Ihr ei­ge­nes NAS mit Li­nux bau­en

Auf den oft recht teu­ren NAS- Ge­rä­ten aus dem Han­del läuft fast im­mer ein um­ge­bau­tes Li­nux. Mit den rich­ti­gen Tricks und et­was Hard­ware lässt sich ein sol­ches NAS aber auch kos­ten­güns­tig sel­ber bau­en.

PC-WELT - - Das Kann Linux Besser Als Windows / Ihr Eigenes Na - VON HER­MANN APFELBÖCK

ALL DIE HÜB­SCHEN NAS-Spei­cher­kis­ten von D-Link, Le­no­vo, Qnap, Sea­ga­te oder Syno­lo­gy ha­ben das Spiel ei­gent­lich ver­lo­ren. Es wird zwar im­mer ei­ne Kli­en­tel ge­ben, die sich von der kom­pak­ten Op­tik über­zeu­gen lässt oder je­de Sys­tem­bas­te­lei ab­lehnt. Al­le üb­ri­gen Nut­zer kom­men je­doch mit ei­nem Pla­ti­nen­rech­ner oder ei­nem al­ten Net­book zu ei­nem ver­gleich­ba­ren oder so­gar bes­se­ren Netz­werk­spei­cher. Als Sys­tem kann dort im Prin­zip je­des schlan­ke Li­nux wie zum Bei­spiel ein De­bi­an die­nen. Wer aber ein be­reits spe­zia­li­sier­tes Li­nux wie Open Me­dia Vault wählt, der muss sich nicht via SSH mit Ver­wal­tungs­kom­man­dos aus­ken­nen, son­dern er­hält – wie beim kom­mer­zi­el­len NAS – ei­nen klick­freund­li­chen Web­ser­ver für die Fern­kon­fi­gu­ra­ti­on im PC-Brow­ser.

Die­se Hard­ware brau­chen Sie

Das als Netz­werk­spei­cher ge­nutz­te Ge­rät soll­te als Dau­er­läu­fer mög­lichst we­nig Strom ver­brau­chen. Pla­ti­nen wie Raspber­ry oder Odro­id sind in die­sem Punkt ide­al und un­ter­bie­ten die ge­rin­ge Strom­auf­nah­me von ech­ten NAS-Ge­rä­ten noch deut­lich (drei bis sie­ben Watt – oh­ne Fest­plat­ten). Aus­ge­mus­ter­te Net­books mit 10 bis 15 Watt kom­men eben­falls in Be­tracht, vie­le Note­books eher nicht mehr – das müss­te im Ein­zel­fall dann ein Mess­ge­rät ent­schei­den. Als Da­ten­spei­cher die­nen idea­ler­wei­se 2,5-Zol­lUSB-Fest­plat­ten oh­ne ei­ge­ne Strom­ver­sor­gung an ei­nem USB-Hub, die et­wa ein bis zwei Watt auf­neh­men. Äl­te­re USB-Fest­plat­ten mit ei­ge­nem AC-Ad­ap­ter kön­nen bis zu 15 Watt for­dern und sind eher un­ge­eig­net. Ver­ka­bel­tes 100-MBit-Et­her­net ist zwin­gend. Gi­ga­bit ist wün­schens­wert, je­doch nicht un­be- dingt er­for­der­lich, zu­mal auch NAS-Ge­rä­te zwar al­le­samt Gi­ga­bit ver­spre­chen, al­ler­dings meist er­heb­lich ge­dros­selt sind. Bei­spie­le für Pla­ti­nen- und Mi­ni-PCs mit Gi­ga­bit sind Bana­na Pi, Cu­bie­board, Cu­box i4, Hum­ming­board, Uti­li­te. Auch hier ist un­ge­ach­tet der Spe­zi­fi­ka­ti­on mit ge­dros­sel­tem Durch­satz zu rech­nen. Je nach dem Netz­durch­satz ge­nügt USB 2.0 als Schnitt­stel­le für die Da­ten­trä­ger. Ide­al wä­re ei­ne Kom­bi­na­ti­on von Gi­ga­bit-Et­her­net und USB 3.0 oder Sata/eSa­ta, die aber bei Net­books und Pla­ti­nen kaum an­zu­tref­fen ist: Be­ach­tens- wer­te Aus­nah­men sind das Cu­bie­board 3 für et­wa 100 Eu­ro (Gi­ga­bit und Sata) wie auch die Cu­box i4 Pro für rund 140 Eu­ro (ge­dros­sel­tes Gi­ga­bit und eSa­ta). Die preis­güns­tigs­ten NUCs von In­tel, wie zum Bei­spiel das DN2820FYKH, kom­men eben­falls in Be­tracht. CPU und RAM sind für den NAS-Be­trieb un­kri­tisch. Hier soll­te je­de In­tel-Atom-(Net­book)- und Dual­co­re-ARMCPU aus­rei­chen. Beim Spei­cher ge­nü­gen die ty­pi­schen ein bis zwei GB gleich­falls. Kom­mer­zi­el­le Ho­me-NAS-Ge­rä­te ha­ben sel­ten mehr als ein GB RAM, oft we­sent­lich we­ni­ger.

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