In­si­der-Tricks für Bi­os & Ue­fi

Die bes­ten pro­fi-Ein­stel­lun­gen Für ei­nen schnel­len und sta­bi­len PC PLUS: Bi­os-Up­date oh­ne Ri­si­ko

PC-WELT - - Vorderseite - VON FRIED­RICH STIEMER

WENN VOM BI­OS die Re­de ist, ha­ben vie­le Nut­zer fol­gen­des Sze­na­rio vor Au­gen: ein grob­ schläch­ti­ges Me­nü mit kom­ple­xen Fach­be­grif­fen in eng­li­scher Spra­che, durch das sich nur mit der Tas­ta­tur na­vi­gie­ren lässt. Ei­ne fal­sche Ein­stel­lung – und schon star­tet der Com­pu­ter nicht mehr. Doch glück­li­cher­wei­se ist die­se An­nah­me mitt­ler­wei­le ver­al­tet, da das ein­fa­che Bi­os (Ba­sic In­put Out­put Sys­tem) vom be­die­ner­freund­li­che­ren Ue­fi ab­ge­löst wur­de. Die­ses Uni­fied Ex­ten­si­ble Firm­ware In­ter­face (Ue­fi) über­nimmt die Auf­ga­ben des Vor­gän­gers. Es dient al­so wie das Bi­os als grund­le­gen­ des Be­triebs­sys­tem für den PC, in­dem es als zen­tra­le Schnitt­stel­le zwi­schen dem Be­triebs­sys­tem und den Hard­ware­kom­po­nen­ten ver­mit­telt. Doch ein Ue­fi­bi­os bie­tet Ih­nen mehr Mög­lich­kei­ten: Es ist über­sicht­li­cher, lässt sich ein­fa­cher mit der Maus be­die­nen und be­inhal­tet vie­le zu­sätz­li­che Funk­tio­nen, für die im Bi­os kein Platz war. Da­zu zäh­len un­ter an­de­rem die voll­stän­di­ge Kom­pa­ti­bi­li­tät zu 64­Bit­ar­chi­tek­tu­ren und die Un­ter­stüt­zung von Fest­plat­ten, die grö­ßer als drei Te­ra­byte sind.

„Ein Ue­fi-bi­os lässt sich leicht be­die­nen. Aber Sie soll­ten wis­sen, wel­che Op­tio­nen Sie an­fas­sen.“

Im Fol­gen­den er­klä­ren wir Ih­nen, wel­che Ein­stel­lun­gen wich­tig sind und was heut­zu­ta­ge mit Ue­fi mög­lich ist, ins­be­son­de­re in Be­zug auf Leis­tungs­stei­ge­rung und Si­cher­heit.

Hin­weis: In die­sem Rat­ge­ber be­nut­zen wir als Bei­spiel die Be­grif­fe ei­ner Ue­fi-ver­si­on un­se­res Test-pcs. Tat­säch­lich kön­nen sich die­se von Her­stel­ler zu Her­stel­ler ein we­nig un­ter­schei­den. Ge­ne­rell ha­ben je­doch die meis­ten Ue­fi­ein­stel­lun­gen ähn­li­che Funk­tio­nen.

Nur bei Ue­fi: Se­cu­re Boot für mehr Si­cher­heit

Seit Windows 8 be­herrscht das Ue­fi-bi­os ei­ne Funk­ti­on, die die al­te Firm­ware nicht bie­tet – den so­ge­nann­ten „Se­cu­re Boot“. Die­se Tech­nik sorgt da­für, dass sich nach dem Ein­schal­ten kei­ne Schad­soft­ware in den Boot­pro­zess ein­klin­ken kann, um an­schlie­ßend den Start des Be­triebs­sys­tems zu ma­ni­pu­lie­ren. Ein Boot­vi­rus ist näm­lich be­son­ders ge­fähr­lich, da vie­le An­ti­vi­ren­pro­gram­me nicht an­schla­gen, wenn der vir­tu­el­le Bö­se­wicht schon seit dem Sys­tem­start mit an Bord ist.

In der Pra­xis funk­tio­niert der Se­cu­re Boot fol­gen­der­ma­ßen: An­wen­dun­gen müs­sen hier­zu über pas­sen­de, di­gi­ta­le Schlüs­sel ver­fü­gen, die vom Ue­fi über­prüft wer­den. Wenn kein Schlüs­sel vor­han­den oder ein Schlüs­sel falsch si­gniert ist, dann star­tet das Sys­tem nicht. Aus die­sem Grund kommt es mit­un­ter vor, dass äl­te­re Windows-ver­sio­nen oder auch ei­ni­ge Li­nux-dis­tri­bu­tio­nen nicht von ex­ter­nen Spei­cher­me­di­en star­ten kön­nen. Al­ler­dings lässt sich Se­cu­re Boot auch de­ak­ti­vie­ren.

Um die Tech­nik aus­zu­schal­ten, ge­hen Sie wie hier be­schrie­ben vor: Drü­cken Sie di­rekt nach dem Ein­schal­ten des Rech­ners auf der Tas­ta­tur mehr­mals F2, Entf oder F12. Die kor­rek­te Tas­te wird beim Sys­tem­start an­ge­zeigt – in der Fol­ge er­scheint zum Bei­spiel kurz „Press F2 to en­ter bi­os set­tings“auf dem Bild­schirm. Al­ter­na­tiv schla­gen Sie im Hand­buch Ih­res Main­boards nach. Im Me­nü an­ge­kom­men, su­chen Sie nach der Op­ti­on „Er­wei­ter­te Ein­stel­lun­gen“. In un­se­rem Bei­spiel nut­zen wir das Main­board MSI H97 Ga­ming 3, wes­halb es für uns wie folgt zum Se­cu­re Boot geht: „Set­tings -> Er­wei­tert -> Windows 8/8.1 Con­fi­gu­ra­ti­on“. Un­ter die­sem Ein­trag lässt sich das Fea­tu­re aus­schal­ten. Ver­ges­sen Sie nicht, beim Ver­las­sen des Ue­fi-set­ups die Än­de­run­gen zu spei­chern.

Si­cher­heit ab Start: Ue­fi-bi­os mit Pass­wort schüt­zen

Wenn Sie nicht möch­ten, dass je­mand in Ih­ren Bi­os-ein­stel­lun­gen her­ump­fuscht, lässt sich der Zu­griff auf die Firm­ware mit ei­nem Pass­wort schüt­zen. Lei­der ist je­doch auch die Pass­wort­ver­ga­be nicht zu hun­dert Pro­zent si­cher, da sich die Kenn­wort­ver­ga­be durch ei­nen Bi­os­re­set (sie­he da­zu Kas­ten) lö­schen lässt. Ha­ben Sie Ih­ren PC al­ler­dings auch me­cha­nisch vor dem Zu­griff auf das In­ne­re ge­si­chert, so ist ein Bi­os-pass­wort ei­ne gu­te Er­gän­zung, die fol­gen­der­ma­ßen um­ge­setzt wird:

Un­ter „Se­cu­ri­ty“kön­nen Sie Pass­wör­ter ver­ge­ben, die sich in Ad­mi­nis­tra­to­ren und Be­nut­zer un­ter­tei­len las­sen. So ist es zum Bei­spiel mög­lich, kri­ti­sche Bi­os-be­rei­che zu sper­ren, auf die dann nur der Ad­mi­nis­tra­tor Zu­griff hat. Dar­über hin­aus oder statt­des­sen lässt sich eben­falls ein Start­pass­wort ver­ge­ben, das di­rekt nach dem Ein­schal­ten des Rech­ners er­scheint und den Sys­tem­start erst fort­setzt, wenn es kor­rekt ein­ge­ge­ben wur­de.

So­fort mehr Tem­po: Schnel­ler star­ten durch Fast Boot

Auf­ga­be des Ue­fi-bi­os ist es un­ter an­de­rem, al­le Sys­tem­kom­po­nen­ten beim Start auf ih­re Lauf­fä­hig­keit hin zu prü­fen. Erst wenn die­se Initia­li­sie­rung er­folg­reich ist, lei­tet die Firm­ware das La­den des Be­triebs­sys­tems ein. Die­se Hard­ware­über­prü­fung kos­tet aber wert­vol­le Zeit, vor al­lem bei Sys­te­men mit zahl­rei­chen Schnitt­stel­len und ein­ge­bau­ten Er­wei­te­rungs­kar­ten oder an­ge­häng­ter Pe­ri­phe­rie wie et­wa Dru­cker, Web­cam oder Spei­cher­kar­ten­le­ser. Glück­li­cher­wei­se lässt sich die­ser Vor­gang je­doch un­ter­bin­den, in­dem Sie ein­fach die Funk­ti­on „Fast Boot“, auch „Quick Boot“ge­nannt, ak­ti­vie­ren. Die­se Ein­stel­lung fin­den Sie in den er­wei­ter­ten Ein­stel­lun­gen oder in der Boot­sek­ti­on des Ue­fi. Im An­schluss dar­an stellt die Firm­ware dem Windows-sys­tem spe­zi­el­le Ue­fi­trei­ber zur Ver­fü­gung, die sich schnel­ler la­den las­sen. Al­ler­dings muss die an­ge­schlos­se­ne Hard­ware die­se Funk­ti­on auch un­ter­stüt­zen. Die Zei­ter­spar­nis mit der Ue­fi-fast-boot-op­ti­on kann bis zu 70 Pro­zent be­tra­gen.

Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit, das Hoch­fah­ren des Rech­ners zu be­schleu­ni­gen, ist ei­ne Neu­an­ord­nung der Boot­rei­hen­fol­ge. So prüft die Firm­ware bei­spiels­wei­se die Usb-an­schlüs­se und das op­ti­sche Lauf­werk, ob der PC da­von boo­ten soll. Wenn meh­re­re Fest­plat­ten ver­baut

sind, wer­den auch die­se nach dem Be­triebs­sys­tem durch­sucht. Set­zen Sie al­so die Sys­tem­fest­plat­te an die ers­te Stel­le, um auf die­se Wei­se die Su­che nach wei­te­ren Start­mög­lich­kei­ten zu un­ter­bin­den.

Hier­für na­vi­gie­ren Sie nun im Bi­os in das Me­nü „Boot“und set­zen auf „Boot Op­ti­on #1“das ent­spre­chen­de Me­di­um. Wenn die Plat­te, auf der das Be­triebs­sys­tem in­stal­liert ist, dort nicht wähl­bar ist, müs­sen Sie vor­ab noch die „Ue­fi Hard Disk Dri­ve BBS Prio­ri­ties“än­dern und den Sys­tem­spei­cher dort auf den ers­ten Platz set­zen. Be­ach­ten Sie aber, dass Sie die­se Rei­hen­fol­ge wie­der­um ent­spre­chend än­dern müs­sen, wenn Sie von ei­nem Usb-stick star­ten wol­len. Bei­spiels­wei­se wenn Sie ein Not­fall­sys­tem ein­set­zen möch­ten, um Feh­ler zu be­he­ben.

Feh­ler be­he­ben: Ue­fi auf Werks­ein­stel­lun­gen zu­rück­set­zen

Die Ein­stel­lun­gen, die Sie im Ue­fi-bi­os vor­neh­men, spei­chert das Sys­tem in ei­nem Chip, der auf die Ab­kür­zung CMOS hört. Hier­bei han­delt es sich um ei­nen flüch­ti­gen Sram-spei­cher­chip, den der Her­stel­ler auf der Haupt­pla­ti­ne in­te­griert. Flüch­tig be­deu­tet, dass sämt­li­che Ein­stel­lun­gen des Ue­fi ge­löscht und auf die Werks­ein­stel­lun­gen zu­rück­ge­setzt wer­den, so­bald auf dem Baustein kei­ne Be­triebs­span­nung mehr an­liegt. Des­halb steht dem CMOS ei­ne ei­ge­ne Bat­te­rie zur Sei­te, die für die er­for­der­li­che Span­nung sorgt, auch wenn der Rech­ner kom­plett vom Strom ge­trennt ist. Stan­dard­mä­ßig kommt da­für meis­tens ei­ne Knopf­bat­te­rie des Typs CR2032 zum Ein­satz.

Manch­mal kann es al­ler­dings sein, dass Sie das Ue­fi zu­rück­set­zen müs­sen. Das liegt mög­li­cher­wei­se an feh­ler­haf­ten Ein­stel­lun­gen, nach de­nen das Sys­tem nicht mehr star­tet, oder auch

am Ein­bau neu­er Hard­ware. Wenn Sie al­so zum Bei­spiel ei­nen neu­en Pro­zes­sor oder RAM ein­set­zen, dann soll­ten Sie die Firm­ware tat­säch­lich zu­rück­set­zen, da­mit es nicht zu Kon­flik­ten zwi­schen den al­ten Bi­os-ein­stel­lun­gen und der neu­en Kom­po­nen­te kommt.

Teu­re­re Main­boards ma­chen es ei­nem da­bei sehr leicht, denn hier ge­nügt häu­fig ein Knopf­druck. Die ent­spre­chen­de Tas­te be­fin­det sich di­rekt auf der Haupt­pla­ti­ne oder an der I/oblen­de. Um die­se Tas­te aus­fin­dig zu ma­chen, müs­sen Sie im Hand­buch nach­le­sen.

Wer ein güns­ti­ges Main­board im PC hat, muss ein klein we­nig mehr tun. In die­sem Fall müs­sen Sie meist ei­nen so­ge­nann­ten Jum­per ver­set­zen: Die­ser klei­ne Ste­cker ver­bin­det auf dem Main­board zwei frei­ste­hen­de Pins mit­ein­an­der und er­mög­licht so den Strom­fluss. Für ge­wöhn­lich läuft der Vor­gang fol­gen­der­ma­ßen ab: Drei be­stimm­te Pins be­fin­den sich auf dem Main­board, auf zwei da­von sitzt ab Werk der Jum­per. Um das Ue­fi zu­rück­zu­set­zen, zie­hen Sie den Jum­per ab und ste­cken ihn so auf, dass der bis­her frei­lie­gen­de Pin und der Pin in der Mit­te ver­bun­den wer­den. Nach ei­ni­gen Se­kun­den kön­nen Sie den Jum­per auf die ge­wohn­te Po­si­ti­on zu­rück­ste­cken. Wo sich die­se Pins und der Jum­per bei Ih­rem Mo­dell be­fin­den, steht im Hand­buch des PCS oder der Haupt­pla­ti­ne. Ei­ne zu­sätz­li­che Mög­lich­keit, das Bi­os wie­der­her­zu­stel­len, ist das Ent­fer­nen der er­wähn­ten Knopf­bat­te­rie. Bau­en Sie die­se aus und war­ten Sie min­des­tens zehn Mi­nu­ten, da­mit jeg­li­che Span­nung auf dem Main­board ver­lo­ren geht. Dar­auf­hin kommt die Bat­te­rie an ih­ren Platz zu­rück. Im Üb­ri­gen ist die Be­triebs­dau­er der Bat­te­rie na­tür­lich nicht un­end­lich. Wenn Ih­nen al­so auf­fal­len soll­te, dass sich die Ue­fi-ein­stel­lun­gen stän­dig von selbst auf die Werks­vor­ga­ben zu­rück­set­zen, die Uhr­zeit im Bi­os-me­nü nicht stimmt oder der PC erst nach mehr­ma­li­gem Ein­schal­ten hoch­fährt, dann ist das ein Hin­weis auf ei­ne lee­re Cmos-bat­te­rie. Er­set­zen Sie den klei­nen Ener­gie­spen­der al­so, um ei­nen ein­wand­frei­en Be­trieb her­zu­stel­len. Ei­ne pas­sen­de Knopf­bat­te­rie kos­tet nur ei­ni­ge Eu­ro.

Leis­tungs­stei­ge­rung:

Per Ue­fi den PC über­tak­ten

Um die Leis­tungs­fä­hig­keit Ih­res Rech­ners zu stei­gern, lässt sich die­ser im Ue­fi über­tak­ten. Haupt­säch­lich er­folgt da­bei ei­ne Er­hö­hung der Takt­fre­quen­zen des Pro­zes­sors so­wie des Ar­beits­spei­chers. Doch die­ses Over­clo­cking funk­tio­niert le­dig­lich mit be­stimm­ten CPUS und Main­board-chip­sät­zen. Bei In­tel sind dies die Pro­zes­so­ren mit ei­nem „K“oder „X“in der Mo­dell­be­zeich­nung. Die­se ver­fü­gen über ei­nen frei­en Mul­ti­pli­ka­tor: Sein Wert mal dem grund- le­gen­den Sys­tem­takt er­gibt die Takt­fre­quenz der CPU. Er­hö­hen Sie den Mul­ti­pli­ka­tor, steigt na­tür­lich auch der Pro­zes­sort­akt und so­mit die Re­chen­leis­tung. Doch der Chip­satz muss eben­falls mit­spie­len, denn be­son­ders güns­ti­ge In­tel-chip­sät­ze ken­nen die­se Funk­ti­on nicht. In der Re­gel ist das Über­tak­ten aus­schließ­lich mit Z- oder X-chip­sät­zen mög­lich, al­ler­dings gibt es hier­bei auch Aus­nah­men, die Sie im In­ter­net re­cher­chie­ren kön­nen.

Bei AMD las­sen sich die Pro­zes­so­ren mit dem Zu­satz „Black Edition“über den Mul­ti­pli­ka­tor über­tak­ten. Bei den ak­tu­el­len Ry­zen-pro­zes­so­ren ist üb­ri­gens bei al­len Mo­del­len der Mul­ti-

pli­ka­tor grund­sätz­lich ent­sperrt. Hier müs­sen Sie le­dig­lich auf den kor­rek­ten Chip­satz ach­ten – das Über­tak­ten funk­tio­niert ab dem AMD B350. Wenn Sie Ihr Sys­tem über­tak­ten, soll­ten Sie un­be­dingt auf aus­rei­chen­de Küh­lung ach­ten, wie bei­spiels­wei­se in Form ei­nes gro­ßen Luft­küh­lers oder ei­ner (Kom­pakt-)was­ser­küh­lung in Kom­bi­na­ti­on mit Ge­häu­se­lüf­tern – denn ein hö­he­rer Takt be­deu­tet auch ei­ne ge­stei­ger­te Leis­tungs­auf­nah­me. Über­tak­ten soll­ten Sie aber stets mit Vor­sicht, zu­dem soll­ten Sie den Mul­ti­pli­ka­tor nur schritt­wei­se an­he­ben: Fal­sche Ein­stel­lun­gen kön­nen näm­lich schnell zu be­schä­dig­ten Kom­po­nen­ten füh­ren. Bei ei­ni­gen Pla­ti­nen kön­nen Sie es des­halb dem Ue­fi über­las­sen, das Sys­tem zu über­tak­ten. Hier­für stel­len die Her­stel­ler ent­spre­chen­de As­sis­ten­ten be­reit, die die Hard­ware voll­au­to­ma­tisch über­tak­ten. Die­se Funk­ti­on nennt sich bei MSI „OC Ge­nie“, Asus nennt den As­sis­ten­ten „EZ Tu­ning Wi­zard“. Die Funk­ti­ons­wei­se die­ser Tools ist im Prin­zip im­mer gleich: Der Her­stel­ler hat in in­ter­nen Tests das Sys­tem mit ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten ge­prüft und dann die am bes­ten funk­tio­nie­ren­den Über­tak­tungs­wer­te ab­ge­spei­chert. Die­se Er­geb­nis­se gleicht der As­sis­tent mit der ein­ge­bau­ten Hard­ware ab und wen­det sie ent­spre­chend an. Hier­bei be­ach­tet er eben­falls Span­nungs­und Tem­pe­ra­tur­wer­te. Das Über­tak­ten be­schränkt sich nicht nur auf das An­he­ben des Mul­ti­pli­ka­tors, son­dern passt auch Span­nungs­wer­te, Spei­cher-ti­mings und die Um­dre­hungs­ge­schwin­dig­keit von Lüf­tern an.

Geht das Über­tak­ten den­noch schief, brau­chen Sie sich kei­ne Sor­gen ma­chen, denn die As­sis­ten­ten stel­len bei ei­nem Ab­sturz au­to­ma­tisch die Stan­dard­wer­te wie­der her. Bei ei­ni­gen Oc­tools ist es so­gar mög­lich, den Grad der Über­tak­tung zu wäh­len, un­ter an­de­rem in Ab­hän­gig­keit von der ein­ge­bau­ten Küh­lung. Den­noch soll­ten Sie auch hier nicht zu forsch vor­ge­hen und zu­nächst die nied­rigs­te Über­tak­tungs­stu­fe aus­wäh­len. Da­nach spie­len und ar­bei­ten Sie ei­ni­ge St­un­den mit dem Sys­tem, um kom­plett si­cher zu sein, dass der über­tak­te­te Rech­ner sta­bil läuft. Wenn dies der Fall ist, kön­nen Sie sich über­le­gen, ob Sie auf die nächst­hö­he­re Stu­fe wech­seln möch­ten.

An­wen­der, die bis zum An­schlag Over­clo­cking be­trei­ben möch­ten, be­nö­ti­gen ne­ben ei­nem gu­ten Kühl­sys­tem auch ein stan­des­ge­mä­ßes Main­board, für das schon mal bis zu 500 Eu­ro fäl­lig wer­den kön­nen. Die­se Mo­del­le sind mit ver­bes­ser­ten Span­nungs­wand­lern, be­last­ba­re­ren Ma­te­ria­li­en und ei­ner op­ti­mier­ten Strom­ver­sor­gung aus­ge­stat­tet.

Doch es geht auch um­ge­kehrt: Wenn Sie die Re­chen­leis­tung re­du­zie­ren wol­len, um Strom zu spa­ren, bie­ten vie­le Ue­fi-ver­sio­nen pas­sen­de Ein­stel­lun­gen. So­ge­nann­te Eco-mo­di re­du­zie­ren dann die Leis­tungs­auf­nah­me und Tem­pe­ra­tur­ent­wick­lung im Ge­häu­se, in­dem sie bei­spiels­wei­se die Takt­fre­quen­zen für CPU und Spei­cher nach un­ten set­zen oder Er­wei­te­rungs­kar­ten und Fest­plat­ten erst ak­ti­vie­ren, wenn sie wirk­lich be­nö­tigt wer­den. Au­ßer­dem wech­seln PCS im Eco-mo­dus schnel­ler in den Stand­by, um nicht un­nö­tig Strom zu zie­hen.

Ein Ue­fi-bi­os wie hier bei ei­ner Msi-pla­ti­ne ist über­sicht­li­cher und ein­fa­cher zu be­die­nen als ein äl­te­res Bi­os-se­t­up.

Der Se­cu­re Boot ist erst ab Windows 8 und mit ei­nem Ue­fi-bi­os mög­lich. Er sorgt für ei­nen si­che­ren Sys­tem­start.

Ein Bi­os-pass­wort schützt die Firm­ware vor un­be­fug­ten Zu­grif­fen. Wenn Sie aber die Werks­ein­stel­lun­gen wie­der her­stel­len, ist auch das Kenn­wort ge­löscht.

Die Funk­ti­on „Fast Boot“kann das Hoch­fah­ren des PCS um bis zu 70 Pro­zent be­schleu­ni­gen, weil sich das Ue­fi-bi­os dann den Hard­ware-check spart.

Set­zen Sie die Boot­rei­hen­fol­ge kor­rekt, da­mit das Ue­fi nicht erst al­le an­de­ren Op­tio­nen prü­fen muss – auch das be­schleu­nigt den Sys­tem­start.

Links die be­que­me Va­ri­an­te des Bi­os-re­sets über ei­nen ein­fa­chen Knopf­druck. Rechts die Va­ri­an­te mit dem Um­set­zen des Jum­pers.

Ak­tu­el­le Main­boards mit Ue­fi-bi­os ge­wäh­ren um­fas­sen­de Über­tak­tungs­mög­lich­kei­ten. Lai­en soll­ten des­halb auf Over­clo­cking-as­sis­ten­ten ver­trau­en.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.