Das Da­ten­leck

Un­be­kann­te stah­len 2,6 Te­ra­byte hoch­bri­san­ter Da­ten aus ei­ner Kanz­lei, die so­ge­nann­ten Pa­na­ma Pa­pers. Der Ex­per­te Ed­dy Wil­lems er­klärt, wie die An­grei­fer ver­mut­lich an die Da­ten kom­men konn­ten.

PC-WELT - - News / Datenspionage - VON AR­NE AR­NOLD UND ED­DY WIL­LEMS

IM APRIL DIE­SES JAH­RES ver­öf­fent­lich­ten die Süd­deut­sche Zei­tung so­wie meh­re­re in­ter­na­tio­na­le Me­di­en ei­ne Rei­he von Ar­ti­keln über die Kun­den der Kanz­lei Moss­ack Fon­se­ca so­wie de­ren Fi­nanz­kon­struk­te in Steu­er­oa­sen. Die zu­grun­de lie­gen­den Da­ten wur­den Pa­na­ma Pa­pers ge­nannt. Die­se Un­ter­la­gen zei­gen, wie so­wohl ein­fluss­rei­che Po­li­ti­ker und In­dus­trie­ka­pi­tä­ne als auch ei­ni­ge Spit­zen­sport­ler über Off­s­hore-Un­ter­neh­men in gro­ßem Maß­stab Steu­er­ver­mei­dung be­trie­ben ha­ben. Bei be­sag­ten Do­ku­men­ten han­delt es sich um rund 11,5 Mil­lio­nen E-Mails, Brie­fe, Fax­nach­rich­ten, Grün­dungs­ur­kun­den, Kre­dit­ver­trä­ge, Rech­nun­gen und Bank­aus­zü­ge als PDF-, Text- und Bild­da­tei­en aus den Jah­ren 1977 bis 2016. Die Do­ku­men­te wur­den der Süd­deut­schen Zei- tung von ei­nem an­ony­men Whist­leb­lo­wer zu­ge­spielt. Wie die­ser an die Do­ku­men­te kam, ist nicht be­kannt. In ähn­li­chen Fäl­len von Da­ten­preis­ga­be über ei­nen Whist­leb­lo­wer stam­men die Da­tei­en meis­tens von ei­nem In­si­der, et­wa ei­nem Mit­ar­bei­ter der Fir­ma. Bei den Pa­na­ma Pa­pers muss es nicht un­be­dingt ein In­si­der ge­we­sen sein, denn die IT der Kanz­lei Moss­ack Fon­se­ca wies gra­vie­ren­de Schwach­stel­len auf. Für ei­nen ge­üb­ten Ha­cker wä­re es ein Leich­tes ge­we­sen, sich von au­ßen Zu­griff auf die Da­ten zu ver­schaf­fen. Der Si­cher­heits­ex­per­te Ed­dy Wil­lems hat sich an­ge­se­hen, was an­de­re Ex­per­ten be­reits über die IT der Fir­ma her­aus­ge­fun­den ha­ben. Er ord­net und be­wer­tet die vor­han­de­nen Schwach­stel­len. Fol­gen­de Be­trach­tun­gen stam­men von Ed­dy Wil­lems.

So könn­te sich ein An­grei­fer die Pa­na­ma Pa­pers ge­holt ha­ben

Moss­ack Fon­se­ca ist das ju­ris­ti­sche Be­ra­tungs­un­ter­neh­men, dem 2,6 Te­ra­byte an Da­ten ent­wen­det wur­den. Das Un­ter­neh­men geht selbst da­von aus, dass die Da­ten über ei­nen ge­hack­ten Mail­ser­ver und ei­nen An­griff auf die Da­ten­bank ge­stoh­len wur­den. Es gibt al­ler­dings kei­ne wei­te­ren De­tails preis. Glück­li­cher­wei­se sind je­doch Si­cher­heits­ex­per­ten welt­weit bei der­ar­ti­gen An­grif­fen sehr neu­gie­rig und ver­su­chen, mög­lichst viel dar­über in Er­fah­rung zu brin­gen. So lie­gen heu­te schon meh­re­re plau­si­ble und gut un­ter­mau­er­te Theo­ri­en über den Da­ten­dieb­stahl bei Moss­ack Fon­se­ca vor. Und die­se Theo­ri­en sind wirk­lich er­schre­ckend. Ich wer­de im Fol­gen­den ei­ni­ge

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