„An­onym“im In­ter­net

Die per­sön­li­chen Da­ten­spu­ren im In­ter­net las­sen sich mit den rich­ti­gen Tools so­wohl un­ter Win­dows als auch un­ter Li­nux ver­rin­gern. Hier stel­len wir Stra­te­gi­en für mehr We­ba­n­ony­mi­tät vor und zei­gen de­ren Gren­zen.

PC-WELT - - Das Kann Linux Besser Als Windows / „ Anonym“im In - VON STE­PHAN LAMPRECHT

UM UNMITTELBARE ER­FAH­RUN­GEN mit den Aus­wir­kun­gen der Spu­ren­samm­ler im In­ter­net zu ma­chen, ge­nügt ei­ne ein­fa­che Shop­ping­tour. Je­der kennt die Wer­be­ban­ner, die plötz­lich Pro­duk­te an­prei­sen, über die man sich auf ei­ner an­de­ren Web­site in­for­miert hat. Mar­ke­ting-Pro­fis­be­zeich­nen­das­als­Re-Tar­ge­ting.Auch Dy­na­mic Pri­cing ist ein gän­gi­ges Ver­fah­ren: Da­bei wech­selt der an­ge­zeig­te Pro­dukt­preis nicht nur in Ab­hän­gig­keit von der Nach­fra­ge.­Für­den­Fall,­dass­Sie­die­Sei­te­häu­fi­ger­be­su­chen­und­als­Be­su­cher­iden­ti­fi­ziert­wer­den, kommt Ih­nen der Händ­ler (viel­leicht) ent­ge­gen. Ver­rät die Brow­ser­Ken­nung den Nut­zer als Be­sit­zer ei­nes App­le­Ge­räts, wird im Ge­gen­satz da­zu ger­ne ein hö­he­rer Preis an­ge­zeigt, als wenn Sie mit dem Li­nux­Note­book sur­fen. Da­ten­spu­ren­und­Da­ten­pro­fi­le­sind­nicht­nur­für die Wer­be­wirt­schaft in­ter­es­sant. Auf der Sei­te von On­li­ne­Ma­ga­zi­nen sind oft mehr als ein­Dut­zend­Tracking-Tools­in­stal­liert.­Die­Aus­wer­tung der IP­Adres­se ist nur ein Kenn­zei­chen, über das Sie nach­ver­folg­bar sind. E­Mails wan­dern über vie­le Ser­ver, bis sie den Emp­fän­ger er­rei­chen. Je­der, der un­ter­wegs ei­ne E­Mail ab­fängt, kann auch de­ren In­halt le­sen, so­fern sie nicht ver­schlüs­selt wur­de. Das gilt für In­stant Mes­sen­ger streng ge­nom­men eben­so. Oh­ne Ge­gen­maß­nah­men ist es mit der Pri­vat­sphä­re im In­ter­net nicht gut be­stellt.

1. Un­durch­schau­ba­rer Da­ten­ver­kehr mit­tels VPN-Tun­nel

Ca­fés, Bä­cke­rei­en und Wa­ren­häu­ser lo­cken die Kun­den mitt­ler­wei­le mit kos­ten­frei­en WLANZu­gän­gen. Ge­dan­ken über die Si­cher­heit dürf­ten sich al­ler­dings nur die we­nigs­ten Be­nut­ zer ma­chen. Da­bei kann die­ser Zu­gang kom­pro­mit­tiert sein und der Da­ten­ver­kehr von ei­nem Drit­ten mit­ge­schnit­ten wer­den. Wol­len Sie nicht, dass Ih­re Da­ten­pa­ke­te ab­ge­fan­gen und durch­sucht wer­den kön­nen, set­zen Sie am bes­ten­ei­nen­VPN-Tun­nel­( Vir­tu­al­Pri­va­te­Net­work) ­ ein.­So­ei­nen­Tun­nel­kön­nen­Sie­auch­selbst, ­ zum­Bei­spiel­mit­Ih­rem­Rasp­ber­ry,­auf­bau­en. ­ Die Funk­ti­ons­wei­se ist ein­fach, er­for­dert aber ei­ni­ge grund­le­gen­de Ar­bei­ten. In­for­ma­tio­nen da­zu­fin­den­Sie­un­ter­www. pcwelt.de/1925719. Auf dem klei­nen Com­pu­ter in­stal­lie­ren Sie die Open­VPN­Soft­ware und rich­ten die­se ein. Über ei­nen An­bie­ter für dy­na­mi­sche DNS­Ein­trä­ge er­öff­nen­Sie­dann­ei­nen­Zu­gang, ­der­An­fra­gen­an Ih­ren pri­va­ten In­ter­net­an­schluss durch­lässt. Schließ­lich­muss­der­Rou­ter­so­ein­ge­stellt­wer­den, dass ex­ter­ne An­fra­gen über den Port des VPN­an­den­Rasp­ber­ry­wei­ter­ge­lei­tet­wer­den. ­ Auf­dem­Rech­ner,­den­Sie­ver­wen­den, ­müs­sen­ Sie da­ge­gen le­dig­lich ei­nen VPN­Cli­ent in­stal­lie­ren. Die­se Pro­gram­me gibt es für bei­na­he je­des Be­triebs­sys­tem in kos­ten­lo­sen Ver­sio­nen. Un­ter Ubu­ntu kann der Net­work Ma­na­ger ent­spre­chend­kon­fi­gu­riert­wer­den.­Ei­ne­zu­sätz­li­che Soft­ware ist dort nicht not­wen­dig. Die Vor­tei­le der Selbst­bau­lö­sung: Sie kön­nen sich­auf­Ih­ren­ei­ge­nen­Tun­nel­ab­so­lut­ver­las­sen, und der Da­ten­ver­kehr lässt sich nicht ein­se­hen. Der Nach­teil: Die IP­Adres­se wird nicht ver­schlei­ert und auch nicht per­ma­nent ver­än­dert. Sie hin­ter­las­sen al­so in den An­ge­bo­ten, die Sie auf­ru­fen, ent­spre­chen­de Ein­trä­ge. Kom­mer­zi­el­le An­bie­ter im In­ter­net, die VPN­Zu­gän­ge an­bie­ten, ar­bei­ten grund­sätz­lich nach dem glei­chen­Prin­zip­und­bie­ten­in­al­ler­Re­gel­auch­ei­ne Ver­schleie­rung der IP­Adres­se. Größ­ter Nach­teil: Sie müs­sen sich dar­auf ver­las­sen, dass der Ser­vice Ihr Ver­trau­en da­bei nicht miss­braucht und even­tu­ell doch Da­ten wei­ter­gibt.

Grü­ne Zwie­bel und los­le­gen: So­bald im Tor-Brow­ser beim Test die­se Mel­dung an­ge­zeigt wird, sind Sie im An­ony­mi­sie­rungs­netz Tor un­ter­wegs. Ih­re Her­kunft wird nun mit ei­ner an­de­ren IP-Adres­se ver­schlei­ert.

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