Wenn das RAID ver­sagt

Manch­mal ist der Teu­fel ein Eich­hörn­chen. Näm­lich dann, wenn in ei­nem Netz­werk­spei­cher die Hard­ware ka­putt geht. Da nützt erst ein­mal auch das auf­wen­digs­te RAID nichts.

PC-WELT - - Ratgeber / Hardware - VON MAR­KUS MIZGALSKI

IN DER AB­KÜR­ZUNG RAID (Red­un­dant Ar­ray of In­di­pen­dent Disks) steckt das Wort Red­un­danz. Von vie­len auch pro­fes­sio­nel­len An­wen­dern wird das ger­ne mit ei­nem Back­up gleich­ge­setzt, was sich aus ver­schie­de­nen Grün­den oft­mals als Feh­ler er­weist. Na­tür­lich kann ein Netz­werk­spei­cher (NAS), oft das Sys­tem, in dem Fest­plat­ten als RAID-Ver­bund ar­bei­ten, un­ter be­stimm­ten Um­stän­den zu Back­up-Zwe­cken ge­nutzt wer­den. Doch vie­le glau­ben, dass ein NAS trotz Ein­satz als Spei­cher im Ta­ges­ge­schäft al­le ir­gend­wann ein­mal er­stell­ten Da­ten si­cher ver­wahrt. Al­ler­dings wird bei ei­nem RAID, das mit ge­spie­gel­ten Fest­plat­ten ar­bei­tet, ei­ne Da­tei zeit­gleich auf al­len Da­ten­trä­gern über­schrie­ben; die Vor­gän­ger­ver­si­on ist weg. So­mit kann der frü­he­re Zu­stand nicht mehr her­ge­stellt wer­den. Ein Back­up hin­ge­gen soll­te den Zu­stand al­ler Da­tei­en zu ei­nem de­fi­nier­ten Zeit­punkt X kon­ser­vie­ren und die­se Da­ten nicht für den Live-Be­trieb zur Ver­fü­gung stel­len.

Die Hard­ware fällt aus

Nun kann ei­ne über­schrie­be­ne Da­tei sehr är­ger­lich sein, aber mit et­was Glück ist sie noch auf an­de­ren Rech­nern ab­ge­legt. Dra­ma­ti­scher ist es, wenn plötz­lich die Hard­ware aus­fällt. Und zwar in dem Fall kei­ne Fest­plat­te, denn das wird ja durch das RAID pro­blem­los auf­ge­fan­gen. Aber mit­un­ter geht das NAS selbst ka­putt. Er­wischt es ein ex­ter­nes Netz­teil, ist der Feh­ler schnell be­ho­ben, bei pro­fes­sio­nel­len Ge­rä­ten für Rack­mon­ta­ge kann mit­un­ter auch das in­ter­ne Netz­teil ge­tauscht wer­den. Aber ein schad­haf­tes Main­board ist nicht oh­ne Wei­te­res zu er­set­zen. Die Si­tua­ti­on stellt sich dann wie folgt dar: Man hat zwei oder vier voll­kom­men in­tak­te Fest­plat­ten, theo­re­tisch kei­ner­lei Da­ten­ver­lust, aber eben auch kei­ne Mög­lich­keit, die Plat­ten auf re­gu­lä­rem Weg an­zu­spre­chen. Bei zwei HDDs im Spie­gel­ver­bund (RAID 1) ist der Fall tri­vi­al; ei­ne Plat­te wird per Ad­ap­ter und USB oder ge­ge­be­nen­falls di­rekt an ei­nen freien SATA-Port ei­nes PCs an­ge­schlos­sen. In al­ler Re­gel kann man dann nach dem Start des Rech­ners ganz nor­mal auf al­le Da­ten zu­grei­fen.

Ein kom­ple­xes RAID

Schwie­rig wird es al­ler­dings bei kom­ple­xe­ren RAID-Struk­tu­ren, al­so bei­spiels­wei­se ei­nem RAID 5 oder RAID 6. Hier fehlt ei­nem PC in al­ler

Bei NAS-Fest­plat­ten ist es wich­tig, die Rei­hen­fol­ge bei­zu­be­hal­ten, wenn man sie aus dem NAS-Sys­tem nimmt und an ei­nem PC an­schließt. Will man ganz si­cher ge­hen, be­lässt man die Lauf­wer­ke zu­nächst in ih­ren Trays, da die­se in der Re­gel num­me­riert sind.

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