An­bie­ter, der ein pro­prie­tä­res Über­tra­gungs­pro­to­koll ver­wen­det. Und das ist nur be­dingt mit SIP kom­pa­ti­bel: Möch­ten Sie Ih­re SIP-Te­le­fon­an­la­ge via Sky­pe nut­zen, müs­sen Sie den kos­ten­pflich­ti­gen Di­enst Sky­pe Con­nect abon­nie­ren.

Die­se Hard- und Soft­ware brau­chen Sie für Voice over IP

Vor­aus­set­zung für ei­ne VoIP-Ver­bin­dung ist ein ent­spre­chen­der Ac­count bei ei­nem Pro­vi­der (sie­he Ab­schnitt oben) so­wie ei­ne VoIP-Soft­ware be­zie­hungs­wei­se VoIP-App, falls Sie mit dem PC oder ei­nem Mo­bil­ge­rät te­le­fo­nie­ren möch­ten. Für Win­dows-PCs emp­fiehlt sich zum Bei­spiel das kos­ten­lo­se Tool Pho­ner Li­te (auf DVD), um VoIP zu nut­zen. Möch­ten Sie VoIP am Mo­bil­ge­rät ver­wen­den, ist Zoi­per ei­ne emp­feh­lens­wer­te App, die kos­ten­los in den ver­schie­de­nen App Sto­res für An­dro­id, iOS und Win­dows Pho­ne ver­füg­bar ist. Al­ter­na­tiv kön­nen Sie ein spe­zi­el­les IP-Te­le­fon oder so­gar ei­nen her­kömm­li­chen Ap­pa­rat (even­tu­ell mit­tels Ad­ap­ter) an ei­nem Rou­ter mit ana­lo­ger Te­le­fon­funk­ti­on ver­wen­den. Die Zu­gangs­da­ten für die VoIP-Ver­bin­dung ge­ben Sie dann ent­we­der di­rekt im IP-Te­le­fon oder im Kon­fi­gu­ra­ti­ons­me­nü des Rou­ters ein. Ach­tung Zwangs­rou­ter: Ha­ben Sie ei­nen Zwangs­rou­ter in Ge­brauch, kön­nen Sie im Kon­fi­gu­ra­ti­ons­me­nü meist kei­nen an­de­ren VoIPPro­vi­der ein­tra­gen. Hier gibt es zwei Lö­sun­gen: Ent­we­der Sie ver­wen­den gleich ein IP-Te­le­fon, oder Sie hän­gen ei­nen zwei­ten Rou­ter an den ers­ten und ver­wen­den den Zwangs­rou­ter nur als „Mo­dem“, um das Te­le­fon- und das On­li­neSi­gnal durch­zu­schlei­fen. Üb­ri­gens: Ab Au­gust 2016 gibt es kei­ne Zwangs­rou­ter­pflicht mehr!

VoIP-Kon­fi­gu­ra­ti­on der Pro­vi­der über das Web vor­neh­men

Ha­ben Sie Pho­ner Li­te auf Ih­rem PC in­stal­liert, müs­sen Sie le­dig­lich die Zu­gangs­da­ten Ih­res Pro­vi­ders ein­tra­gen. Man­che Pro­vi­der tei­len ih­ren Kun­den die Zu­gangs­da­ten für VoIP al­ler­dings nicht mit, son­dern spie­len sie nur per Fern­kon­fi­gu­ra­ti­on auf den von ih­nen zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Rou­ter auf. In ei­ni­gen Fäl­len ist es dann in­of­fi­zi­ell über teils kom­pli­zier­te

„Mit VoIP te­le­fo­nie­ren Sie über das In­ter­net. Das spart Geld, vor al­lem bei Aus­land­s­te­le­fo­na­ten.“

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